• 08.11.2017, 10:24:48
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  • OTS0071

Hafen Wien: „MS Eisvogel“ zurück im Heimathafen

Eisbrecher wieder fit für den Winterdienst

Utl.: Eisbrecher wieder fit für den Winterdienst =

Wien (OTS/RK) - Das Betriebsschiff „MS Eisvogel“ des Hafen Wien – ein
Unternehmen der Wien Holding – ist nach Sanierungs- und
Reparaturarbeiten wieder in seinen Heimathafen Freudenau
zurückgekehrt. Die umfassenden Arbeiten am Schiff wurden nach einem
Schwelbrand Anfang des Jahres nötig, der umfangreiche Schäden am
Eisbrecher verursacht hat.

Anfang Februar wurde beim täglichen routinemäßigen Check der „MS
Eisvogel“, dem Betriebsschiff und Eisbrecher des Hafen Wien, ein
Schwelbrand in den unteren Decks des Schiffes entdeckt. Nach
sofortiger Einleitung aller notwendigen Maßnahmen konnte der Brand
bzw. die starke Rauchentwicklung rasch von der Feuerwehr eingedämmt
werden. Als Ursache wurde ein Kabelbrand festgestellt. Infolge des
Schwelbrands kam es zu erheblichen Beschädigungen im Unter- und
Oberdeck sowie am Ruderstand.

„MS Eisvogel“ nach umfassenden Reparaturen wieder
einsatzbereit

Jetzt ist das Schiff generalsaniert. Nach der Beurteilung der
Versicherung konnte der 80 Tonnen Koloss Anfang März zur Reparatur in
die Schiffswerft ÖSWAG Werft Linz AG überstellt werden. Der Beginn
der Arbeiten erfolgte im Zuge einer Dekontamination des Schiffes bei
der alle brandbeschädigten Teile sachgemäß entsorgt und sämtliche
Elektroinstallationen mit der Spannung 110 Volt entfernt wurden.
Anschließend wurden die Mannschaftskabinen, die Kombüse, der Salon
und der Ruderstand saniert. Das erfolgte in Form einer kompletten
Boden- und Decken-erneuerung und einer Neuerung der Wandvertäfelung.
Zusätzlich wurde das Schiff mit Brandmeldern ausgestattet, die im
Auslösefall eine Alarmmeldung an ein Notfalltelefon der
Betriebsmannschaft weiterleiten. Alle Reparaturarbeiten wurden
entsprechend den derzeit geltenden Vorschriften im Schiffsbau,
insbesondere den Brandschutzrichtlinien, durchgeführt. Außerdem
wurden sämtliche Elektroinstallationen inkl. Verkabelungen auf eine
Spannung von 230 V getauscht und entsprechen somit dem neuesten Stand
der Technik.

Gleichzeitig wurde auch eine Schiffsrevision durchgeführt.
Sämtlichen Maschinen und Antriebseinheiten wurden geprüft und neu
gewartet. Zusätzlich dazu wurde der Unterwasseranstrich erneuert und
Streicharbeiten im Bereich des Oberdecks erledigt.

„MS Eisvogel“: 80 Tonnen Stahl und 520 PS gegen das Eis

Als größter Donauhafen Österreichs und einer der wichtigsten
Donauhäfen in Europa muss der Hafen Wien auch im Winter nicht nur für
die Güter, die per Schiene und LKW hier umgeschlagen werden, sondern
auch für die Schifffahrt offen sein. Denn etwa ein Drittel der rund
1.100 Frachtschiffe, die pro Jahr im Hafen Wien abgefertigt werden,
legen auch in den Wintermonaten hier an. Dazu kommt auch die ganz
besondere Rolle des Hafen Freudenau als Schutz- und Winterhafen. Fest
vertaut liegen hier auch schon Kreuzfahrtschiffe am Kai, um bis zum
Frühling sicher zu überwintern. Regelmäßig muss deshalb die „MS
Eisvogel“ in kalten Wintern ausrücken, um Eis zu brechen, damit der
gefährliche Eisdruck nicht die Rümpfe der vor Anker liegenden
Donau-Kreuzer beschädigt.

Schon bei Temperaturen ab minus sechs Grad frieren die Fahrrinnen
der Hafenbecken innerhalb eines Tages zu. Ab minus 15 Grad würde das
Hafenbecken sogar innerhalb weniger Stunden zur riesigen Eisfläche
werden. Doch mit Hilfe der „Eisvogel“ bleiben die Rinnen offen und
die Schiffe sicher.

80 Tonnen bringt der 32 Meter lange und sechseinhalb Meter breite
Eisbrecher auf die Waage. Bis zu 12 Millimeter dicker Stahl schützt
den Rumpf vor den scharfen, harten Eiskanten. Die 520 PS starken
Dieselmotoren schieben den Koloss im Schritttempo Meter um Meter
voran. Wird das Eis noch dicker, dann kann die „Eisvogel“ zusätzlich
noch etwa 30 Tonnen an Wasserballast aufnehmen. Das Schiff hievt sich
dann auf die Eisplatte und bricht sie mit seinem Gewicht in Stücke.
Bis zu 60 Zentimeter dickes Eis kann so gebrochen werden.

Zum Hafen Wien

Der Hafen Wien ist ein Unternehmen der Wien Holding. Rund 2.000
Kilometer entfernt vom Schwarzen Meer und rund 1.500 Kilometer von
der Nordsee, punktet der Hafen Wien mit seiner optimalen direkten
Anbindung an die drei Verkehrsträger Schiff, Eisenbahn und LKW sowie
mit der Nähe zum Flughafen Wien-Schwechat.

Diese Standortvorteile steigern die Bedeutung des Hafen Wien für
die Wirtschaft im gesamten CEE-Raum und machen ihn zum idealen Hub
zwischen Ost und West sowie zu einem der großen europäischen
Binnenhäfen an der Donau. Hier werden allein vom Hafen Wien selbst
pro Jahr bis zu sieben Millionen Tonnen Güter umgeschlagen.

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