• 13.11.2017, 09:56:24
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Halbzeit beim PRAEVENIRE-Gemeindeprojekt „FREI VON HPV IN STOCKERAU“

Informationsstand des PRAEVENIRE-Gemeindeprojekts
beim Erdäpfel(Stadt)fest in Stockerau

Wien (OTS) - Während des zweiten PRAEVENIRE Gesundheitsforums, das
vom 10.-13. Mai 2017 im Stift Seitenstetten stattfand, ist im Rahmen
eines Expertengesprächs zum Thema „HPV Impfung: dem Krebs vorbeugen!“
der Grundstein für das einjährige Gemeindeprojekt „FREI VON HPV IN
STOCKERAU“ gelegt worden. Seitdem wurden zahlreiche Aktivitäten zur
Erreichung der Projektziele mit der PRAEVENIRE-Partnergemeinde
Stockerau gesetzt.

Humane Papillomaviren (HPV) sind nach derzeitigem Stand des Wissens
maßgeblich an der Entstehung von Krebserkrankungen beteiligt und
sowohl unter Frauen als auch Männern weit verbreitet. Vier von fünf
Personen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an, meistens ohne
es zu bemerken. Obwohl die HPV-Impfung das Krebsrisiko wesentlich
senkt, ist sie in Österreich wenig bekannt und die Durchimpfungsrate
entsprechend sehr gering.

Frauenpolitikerin und Abg. z. NR Gabriele Heinisch-Hosek erklärte im
Zuge des Expertengesprächs: „Österreich war weltweit das erste Land,
das die HPV-Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Buben
empfohlen hat und darüber hinaus die geschlechtsneutrale Impfung
finanziert. Seit Herbst 2014 ist die HPV-Impfung Teil des
kostenfreien Kinderimpfprogramms und wird für alle Buben und Mädchen
vom neunten bis zum zwölften Lebensjahr österreichweit kostenlos
angeboten. Wenn sowohl Mädchen als auch Buben geimpft werden, kann
die Infektionskette rasch durchbrochen werden. Diese Tatsache sollte
Kindern und vor allem deren Eltern im Sinne der Stärkung der
Gesundheitskompetenz ins Bewusstsein gerufen werden. Denn je größer
die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung ist, desto schneller
entsteht ein Herdenschutz, der dazu führt, dass die HPV-assoziierten
Erkrankungen bzw. Erkrankungsvorstufen rasch abnehmen.“

Ziele des Projekts

Aus diesen Gründen haben sich die unabhängige Initiative PRAEVENIRE
und die Stadtgemeinde Stockerau zusammengetan, um sich auf lokaler
Ebene als Partner des Themas Impfen anzunehmen und dabei die
HPV-Schutzimpfung in den Fokus des Gemeindeprojekts „FREI VON HPV IN
STOCKERAU“ zu rücken. Gemeinsam möchte man, entsprechend der
Empfehlungen des nationalen Impfplans, mit zahlreichen Aktivitäten
das Wissen der Bevölkerung über Schutzimpfungen im Allgemeinen und
HPV-Infektionen im Speziellen erhöhen, damit die Gesundheitskompetenz
der Stockerauer Familien steigern und den Impfschutz der Bevölkerung
verbessern.

Helmut Laab, Bürgermeister von Stockerau, freut sich über die
Kooperation mit der unabhängigen Initiative PRAEVENIRE und möchte
diese Chance nutzen: „Gesundheitsvorsorge ist in jedem Lebensalter
wichtig. Im Fall der kostenlosen HPV-Impfung wird sie den Menschen
besonders leicht gemacht. Als Bürgermeister ist es mir ein
persönliches Anliegen, in der größten Stadt des Weinviertels einen
Beitrag zur Aufklärung und Information zu leisten, damit möglichst
viele Kinder und Jugendliche an der Gratisimpfaktion teilnehmen.“

Große Stockerauer Gesundheitskompetenzerhebung

Ein wichtiger Schritt, der zur Erreichung der Projektziele wesentlich
beitragen soll, ist die Erhebung der Gesundheitskompetenz und des
Impfwissens der Stockerauer Bevölkerung. Dafür wurde in
Zusammenarbeit mit Österreichs führender Impfexpertin und Leiterin
des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der
Medizinischen Universität Wien Frau Univ.-Prof. Dr. Ursula
Wiedermann-Schmidt ein Fragebogen zum Thema Impfungen für
Schülerinnen und Schüler sowie für Erwachsene erstellt.

