Verwirrende Inflation bei Heizkostenvergleichen

Wien (OTS) - Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) kritisiert die Vielzahl neuer Auftragsarbeiten zu Heizkostenvergleichen, die zur Verwirrung der Energiekonsumenten führen. Der einzige objektive Heizkostenvergleich wird von der unabhängigen Österreichischen Energieagentur erstellt.

Derzeit werden laufend von verschiedensten Institutionen und Interessenvertretungen Rankings und Preisvergleiche zu Heizkosten vorgestellt. Ein tiefer gehender Blick hinter die Ergebnisse der meisten Rankings zeigt: Die meisten halten den wissenschaftlichen Regeln und entsprechenden Normen nicht stand und spiegeln die Interessen ihrer Auftraggeber oder Ersteller wider.

So fehlen etwa häufig Angaben zur thermischen Qualität des Gebäudes oder es werden lediglich die Brennstoffpreise miteinander verglichen. Investitionskosten für die Neuerrichtung von Heizsystemen fehlen oft ebenso wie die Ausgaben für Wartung und Instandhaltung. Aber erst der Vergleich von einem österreichischen Durchschnittshaus, einem thermisch sanierten Gebäude und einem Neubau bringt die notwendige Objektivität. Und nur ein Gesamtkostenvergleich, also ein Vergleich der Investitionskosten, der Verbrauchskosten und der sonstigen Betriebskosten gemäß ÖNORM M 7140 kann als seriös eingestuft werden. Mag. Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbands der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen, kritisiert derartige Studien: „Den Lesern solcher Gutachten wird nur ein Ausschnitt aus der Realität gezeigt, nicht aber jene Kosten, mit denen Kunden tatsächlich rechnen müssen. Ein Heizkostenvergleich muss sämtliche tatsächliche Kosten des Heizsystems berücksichtigen.“

Österreichische Energieagentur: „Heizen mit Erdgas am billigsten"

Ein gutes Beispiel für einen seriösen Heizkostenvergleich ist jener der unabhängigen Österreichischen Energieagentur. Dieser berücksichtigt nicht nur alle Kosten, sondern erfolgt auch längerfristig, und stellt daher nicht nur eine Momentaufnahme der Brennstoffpreise dar. „Nur so kann sichergestellt werden, dass die Ergebnisse repräsentativ sind und die Konsumenten keine bösen Überraschungen erleben“, sagt Mock.

Als einziger unabhängiger Vollkostenvergleich bietet die Österreichische Energieagentur Daten zu allen Energieträgern samt Investitionskosten (siehe dazu die Presseaussendung der Österreichischen Energieagentur vom 15. November 2017). Bei ihrer aktuellen Heizkosten-Analyse wurden ebenfalls wieder alle Kosten, die durch Heizen entstehen, erfasst und miteinander verglichen: Von der Anschaffung einer Heizung über die angesetzte Nutzungsdauer, bis hin zur Instandhaltung, der Wartung und den Energiekosten.

Bei diesem Vollkostenvergleich kommt die Agentur zum wiederholten Mal zu dem Ergebnis, dass Heizen mit einem Erdgas-Brennwertsystem beim thermisch sanierten und unsanierten Einfamilienhaus am günstigsten ist und im Neubau aktuell fast gleichauf mit der Wärmepumpe liegt. Gründe für das gute Abschneiden der Erdgasheizung liegen laut dem Fachverband in den vergleichsweise niedrigen Investitions- und Instandhaltungskosten für Erdgas-Brennwertgeräte sowie in deren hoher Energieeffizienz.

Auch Fernwärme liegt unter den günstigsten und jedenfalls unter den preisstabilsten Wärmeversorgungsarten. Aktuell steht Fernwärme bei den thermisch sanierten Gebäuden an dritter Stelle noch vor Heizungen mit Brennholz, Öl-Brennwert oder Pellets.

Hier der Link zur aktuellen Presseaussendung der Österreichischen Energieagentur

Über Erdgas

Erdgas nimmt in der umweltbewussten Energieversorgung eine Schlüsselrolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und komfortabel fürs Heizen, die Warmwasserbereitung, Kälte- und Stromerzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Erdgas ver-brennt ohne Feinstaub und Partikel und ist damit der emissionsärmste fossile Energieträger. Er eignet sich hervorragend als Ersatz für Benzin oder Diesel, die höhere Umweltbelastungen verursachen.

Über Fernwärme

Fernwärme wird im Sommer ebenso wie im Winter zur Wärmeversorgung und Warmwasseraufbereitung erzeugt und gleichzeitig zur Herstellung der umweltfreundlichen Fernkälte eingesetzt. Dieselben Energiequellen, die für die Erzeugung von Fernwärme benutzt werden, kann man auch als Antriebsenergie für Kältemaschinen verwenden. Sogenannte „Absorptionskältemaschinen“ verwenden Abwärme aus Industrie, KWK-Anlagen oder Abfallverbrennung, die das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Wie bei der Fernwärme, werden die Objekte zentral versorgt (oder auch dezentral, dann wir eine Kältezentrale beim Verbraucher errichtet). Isolierte Rohre transportieren das auf 6°C gekühlte Wasser zum Kunden, mit etwa 16°C fließt es zur neuerlichen Abkühlung wieder zurück.

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Gas- und Wärme-versorgungsunternehmungen (FGW)
Mag. Michael Mock
Geschäftsführer
mock@gaswaerme.at
Tel.: +43/1/513 15 88-13
www.gaswaerme.at

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