Journalistinnenkongress 7 - „Meintest du Datenjournalist?“, fragt Google

Das Berufsfeld Datenjournalismus erlebt eine Trendwende. Der berufliche Nachwuchs wird zunehmend weiblich.

Wien (OTS) - Datenjournalismus ist ein männlich dominiertes Feld. Männer gelten als technikaffiner, daher sind Datenjournalisten viel stärker in Redaktionen repräsentiert als ihre Kolleginnen. Am diesjährigen Journalistinnenkongress in Wien sieht die Schweizer Datenjournalistin Sylke Gruhnwald aber eine Wende: „Der weibliche Nachwuchs ist im Kommen. Es gibt ganz viele junge Praktikantinnen, die sich für Technik interessieren.“

Gibt man den Begriff „Datenjournalistin“ in eine Suchmaschine ein, kommt oft die Frage: „Meintest du Datenjournalist?“ Beim allgemeinen Suchbegriff „Datenjournalismus“ zeigen die Suchergebnisse nur allgemeine Beiträge wie Wikipedia-Artikel oder Beispiele für Datenjournalisten. Das spiegelt den Alltag in den Redaktionen wider. „In der Vergangenheit habe ich in Datenjournalismus-Teams gearbeitet, in denen nur zwei bis drei Frauen vertreten waren. Das lag nicht daran, dass ich keine Frauen wollte; es war für mich beinahe unmöglich Journalistinnen im deutschsprachigen Raum zu finden, die sich für Technik interessieren“, erzählt Gruhnwald.

Beim Datenjournalismus geht es ums Sammeln und Strukturieren von Informationen. In unserer digitalisierten Welt sitzen JournalistInnen auf riesigen Datenbergen, doch ist es teilweise sehr schwer, an Daten zu gelangen. Ohne Programmierkenntnisse kommt man oft nicht weiter. Herrschende Klischees, wie die Meinung, dass Männer kompetenter und erfahrener im Umgang mit Technik seien, stellen noch eine zusätzliche Hürde für Frauen dar.

Durch die Weiterentwicklung des Datenjournalismus und seiner technischen Tools werden Daten aber leichter zugänglich. So wird das Feld für angehende JournalistInnen, vor allem Frauen, zunehmend attraktiver. Das sieht Gruhnwald besonders positiv: „Ich hoffe, dass wir drei bis vier Frauen, die im deutschsprachigen Raum immer als Beispiel für Datenjournalistinnen genannt werden, von vielen jungen Journalistinnen abgelöst werden.“

Jessica Braunegger - YoungStar

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