Der Fragebogen für Erwachsene wurde bereits gemeinsam mit der
September-Ausgabe der Stockerauer Stadtzeitung an die Bevölkerung
verteilt und liegt zudem bei der Bürgerservicestelle im Rathaus
Stockerau auf. Die Ergebnisse dieser Befragung werden in das Projekt
einfließen, um sicherzustellen, dass die gesetzten Maßnahmen zur
Informationsvermittlung ideal auf die Bedürfnisse der Bevölkerung
abgestimmt sind.

„PRAEVENIRE bleibt nicht in der Theorie verhaftet, sondern setzt
konkrete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in der Bevölkerung um.
Die Bürger der Stadtgemeinde Stockerau werden in dem Projekt 'Frei
von HPV' im Rahmen von Impfaktionen und Veranstaltungen aktiv
eingebunden. Das ist ein Projektansatz für den ich mich sehr gerne
engagiere, denn es soll dazu beitragen, die HPV-Durchimpfungsraten in
der Stadtgemeinde zu erhöhen und die Gesundheitskompetenz zu fördern.
Wir wollen so, als Good-Practice-Beispiel, ein nachhaltiges Zeichen
in Österreich setzen“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Ursula
Wiedermann-Schmidt die Bedeutsamkeit des Projekts.

Wissensvermittlung vor Ort

Bevor mit den Informationsmaßnahmen begonnen werden konnte, war es
essenziell, alle relevanten Akteure frühzeitig in das Projekt
einzubinden. Daher fanden Meetings mit Schul- und Gemeindevertretern
statt. Auch die Gesundheitsberufe wurden durch einen persönlichen
Brief des Stockerauer Bürgermeisters über das Projekt unterrichtet.
Seit Juli werden die Stockerauerinnen und Stockerauerer zudem
regelmäßig über die Stadtzeitung über das Projekt und die Fokusthemen
informiert. Um zusätzlich Informationen über HPV in die Bevölkerung
zu tragen, wurde eine Broschüre mit allen wichtigen Eckdaten zum
Thema erstellt.

Als erste große Maßnahme, die der Informationsvermittlung der
Stockerauer Bevölkerung dienen sollte, war das
PRAEVENIRE-Gemeindeprojekt beim Erdäpfel(Stadt)fest, das am 2. und 3.
September stattfand, mit einem Informationsstand vertreten. Neben
persönlichen Informationsgesprächen zum Thema HPV wurden Flyer und
Broschüren verteilt, um den Besuchern das Projekt und seine Ziele
näher zu bringen. Darüber hinaus wurde der Fragebogen zur
Gesundheitskompetenzerhebung angeboten. Die fleißigen Besucher, die
einen Fragebogen ausgefüllt haben, konnten als Dank dafür an einem
Gewinnspiel teilnehmen.

Da die HPV-Impfung Teil des Schulimpfprogramms ist und in der 4.
Schulstufe kostenlos angeboten wird, ist es besonders wichtig, die
Eltern der Kinder dieser Schulstufe darüber umfassend zu informieren.
Zu diesem Zweck wurden das Projekt und seine Ziele bei den
Elternforen der 4. Schulstufe in der Volksschule West Stockerau und
der Volksschule Stockerau – Josef Wondrak sowie der Allgemeinen
Sonderschule vorgestellt. Nach einem Informationsvortrag wurde den
Eltern die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen, die dann gesammelt
an Frau Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt übermittelt wurden.
Aktuell werden die über 20 gesammelten Fragenkomplexe von der
Impfexpertin beantwortet. Der vollständige Antwortenkatalog wird in
weiterer Folge über die Schulen an die Eltern weitergeleitet. Damit
jedoch so viele Stockerauerinnen und Stockerauer wie möglich vom
Wissen der Expertin profitieren können, werden die Antworten zudem
sowohl in der Stadtzeitung als auch online mit der gesamten
Bevölkerung geteilt werden.

