• 08.11.2017, 09:30:16
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Allianz Umfrage: Österreichs Kleinunternehmen ignorieren Cyber-Gefahren

Jeder dritte Kleinbetrieb spart sich Ausgaben für Virenschutz Zwei Drittel verzichten auf regelmäßige Passwortänderung Datenschutzgrundverordnung für 59 Prozent völlig unbekannt

Utl.: Jeder dritte Kleinbetrieb spart sich Ausgaben für Virenschutz
Zwei Drittel verzichten auf regelmäßige Passwortänderung
Datenschutzgrundverordnung für 59 Prozent völlig unbekannt =

Wien (OTS) - 60 Prozent der rund 450.000 österreichischen
Ein-Personen- und Kleinunternehmen fühlen sich von Cyber-Risiken kaum
bedroht, rund ein Viertel hat sich über diese Thematik noch gar keine
Gedanken gemacht. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der
Allianz Versicherung hervor, in der Einstellung und Verhalten von
Kleinunternehmen zum Thema Cyber-Schutz untersucht werden. Das
fehlende Risikobewusstsein spiegelt sich auch im Arbeitsalltag der
Unternehmen wider: Verdächtige Mails werden zwar gelöscht und
Computer-Updates durchgeführt, regelmäßige Passwortänderungen nehmen
hingegen nur wenige vor, und 31 Prozent der Kleinbetriebe sparen sich
die Ausgaben für den Virenschutz.

Das Thema Cybersicherheit nimmt auf der Agenda der österreichischen
Ein-Personen- und Kleinunternehmen keinen vorrangigen Platz ein und
reiht sich weit hinter den Herausforderungen des täglichen Geschäfts
wie Kundenbindung oder Kostenfragen ein“, kommentiert Mag. Xaver
Wölfl, Chief Digital Officer der Allianz Gruppe in Österreich, die
Umfrageergebnisse. „Dabei ist laut Bundeskriminalamt allein im
vergangenen Jahr die Zahl der gemeldeten Cybercrime-Vergehen in
Österreich im Vergleich zum Vorjahr um 30,9 Prozent gestiegen. Hinzu
kommt noch eine erhebliche Dunkelziffer“, so Wölfl. Zudem sind mit
der Datenschutzgrundverordnung ab Mai 2018 Unternehmen jeder
Größenordnung mit vielen zusätzlichen Verpflichtungen und
Strafausmaßen in ganz neuen Dimensionen konfrontiert.

Wenig Vorsicht im Unternehmensalltag

Wirklich in den Alltagsbetrieb der heimischen Kleinunternehmen
eingegangen ist bis dato lediglich die Vorsicht beim Öffnen
verdächtiger E-Mails (95 Prozent), die Durchführung von
Computer-Updates (92 Prozent), die Nutzung von Spamfiltern (89
Prozent) und Firewalls (85 Prozent), wie die Umfrage zeigt. Tägliche
Datensicherung steht hingegen nur bei 56 Prozent der Betriebe auf dem
Programm.

Besonders bedenklich: Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen
gibt kein Geld für Virenschutzprogramme aus. Wenig konsequent agieren
die meisten auch in Sachen Passwort: Zwei Drittel verzichten auf
häufige Änderung der Passwörter, nur 63 Prozent kombinieren diese aus
Buchstaben und Ziffern, wie das von den Experten empfohlen wird.
Weitere Umfragedetails: Ein-Personen-Unternehmen fühlen sich generell
von Cyber-Risiken noch weniger betroffen als Firmen mit 1 bis 4
Mitarbeitern. Unterschiedlich ist das Bewusstsein für die Gefahren
aus dem Netz auch in den einzelnen Branchen. So halten in Tourismus
und Gastronomie nur 30 Prozent der Kleinunternehmen die
Cyberkriminalität für ein hohes Risiko, in Gewerbe und Handwerk 37
Prozent, im Dienstleistungsbereich hingegen 55 Prozent.

Trügerische Sicherheit beim Datenschutz

„In Sicherheit wiegen sich Österreichs Kleinunternehmen auch in
Sachen Datenschutz – ein gefährlicher Irrglaube“, betont Wölfl. 68
Prozent der befragten Unternehmer sind überzeugt, dass in ihrem
Betrieb Daten so gehandhabt werden, dass sie vor dem Zugriff durch
Dritte sicher sind. Besonders ausgeprägt ist dieses vermeintliche
Sicherheitsgefühl in Tourismus und Gastronomie sowie bei Consultern.
Angst habe man allenfalls vor Datenverlusten und den Kosten für deren
Wiederherstellung.

