- 14.11.2017, 17:00:41
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1. Österreichisches UNESCO-Weltnaturerbe: Wildnisgebiet Dürrenstein (NÖ) und Nationalpark Kalkalpen (OÖ)
BM Rupprechter überreichte Urkunden an LH Mikl-Leitner und LH-Stv. Strugl
Utl.: BM Rupprechter überreichte Urkunden an LH Mikl-Leitner und
LH-Stv. Strugl =
St. Pölten (OTS/NLK) - Im Landhaus in St. Pölten fand heute,
Dienstag, die Urkundenverleihung für das Wildnisgebiet Dürrenstein in
Niederösterreich und den Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich
unter dem Titel „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten
und anderer Regionen Europas“ als erstes österreichisches
UNESCO-Weltnaturerbe statt. Bundesminister Andrä Rupprechter
überreichte die Auszeichnung an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner
– im Beisein von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf – und
Oberösterreichs LH-Stellvertreter Michael Strugl.
„Heute ist ein ganz besonderer Tag für uns alle“, betonte
Landeshauptfrau Mikl-Leitner, dass die Auszeichnung als
UNESCO-Weltnaturerbe zeige, „welche wunderbaren Naturplätze wir
haben“. „Im Juli hat das Welterbekomitee in Krakau entschieden, das
Wildnisgebiet Dürrenstein und den Nationalpark Kalkalpen in die
Weltnaturerbeliste aufzunehmen. Damit hat Österreich sein erstes
Weltnaturerbe bekommen, auf das wir sehr stolz sein können“, so die
Landeshauptfrau.
Die Wachau und die Semmeringbahn als Weltkulturerbe und nunmehr das
Wildnisgebiet Dürrenstein als Weltnaturerbe seien „eine unglaublich
tolle Visitenkarte“ und zeigten, dass man auf die Region
Niederösterreich stolz sein könne, denn damit verfüge
Niederösterreich über „Naturschönheiten von Weltbedeutung“, so
Mikl-Leitner.
„Das Wildnisgebiet Dürrenstein erstreckt sich auf 3.500 Hektar im
südlichen Teil des Bezirkes Scheibbs nahe des Ötschers und an der
Grenze zur Steiermark“, führte die Landeshauptfrau aus, dass dieses
Wildnisgebiet über „unglaublich schöne Buchenwälder“ verfüge. „Es ist
die Ursprünglichkeit, die besticht“, so Mikl-Leitner. 2003 sei
Dürrenstein von der Weltnaturschutzorganisation IUCN mit
„Wildnisgebiet“ als höchste Schutzkategorie ausgezeichnet worden. Mit
der Auszeichnung zum UNESCO-Weltnaturerbe werde dem nun die Krone
aufgesetzt: „Diese Auszeichnung bestätigt auch den Wert und Erfolg
der Naturschutzarbeit in Niederösterreich“, sprach die
Landeshauptfrau den Bürgermeistern der Region Dank dafür aus, dass
mit dem Erbe so verantwortungsvoll umgegangen werde. „Vorbildliche
Arbeit“ hätte vor allem auch das Managementteam des Wildnisgebiets
Dürrenstein rund um Geschäftsführer Christoph Leditznig geleistet.
Landeshauptfrau Mikl-Leitner gratulierte LH-Stellvertreter Strugl,
stellvertretend für Oberösterreich, „zur gemeinsamen Auszeichnung“
und dankte Bundesminister Rupprechter „für die gute Zusammenarbeit
zwischen Bund und Land“ – das sei „gelebte Partnerschaft“.
Laut UNESCO sei die Auszeichnung so zu verstehen, dass das
Weltnaturerbe im Besitz der gesamten Weltbevölkerung sei. „Wir werden
daher an einem Weltnaturerbezentrum arbeiten, um die Schönheit dieses
Weltnaturerbes darzustellen“, betonte Mikl-Leitner, dass es gelte,
dieses zu schützen, man wolle es aber auch herzeigen. 2,5 Millionen
Euro werden von Bund, Land und europäischer Ebene in dieses
Weltnaturerbezentrum investiert, führte die Landeshauptfrau aus, dass
sie gemeinsam mit LH-Stellvertreter Pernkopf die Schirmherrschaft
dafür übernommen habe. Mikl-Leitner bedankte sich auch bei Gerhard
Heilingbrunner, ehemaliger Präsident des Umweltdachverbandes, der
sich dazu bereit erklärt habe, an der Realisierung des Projekts
mitzuarbeiten. Es solle „ein Projekt für die gesamte Region“ werden,
so die Landeshauptfrau.
