• 10.11.2017, 09:24:02
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  • OTS0023

1. NÖ Lehrer- und Lehrerinnen-Tag anlässlich 50 Jahre Personalvertretung

LH Mikl-Leitner: „Bildung spielt eine zentrale Rolle“

Utl.: LH Mikl-Leitner: „Bildung spielt eine zentrale Rolle“ =

St. Pölten (OTS/NLK) - Anlässlich 50 Jahre Personalvertretung fand
gestern, Donnerstag, in der Niederösterreich Halle der Messe Tulln
der 1. NÖ Lehrer- und Lehrerinnen-Tag statt – im Beisein von
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bildungs-Landesrätin Barbara
Schwarz, Landesschulrats-Präsident Johann Heuras, Vizepräsidentin
Beate Raabe-Schasching, der Vorsitzenden der Personalvertretungen
Regina Pribitzer (Landwirtschaftliche Fachschulen), Belinda Kalab
(Berufsschulen), Eva-Maria Teimel (AHS), Roland Gangl (BMHS) und
Helmut Ertl (Pflichtschulen) sowie Alfred Schöls, Vorsitzender der
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, der Alt-Präsidenten des
Landesschulrates Adolf Stricker und Hermann Helm sowie Rektor Erwin
Rauscher und Vizerektor Norbert Kraker von der Pädagogischen
Hochschule Niederösterreich und mit über 2.800 Pädagoginnen und
Pädagogen.

„Bildung spielt eine zentrale Rolle“, betonte Landeshauptfrau
Mikl-Leitner. Sie sei in den letzten Jahren international sehr viel
unterwegs gewesen und habe viel im Bereich Sicherheit, Wirtschaft und
auch Bildung gesehen, hielt Mikl-Leitner fest: „Es kommt nicht von
ungefähr, dass unser Land zu einem der dynamischsten Länder gehört.
Die Grundlage heißt Qualifikation und Bildung.“ „Wir müssen uns auf
die Stärken der Schülerinnen und Schüler konzentrieren“, führte die
Landeshauptfrau aus, dass Forschung, Wissenschaft und modernste
Technologien einen immer größeren Stellenwert bekämen und es daher
wichtig sei, dass man bereits die Kleinsten daran heranführe. In
Niederösterreich sei man auf einem „guten Kurs“, hob Mikl-Leitner
etwa die Science School, die Forschungswochen, die Talenteförderung
und die Kreativakademien hervor. In Zukunft sei es wichtig, dass die
Schülerinnen und Schüler nicht mehr nur rechnen, schreiben und lesen
könnten, sondern es sei auch die digitale Kompetenz wichtig.

Die Landeshauptfrau wünschte den Lehrerinnen und Lehrern, dass sie
weiterhin „mit unglaublich viel Freude arbeiten“. Sie sagte „Ja zur
Vielfalt unseres Schulsystems“. „Vielfalt in der Bildung heißt eine
starke Volksschule mit Integration“, betonte Mikl-Leitner, dass es
eigene Deutschklassen zum Vorteil und nicht zum Nachteil der Kinder
brauche. Es brauche weiterhin eine starke NMS mit den richtigen
Schwerpunkten, wo die Grundkompetenzen für eine starke duale
Ausbildung nach der NMS vermittelt werden und es brauche starke
Gymnasien und starke Berufsschulen.

Die Herausforderung liege darin, „dass immer mehr Aufgaben an den
Bildungsbereich von den Eltern weitergegeben werden“, führte
Landesrätin Schwarz aus, dass sich Eltern ihrer Verantwortung bewusst
sein müssten. Es sei Aufgabe der Eltern „Kinder zu erziehen und ihnen
Werte mitzugeben“, das passiere leider nicht immer, es sei daher gut,
dass Schule diese Werte mittransportiere, das beginne etwa beim
Grüßen. Bildung sei die Befähigung zur Partizipation, es gehe also
auch darum, Kindern zu lernen, an der Gesellschaft teilzuhaben. Indem
sich viele Schulen bei Gemeindefesten einbringen, würden sie einen
„wichtigen Beitrag zur sozialen Struktur leisten, bedankte sich
Schwarz bei den Pädagoginnen und Pädagogen. Die Schnittstellen
zwischen Kindergarten und Schule würden sich gut entwickeln, es gebe
sehr viele Kooperationen. So wie sich Schule in den vergangenen
Jahrzehnten weiterentwickelt habe, so werde sich diese auch in
Zukunft gut weiterentwickeln.