Nur jeder zehnte Kleinunternehmer fürchtet dementsprechend eine
Bestrafung wegen eines Verstoßes gegen die Datenschutzgesetzgebung.
Von der kommenden Datenschutzgrundverordnung, die Strafen bis zu 20
Millionen Euro vorsieht, haben 59 Prozent noch überhaupt nichts
gehört. Von den Übrigen meinen viele, dass sie das nichts anginge, so
die Allianz Umfrage. Von der Verordnung sind jedoch ausnahmslos alle
Firmen betroffen, die in irgendeiner Weise personenbezogene Daten
erfassen oder verarbeiten – vom Geburtsdatum bis zur Adresse, vom
Autokennzeichen bis zur Kontonummer. „Auch bei kleinen
Gewerbetreibenden, wo man das vielleicht auf den ersten Blick nicht
erwarten würde, ist Datenschutz wichtig“, erklärt Wölfl und gibt
Beispiele aus der Praxis: „Speichert der Schneider den Taillenumfang
seiner Kunden oder der Friseur die Häufigkeit der Kundenbesuche,
erlaubt das Rückschlüsse auf diese Personen.“

Schlechte Erfahrungen schärfen Bewusstsein für Cybersicherheit

Auf 17 Prozent der Kleinunternehmen, hochgerechnet rund 80.000
Betriebe, hat es bereits einen Cyberangriff gegeben, 6 Prozent der
befragten Unternehmen berichten sogar von mehreren Cyberattacken. Am
häufigsten erfolgten diese durch E-Mails mit „verseuchten“ Anhängen
(65 Prozent), bei rund einem Viertel durch Hacking, etwa eines
Passwortes. In 26 Prozent der Fälle wurden die Unternehmen mit einer
Zahlungsaufforderung konfrontiert, um ihre verschlüsselten Daten
wieder freizuschalten. Hat ein Unternehmen selbst schon Cyberattacken
erlebt, ändert sich dessen Einstellung üblicherweise deutlich, wie
die Umfrage zeigt: Von den bereits einmal betroffenen Firmen
beurteilen immerhin 75 Prozent den Schutz gegen Cybercrime als
wichtige Herausforderung.

IT-Sicherheit im Visier: Prävention als A und O

Den heimischen Ein-Personen-Unternehmen, Klein- und Mittelbetrieben
empfiehlt Allianz Experte Wölfl eine Schärfung ihres Bewusstseins für
die gefährliche Situation und ein höheres Maß an Eigeninitiative in
Richtung Prävention, und zwar durch das Aufsetzen von vorbeugenden
Prozessen: „Ein effizienter und regelmäßig aktualisierter
Virenschutz, die Nutzung von Sicherheitsfeatures und Firewalls,
häufiger Passwortwechsel oder auch ein sorgsamer Umgang mit Daten –
um nur einige zu nennen – müssen in jedem Betrieb rasch zur
Selbstverständlichkeit werden.“ Auch den Abschluss einer
entsprechenden Versicherung legt Wölfl nahe. Diese wird laut Umfrage
in Österreichs Kleinunternehmen derzeit aber nur in sehr geringem
Maße genutzt, lediglich 5 Prozent der Befragten geben an, eine solche
zu besitzen. Mit einem vierstufigen Produkt bietet die Allianz nun
erstmals für Firmenkunden eine Lösung im Bereich Cyber an. Diese
beinhaltet neben einer Computerschaden-Versicherung auch einen
technischen und kommunikationstechnischen Support im IT-Notfall,
Cyber-Schutz im Zusammenhang mit Datenschutz- oder
Vertraulichkeitsverletzungen sowie Cyberattacken und eine
Vertrauensschadenversicherung.

„Sorglosigkeit im Umgang mit dem Thema IT-Sicherheit kann künftig
mehr denn je zur existentiellen Bedrohung werden. Einerseits durch
die wachsende Professionalität der Cyber-Kriminalität, andererseits
durch die strengen Auflagen der Datenschutzgrundverordnung. Daten
sind heute für die meisten Unternehmen die wichtigste
Geschäftsgrundlage. Deren Schutz sollte für den Kleinunternehmer
genauso wie für große Konzerne eine Frage höchster Priorität sein“,
so Wölfl abschließend.

Downloads im Internet unter
https://www.allianz.at/ueber-allianz/media-newsroom/

Foto: Mag. Xaver Wölfl (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
Pressemeldung als PDF
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Die Umfrage wurde im Auftrag der Allianz vom Market-Institut im
Sommer 2017 durchgeführt. Telefonisch befragt wurden insgesamt 400
Ein-Personen-Unternehmen sowie Kleinunternehmen mit bis zu 4
Mitarbeitern in ganz Österreich. Die Befragung ist repräsentativ, die
Zusammensetzung der Stichprobe entspricht den Quoten-Merkmalen der
definierten Zielgruppe.

Bitte beachten Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
https://www.ots.at/redirect/allianz71

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