• 07.11.2017, 12:50:13
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  • OTS0138

Neuer ORF-III-Dokuzweiteiler „Arisierung“ präsentiert

Intensive Aufarbeitung der Geschichte – TV-Premiere am 11. November als Teil eines „zeit.geschichte“-Themenabends

Utl.: Intensive Aufarbeitung der Geschichte – TV-Premiere am 11.
November als Teil eines „zeit.geschichte“-Themenabends =

Wien (OTS) - Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Jüdinnen
und Juden systematisch beraubt und enteignet. Ihr Vermögen, darunter
Geschäfte, Wohnungen und andere Besitztümer, wurde „arisiert“.
Unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 fanden
regelrechte Plünderungsaktionen durch die Nazis statt. Später leitete
die NS-Führung mit einer Reihe von Gesetzen „legale“ Maßnahmen für
die Enteignungen ein. Die neue, zweiteilige ORF-III-Produktion
„Arisierung“, mit den Dokumentationen „Der große Raubzug“ von Sabrina
Peer und Ernst Pohn sowie „Die verlorenen Jahre“ von Kurt Mayer,
bietet eine intensive Aufarbeitung der Geschichte der „Arisierung“.
Die je rund 45-minütigen Filme veranschaulichen das System, mit dem
die jüdische Bevölkerung unter Zwang aus der Wirtschaft verdrängt
wurde, sowie die existentiellen Konsequenzen für die Betroffenen.
Gestern, am Montag, dem 6. November 2017, luden ORF-Generaldirektor
Alexander Wrabetz und die Direktorin des Jüdischen Museums Wien Dr.
Danielle Spera zur Präsentation. Anlässlich des Jahrestags der
Novemberpogrome (9. November) haben beide Dokumentationen am Samstag,
dem 11. November, ab 20.15 Uhr im Rahmen der „zeit.geschichte“ ihre
TV-Premiere.

Der Einladung ins Jüdische Museum folgten zahlreiche Prominente aus
Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik, u. a. die Botschafterin des
Staates Israel, Talya Lador-Fresher, die Gesandte der Deutschen
Botschaft Michaela Späth, Stadtrat Michael Ludwig, BM a.D. und
Sozialbau Vorstandsvorsitzender Josef Ostermayer, Historiker Oliver
Rathkolb, die Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik
Österreich Hannah Lessing, der Generalsekretär des Zukunftsfonds,
Herwig Hösele, Zeitzeuge Hans Menasse, außerdem Filmmitwirkende wie
Teresa Marosi, Inhaberin einer Wiener Innenstadt-Apotheke, deren
Familie von der „Arisierung“ betroffen war, weiters – ebenfalls
Mitwirkende – Christiane Wenckheim, Aufsichtsratsvorsitzende der
Ottakringer Brauerei, außerdem die ORF-Publikumsratsvorsitzende Ilse
Brandner-Radinger, der ehemalige ORF-Generalintendant und
ORF-III-Kulturbeiratsvorsitzende Gerhard Weis, ORF-III-Kulturbeirat
und Art-for-Art-Direktor Josef Kirchberger sowie
ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Großes Anliegen, alle
relevanten zeitgeschichtlichen Themen intensiv aufzuarbeiten!“

„Die sogenannte ‚Arisierung‘ zu Zeiten des Nationalsozialismus stellt
ein dunkles Kapitel österreichischer Geschichte dar, das bis heute
noch nicht zur Gänze aufgearbeitet wurde“, sagt ORF-Generaldirektor
Dr. Alexander Wrabetz. „Restitutionsfälle von Kunstgegenständen
gelangen immer wieder an die Öffentlichkeit, doch die Ausmaße der
‚Arisierung‘ von jüdischem Besitz und deren Folgen für die
gesellschaftliche und wirtschaftliche Existenz der betroffenen
Menschen sind wenig bekannt. Damit befasst sich diese zweiteilige
ORF-III-Neuproduktion ausführlich. Einem großen Anliegen des ORF,
alle relevanten zeitgeschichtlichen Themen intensiv aufzuarbeiten,
medial im digitalen Gedächtnis zu verankern und so eine lebendige
Erinnerungskultur zu schaffen, wird auch mit dieser Produktion
beispielhaft Rechnung getragen“, so Wrabetz.

Dr. Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien: „Keine
Einladung zur Rückkehr in die Heimat, schleppende Rückstellungen“

Durch beide Dokumentarfilme führt die Direktorin des Jüdischen
Museums Wien, Dr. Danielle Spera. „Nach dem so genannten ‚Anschluss‘
Österreichs 1938 kam es neben der brutalen Verfolgung, Vertreibung
und schließlich Ermordung der Jüdinnen und Juden auch zu einem
Raubzug gigantischen Ausmaßes. Geschäfte, Wohnungen, Mobiliar, Autos
wurden enteignet und an willfährige Nationalsozialisten oder deren
Sympathisanten verteilt“, so Spera. Und: „Nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs wurden weder die vertriebenen Jüdinnen und Juden zur
Rückkehr in ihre Heimat eingeladen, noch deren Besitz zurückgegeben.
Erst schleppend liefen die Rückstellungen an und fielen meist sehr
ungünstig für die betroffenen Jüdinnen und Juden aus. Zahlreiche
Fälle ziehen sich bis in unsere Zeit, wie die Diskussion um Raubkunst
gezeigt hat. Die Dokumentation führt uns dieses lange verdrängte
Kapitel einprägsam vor Augen.“

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