• 07.11.2017, 10:51:01
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  • OTS0081

Gesundheit neu denken? Neue Modelle in der Gesundheitspolitik!

Gesundheitsgipfel der Ärztekammer am 4. Dezember 2014 in Wien – Über die Grenzen der Finanzierbarkeit und mögliche Alternativen

Utl.: Gesundheitsgipfel der Ärztekammer am 4. Dezember 2014 in Wien
– Über die Grenzen der Finanzierbarkeit und mögliche
Alternativen =

Wien (OTS) - Die Krankenkassen stecken in finanziellen
Schwierigkeiten, Prävention wird vernachlässigt. Hinzu kommen
dramatische Herausforderungen in der Pflege und im Umgang mit immer
dementeren, älteren Menschen. Diesen Thematiken ist der „Erste
Österreichische Gesundheitsgipfel der Ärztekammer für Wien“ gewidmet,
der – unter renommierter, internationaler Besetzung – am 4. Dezember
2017 in der Aula der Wissenschaften stattfinden wird. ****

Konkret geht es dabei um das Aufzeigen von Lösungen, um den
drohenden Kollaps im österreichischem Gesundheitssystem nachhaltig zu
verhindern. Denn schon derzeit ist ein massiver Ärztemangel spürbar,
die Ambulanzen in den großen Krankenhäusern sind heillos überlastet,
die allgemeinmedizinische Versorgung weist große Lücken auf und die
gefürchtete Zwei-Klassen-Medizin ist in vielen Bereichen der
Gesundheitsversorgung schon längst Realität.

Auftakt mit Dietrich Grönemeyer

Den emotional-engagierten Auftakt macht der bekannte deutsche
Allgemeinmediziner und „Aufklärer“ Dietrich Grönemeyer, der ein
flammendes Plädoyer für eine Rehumanisierung der Medizin sowie eine
Aufwertung des Allgemeinmediziners halten wird. Grönemeyer ist
vehementer Gegner einer Verengung und Spezialisierung und einer
allein technikgetriebenen Medizin.

Weitere Keynote-Speaker und Impulsreferenten sind der Präsident
des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher,
der sich mit alternativen Finanzierungs- und Organisationsmodellen im
Rahmen des Sozialstaates beschäftigen wird, und der Medizinethiker
Giovanni Maio, der sich für ein radikales Umdenken in der
Gesundheitspolitik ausspricht – integrierte Modelle, die vom
gesunden, und nicht vom kranken, Menschen ausgehen und Prävention,
Erstdiagnosen, medizinische Begleitung, Medikation und Kuration,
Rehabilitation sowie Pflege als Gesamtheit sehen. „Zur ärztlichen
Logik gehört ein ganzheitliches Denken, ein Wille, zunächst den
ganzen Menschen sehen zu wollen, bevor man als Arzt behandelt. Daher
sind die Ärzte selbst dazu aufgerufen, zu verdeutlichen, worin ihre
eigentliche Leistung besteht“, so der Mediziner und Ethiker.

„Fass ohne Boden oder schrankenloser Markt?“

Das erste Panel am Vormittag beschäftigt sich mit der Frage, ob
Sozialstaaten ihre Gesundheitssysteme überhaupt noch finanzieren
können.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird am österreichischen
Gesundheitssystem „herumgedoktert“, werden Zielvereinbarungen
abgeschlossen und Reformpapiere verabschiedet, sichtbar ohne Erfolg.
Das führt absurderweise zu explodierenden Kosten in der staatlichen
Gesundheitsversorgung und enorm steigenden Ausgaben für die private
Versorgung und Behandlung sowie zu einem Auseinanderdriften in eine
Mehr-Klassen-Medizin.

Diskutanten des ersten Panels sind Thomas Czypionka (Institut für
Höhere Studien Wien), Klaus-Dirk Henke (Institut für
Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht der Technischen
Universität Berlin), Josef Hilbert (Institut Arbeit und Technik,
Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum), Alexander Biach
(Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger) und
Michael Stolpe (Institut für Weltwirtschaft der Universität Kiel).

„Integrierte Gesundheitspolitik als Modell der Zukunft“

In Österreich wird nur jemand stationär behandelt, der
krankgeschrieben ist. Wer Prävention betreiben möchte, muss zahlen.
Die Sozialversicherungen zahlen nur bei Krankheit.

Die Frage ist also – meinen zumindest Experten, die skeptisch
sind: Kann man das derzeitige System noch reformieren, oder bleibt
alles Kosmetik? Müsste man nicht eher radikal zerschlagen und neu
strukturieren?

Teilnehmer des zweiten Panels am Vormittag sind Volker Amelung
(Bundesverband Managed Care e.V., Medizinische Hochschule Hannover),
Reinhard Krepler (Wiener Rotes Kreuz, ehemaliger Direktor des AKH
Wien), Matthias Beck (Universität Wien, Kaplan der Pfarre St. Josef
zu Margareten), Herwig Ostermann (Gesundheit Österreich GmbH) und
Martin Schenk-Mair (Diakonie Österreich).

Abschlussdiskussion „Gesundes Österreich?“

Unter Teilnahme des Präsidenten der Wiener und der
Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, wird abschließend
versucht, in einer gemeinsamen Diskussion Wege aufzuzeigen,
angesichts einer immer komplexer werdenden Gesellschaftsstruktur, der
anhaltenden Migration, der demografischen und soziodemografischen
Entwicklung, aber auch der Globalisierung und neuer Entwicklungen in
der Medizin selbst, ein neues Gesundheitsverständnis sowie
entsprechende Modelle zu evaluieren.

Diskutanten der Abschlussdiskussion sind wiederum Klaus-Dirk Henke
und Herwig Ostermann, die ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus den
vorangegangenen zwei Panels einbringen, der EU-Berater für
wirtschaftspolitische Koordinierung und Europäische Semester, Marc
Fähndrich, sowie die Leiterin der Gesundheitsabteilung der OECD,
Francesca Colombo. (hpp)

(S E R V I C E – Österreichischer Gesundheitsgipfel der
Ärztekammer für Wien, Montag, 4. Dezember 2017, von 9.00 bis 17.00
Uhr, Aula der Wissenschaften, 1010 Wien, Wollzeile 27 A; Anmeldung
zur Veranstaltung:
https://www.reglist24.com/oesterr_gesundheitsgipfel;
Presseakkreditierung: pressestelle@aekwien.at, Tel.: +43-1-515
01/1223 DW.)

Österreichischer Gesundheitsgipfel der Ärztekammer für Wien

 Die Krankenkassen stecken in finanziellen Schwierigkeiten,
 Prävention wird vernachlässigt. Hinzu kommen dramatische
 Herausforderungen in der Pflege und im Umgang mit immer dementeren,
 älteren Menschen.
 Diesen Thematiken ist der „Erste Österreichische Gesundheitsgipfel
 der Ärztekammer für Wien“ gewidmet, der – unter renommierter,
 internationaler Besetzung – am 4. Dezember 2017 in der Aula der
 Wissenschaften stattfinden wird.

 Datum:   4.12.2017, 09:00 - 17:00 Uhr
 Ort:     ÖAW Aula der Wissenschaften
          Wollzeile 27a, 1010 Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAW

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