Austrian: 150 Copiloten könnten in den kommenden Monaten Unternehmen verlassen

Crews und Reisende sind wieder Opfer einer verfehlten Personalplanung

Wien (OTS) - Im AUA-Flugplan drohen wieder heftige Turbulenzen. „Das Unternehmen hat offenbar nichts aus dem Chaos der vergangenen Jahre gelernt. Erst 2016 konnten aufgrund von Personalmangel über 600 Austrian-Flüge nicht abheben, jetzt blüht uns ein ähnliches Szenario in den nächsten Monaten“, warnt Rainer Stratberger, AUA-Betriebsratsvorsitzender. Dieser drohende massive Engpass kommt bei weitem nicht überraschend. „Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren weisen wir darauf hin“, ergänzt Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida. Hintergrund des vorprogrammierten Chaos sei die völlig inaktive AUA-Führung, unterstreichen beide.++++

Piloten kehren zu Konzernmutter Lufthansa zurück

Über 300 bei Austrian Airlines eingesetzte Copiloten kommen aus der Flugschule der Lufthansa in Bremen und waren für einen Einsatz bei der Lufthansa Passage vorgesehen. Aufgrund eines Tarifstreits zwischen der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und der Lufthansa-Chefetage hat es dort jahrelang keine Einstellungen gegeben. Damit die Copiloten aber fliegen konnten, wurden sie zur Austrian abgestellt und konnten dort fliegen. Mittlerweile ist der Tarifkonflikt gelöst und die Copiloten können zur Lufthansa zurück. Diese Jobs wurden ihnen zu Beginn ihrer Ausbildung vertraglich zugesichert. „Deswegen droht Austrian jetzt der Abgang von 150 Copiloten zur Konzernmutter. Auch weil dort die finanziellen Bedingungen deutlich besser sind. Viele könnten also zu deutlich besseren Kondition wieder in ihre Heimat zurückkehren. Wir wissen aber, dass zahlreiche Mitarbeiter bereit wären, Austrian nicht im Regen stehen zu lassen und bei der Bewältigung des Problems mitzuhelfen. Sie würden zumindest für eine gewisse Zeit länger bleiben und somit die Durchführung der Flüge für diese Dauer sicherstellen“, so Stratberger.

Wer nicht handelt, dem läuft die Crew davon

„Damit die Copiloten aber bleiben, muss ihnen die Chefetage der Austrian entsprechende Angebote vorlegen. Der Betriebsrat hat bereits 2015 darauf aufmerksam gemacht, dass es eine Regelung zur Weiterbeschäftigung geben muss“, betont Alexander Haas, AUA-Betriebsrat und Austrian NFF Beirat. Passiert ist nichts und die erste Abgangswelle von Copiloten könnte schon im Dezember anrollen. „Dieses passive Verhalten müssen jetzt die Kolleginnen und Kollegen in der Luft und am Boden ausbaden. Die Crews in den Fliegern kommen wegen der Flugausfälle nicht heim zu ihren Familien oder PartnerInnen. Die Beschäftigten am Boden müssen den mehr als verständlichen Ärger der Passagiere über sich ergehen lassen. Wir erwarten uns, dass Austrian in die Gänge kommt und hier entsprechend gegensteuert“, so der vida-Gewerkschafter Schwarcz abschließend.  

   


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