Landesschulrats-Präsident Heuras sagte, dass das Bild der
Pädagogenschaft Niederösterreichs beeindruckend sei, „Danke“ an die
Pädagoginnen und Pädagogen für ihren Einsatz und ihr Engagement und
gratulierte herzlich zur 50-jährigen Erfolgsgeschichte der
Personalvertretung. „Wer Bildung, Schule und Qualität aufrecht
erhalten möchte, muss bei der Lehrerpersönlichkeit ansetzen“, betonte
Heuras, dass man die Pädagoginnen und Pädagogen stärken müsse.
„Bildung ist, junge Menschen zu befähigen, ihre Lebensgeschichten
selber zu schreiben“, so der Landesschulrats-Präsident. Das
vielfältige Bildungssystem habe sich bewährt und man müsse diese
Vielfalt bewahren. Heraus bedankte sich bei Landeshauptfrau
Mikl-Leitner und Landesrätin Schwarz, dass dort, wo das Land
Niederösterreich Kompetenzen habe, zusätzliche Planstellen ermöglicht
werden. Es sei ihm wichtig, dass Schulen Bildungseinrichtungen seien
und nicht zu Sozialeinrichtungen werden.

Regina Pribitzer, die Vorsitzende des Zentralausschusses der NÖ
Landwirtschaftslehrerinnen und -lehrer sagte, das Jubiläum, sei „ein
guter Anlass, um Rückschau zu halten und Danke zu sagen“. „Die Arbeit
der vergangenen Jahrzehnte war eine erfolgreiche und ich hoffe, dass
die Zukunft eine genauso erfolgreiche ist“, so Pribitzer. Die
Landwirtschaftlichen Fachschulen seien von Umstrukturierungen und
einer Neuorientierung betroffen, partnerschaftlich werde man die
Weichenstellungen für die Zukunft treffen. „Wir werden auch weiterhin
die Ärmel aufkrempeln und zum Wohle für euch tätig sein“, so
Pribitzer zu den Pädagoginnen und Pädagogen.

Belinda Kalab, Vorsitzende des Zentralausschusses der NÖ
Berufsschullehrerinnen und -lehrer wies „auf die Wichtigkeit und
Bedeutsamkeit der Sozialpartnerschaft“ hin: „Wir haben die
Möglichkeit, dass wir aktiv mitgestalten können, Ideen einzubringen;
wir können Vorschläge einbringen und sind bestrebt mit dem
Dienstgeber im Dialog partnerschaftlich Kompromisse zu erreichen.“
Man müsse sich bewusst machen, welch Meilenstein das in einer
gelebten Demokratie sei, bedanke sich Kalab auch bei allen
Funktionärinnen und Funktionären.

In acht Jahren sei es in der AHS möglich, zu einer fundierten
Allgemeinbildung zu kommen, auf die die Schülerinnen und Schüler in
ihrem späteren Leben zugreifen könnten, so Eva-Maria Teimel,
Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft. Es gelte, deren Stärken und Talente
zu entwickeln. „Die vielen verschiedenen Schwerpunktsetzungen im
Gymnasium ermöglichen eine individuelle Förderung der Stärken jedes
leistungsbereiten Jugendlichen“, so Teimel, die auf den Tag des
Gymnasiums am kommenden Samstag hinwies. „Alle wollen, dass jedes
Kind die Schule besuchen kann, die seinen speziellen Fähigkeiten,
Begabungen und Talenten entspricht“, betonte Teimel, dass es daher
für jedes Kind die passende Schule brauche.

Roland Gangl, Vorsitzender der BMHS-Personalvertretung, betonte, dass
es in den vergangenen 50 Jahren der Personalvertretung eine Reihe an
Herausforderungen gegeben habe. „Ein Thema hat uns in den letzten
Jahren besonders begleitet und wird uns auch in Zukunft begleiten,
nämlich die Frage der Wertschätzung und Anerkennung der Kolleginnen
und Kollegen“, führte Gangl aus, dass die Debatte über die
Arbeitszeit einen „enormen Imageschaden“ hervorgerufen habe. Er
bedankte sich bei allen, „die in der Vergangenheit dazu beigetragen
haben, die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer ins rechte Licht zu
rücken.“ Im Bereich der BMHS gelte es, die Konkurrenzsituation zur
Wirtschaft, in der die Schulen in Hinblick auf ausgezeichnete
Lehrerinnen und Lehrer stünden, zu meistern.

Helmut Ertl, Vorsitzender des Zentralausschusses der NÖ
Pflichtschullehrerinnen und -lehrer, führte aus, dass die Erfolge der
letzten 50 Jahre Selbstverständlichkeiten von heute seien. Dahinter
stehe eine „gelebte Sozialpartnerschaft“ und man sei aufgerufen,
diese weiterzupflegen, um für die Bildung der Kinder und für die
Existenz des Staates Sorge zu tragen. Der Fokus liege auch im
Pflichtschulbereich nach wie vor auf der Arbeitszeit, viele hätten
die Vorstellung von einem Lehrer als Halbtageskraft, betonte Ertl:
„Wir werden mit allen Kräften dieses Image aus den medialen
Berichterstattungen hinausdrängen, denn Lehrer zu sein ist wesentlich
mehr als sich der ein oder andere vorstellt.“

Im Anschluss an den Festakt folgte ein Vortrag von Martina
Leibovici-Mühlberger zum Thema „Wenn die Tyrannenkinder erwachsen
werden“.

Nähere Informationen: www.lsr-noe.gv.at.

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