„Dass unsere Buchenwälder in die Liste der UNESCO Welterbestätten
aufgenommen wurden, ist naturschutzpolitisch ein absoluter
Meilenstein. Die Auszeichnung unterstreicht, wie wichtig diese
Gebiete für die gesamte Menschheit sind“, führte Bundesminister
Rupprechter aus, dass mit dieser Auszeichnung „etwas Nachhaltiges
gelungen“ sei. Sein Ressort habe die Einreichung koordiniert, das
Projekt sei „eine große Herausforderung“ gewesen, aber gemeinsam sei
es gelungen, das Welterbekomitee davon zu überzeugen und damit habe
Österreich sein erstes Weltnaturerbe bekommen. Dieses sei laut UNESCO
„ideeller Besitz der gesamten Menschheit und damit verbunden sei „die
Verantwortung dieses Gebiet zu schützen und für die Weltgemeinschaft
zu erhalten“. Seitens seines Ressorts werde man das Projekt in den
nächsten Jahren weiterhin tatkräftig unterstützen, so der Minister.
Es sei „eine besondere Freude für Oberösterreich“, dass ein Teil des
Nationalparks Kalkalpen mit seinen insgesamt fast 21.000 Hektar als
größter Waldnationalpark Österreichs ausgezeichnet worden sei, so
Landeshauptmann-Stellvertreter Strugl. „Der Nationalpark Kalkalpen
ist eine beliebte Region“, führte Strugl aus, dass dieser jährlich
370.000 Besucherinnen und Besucher verzeichne. Beheimatet seien dort
30 verschiedene Waldtypen, 34 der 65 Baumarten in Österreich und über
1.560 Schmetterlingsarten.
Der LH-Stellvertreter hob den „Artenreichtum und die Vielfalt als
etwas Signifikantes für den Nationalpark“ hervor. 5.250 Hektar an
Fläche seien als Weltnaturerbe anerkannt worden. Die meisten Bäume
seien zwischen 250 und 304 Jahre alt, die älteste Buche sei 525 Jahre
alt, so Strugl. Die Naturerbe-Zertifizierung reihe sich in eine
prominiente Liste mit dem Yellowstone Nationalpark und den Galapagos
Inseln ein, betonte der LH-Stellvertreter, dass diese „ein
Imagefaktor für die Region“ sei. Die Auszeichnung bringe touristisch
einen Mehrwert und man könne damit auch internationale Kooperationen
leichter knüpfen. Strugl bedankte sich bei „allen, die mitgeholfen
haben“, insbesondere bei Direktor Erich Mayrhofer – die Auszeichnung
sei „ein beachtlicher Erfolg. Auch Oberösterreich sei sich seiner
Verantwortung bewusst, man werde daher dem Weltnaturerbe-Aspekt im
Nationalpark einen besonderen Platz widmen.
Unter dem Titel „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten
und anderer Regionen Europas“ wurden heuer 63 Buchenwälder und
–urwälder in 32 Schutzgebieten in Albanien, Belgien, Bulgarien,
Italien, Kroatien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Spanien und in
der Ukraine der bestehenden UNESCO-Weltnaturerbestätte hinzugefügt.
Das Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich beheimatet mit
1.867 Hektar Welterbefläche den ausgedehntesten Buchenurwald des
Alpenbogens und der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist mit
5.252 Hektar Welterbefläche das weitläufigste Buchenwaldschutzgebiet
der Alpen. Insgesamt besteht die Welterbestätte nun aus 78
Einzelgebieten. Österreich hat bereits die Koordination der
Einreichung für die erweiterte Aufnahme übernommen und wird auch die
weitere Zusammenarbeit koordinieren.
Nähere Informationen: www.unesco.at, https://en.unesco.org
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