Pläne für die zweite Projekthälfte

Für die kommenden Monate sind noch viele weitere Maßnahmen geplant.
Ein wichtiger nächster Schritt ist die Gesundheitskompetenzerhebung
der Schülerinnen und Schülern, die mittels Fragebögen in den Schulen
durchgeführt wird. Ausgehend von den Ergebnissen der Auswertung der
Fragebögen für Schülerinnen und Schüler sowie für Erwachsene
(Nullmessung) werden den Schulen und Eltern gezielte Informationen
betreffend der HPV-Impfung zur Wissensvermittlung bereitgestellt
werden. Um möglichst viele Stockerauerinnen und Stockerauer zu
erreichen, wird auch die Stadtzeitung weiterhin monatlich als
Informationsplattform genutzt werden. Des Weiteren ist eine
Informationsveranstaltung mit Experten geplant, wo interessierten
Bürger und Bürgerinnen gezielt Wissen vermittelt wird und etwaige
offene Fragen von den anwesenden Experten beantwortet werden können.
Parallel zu den geplanten Maßnahmen werden die Aktivitäten auf
Social-Media-Kanälen wie Facebook und Twitter ausgebaut, um auch auf
diesem Weg möglichst viele Interessierte zu informieren.

Den Abschluss des Gemeindeprojekts wird die erneute
Fragebogenerhebung bei Schülerinnen und Schülern sowie Erwachsenen
als Vergleichsmessung ein Jahr nach der Nullmessung bilden, die auch
gleichzeitig zur Evaluation des gesamten Projekterfolgs dienen soll.

PRAEVENIRE: Aus der Theorie in die Praxis

Das PRAEVENIRE Gesundheitsforum findet kommendes Jahr bereits zum
dritten Mal, von 18. bis 20. April 2018, im Benediktinerstift
Seitenstetten (NÖ) statt. Es ist eine unabhängige Initiative, die
sich dem Ziel „Gesunde Menschen in einer gesunden Gesellschaft“
widmet. Die Idee hinter PRAEVENIRE ist es, vorhandenes
internationales Wissen, basierend auf Beschlüssen aus Österreich, zu
bündeln und auf Gemeindeebene umzusetzen. PRAEVENIRE bleibt also
nicht in der Theorie verhaftet, sondern übersetzt nationale und
internationale Expertise in Kooperation mit Partnergemeinden als
Good-Practice-Beispiele in konkrete Maßnahmen.

Unterstützer von PRAEVENIRE 2017/2018:

Alois Mock Institut | AM PLUS – Initiative für Allgemeinmedizin und
Gesundheit | Berner Fachhochschule | Berufsverband österreichischer
Dermatologen | Berufsverband Österreichischer PsychologInnen | Die
Stadt Bruck an der Mur | Darm Plus | Gemeinde Satteins | GEORG –
Gesellschaft zur Erforschung onkologischer rehabilitativer Grundlagen
| Gesunde Lunge | Marktgemeinde Guntramsdorf | Institut für
Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin | Marktgemeinde Haslach |
Medizinische Universität Wien | OBGAM – Oberösterreichische
Gesellschaft für Allgemeinmedizin | Österreichische Apothekerkammer
Landesgeschäftsstelle Oberösterreich | Österreichischer
Apothekerverband | Österreichische Gesellschaft für
Krankenhaushygiene | ÖGN – Österreichische Gesellschaft für
Nephrologie | ÖGPMR – Österreichische Gesellschaft für Physikalische
Medizin und Rehabilitation | Österreichische Gesellschaft für
Vakzinologie | Marktgemeinde Pöggstall | Marktgemeinde Sierning |
Stadtgemeinde Stockerau | Verein zur Förderung von Wissenschaft und
Forschung

Sponsoren von PRAEVENIRE 2017/2018:

Baldinger und Partner Unternehms- und Steuerberatungsgesellschaft mbH
| Celgene GmbH | Daiichi Sankyo Austria GmbH | Gilead Sciences GesmbH
| IV – Industriellenvereinigung | Kurhotel Bad Pirawarth GmbH & Co KG
|Medizinische Universität Wien | MSD | Österreichischer
Apothekerverband | Österreichischer Betriebssport Verband | Roche
Austria GmbH | VAMED AG

Mehr Informationen zu PRAEVENIRE:
www.praevenire.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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