- 03.11.2017, 13:47:22
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„kulturMontag“: Kunst als Gefahr, Tanz-Autobiografie einer Auschwitz-Überlebenden, neues Messner-Buch
Außerdem: neue „lesArt“-Ausgabe anlässlich der 10. BUCH WIEN
Utl.: Außerdem: neue „lesArt“-Ausgabe anlässlich der 10. BUCH WIEN =
Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am
6. November 2017 um 22.30 Uhr in ORF 2 befasst sich angesichts des
politischen Rechtsrucks in Europa u. a. mit der Freiheit von Kunst
kritischer Geister. Zu Wort kommt u. a. der ungarische Schriftsteller
Peter Nádas. Aus Ungarn stammt auch die 92-jährige
Auschwitz-Überlebende Éva Pusztai-Fahidi, deren überwältigende
getanzte Autobiografie „Strandflieder oder Die Euphorie des Seins“ –
seit zwei Jahren in Budapest ausverkauft – demnächst am Wiener
Volkstheater als Gastspiel zu sehen ist. „Wild oder Der letzte Trip
auf Erden“ heißt Reinhold Messners neues Buch über die berühmte
Shackleton-Expedition von 1914. Der „kulturMontag“ trifft den
Extrembergsteiger zum Interview. Anschließend an das Magazin, das
sich außerdem der Jubiläumsausgabe der Internationalen Buchmesse BUCH
WIEN widmet, steht eine neue Ausgabe des Literaturtalks „lesArt“
(23.25 Uhr) auf dem Programm.
Zwischen Über- und Unmenschlichem: Messners Roman über die
Shackleton-„Endurance“-Expedition
Bergsteigerlegende Reinhold Messner gilt als Experte fürs Extreme. In
seinem neuen dokumentarischen Roman „Wild oder Der letzte Trip auf
Erden“ widmet sich der Südtiroler der berühmten Shackleton-Expedition
durch die Antarktis, die fast im tödlichen Desaster geendet hätte. Im
August 1914 brach der englische Abenteurer Frank Wild gemeinsam mit
dem bedeutenden britischen Polarforscher Ernest Shackleton und
weiteren 26 Männern zu einer Antarktis-Durchquerung auf. Ihr Schiff,
die „Endurance“, wurde vom Packeis zerstört, drei Monate driftete die
Mannschaft auf einer Eisscholle nordwärts und rettete sich
schließlich auf eine Insel, auf der sie nie jemand finden würde.
Shackletons waghalsige Fahrt im offenen Boot von Elephant Island nach
Südgeorgien und die spektakuläre Rettung der Zurückgebliebenen unter
Führung von Frank Wild machten diese Expedition unsterblich. Clarissa
Stadler spricht mit Reinhold Messner über diese wahre Geschichte über
die Gefangenschaft und das Überleben im ewigen Eis.
Wie gefährlich ist die Kunst? Schriftsteller Peter Nádas über Ungarns
Rechtsruck
Ein neues Kapitel in der politischen Landschaft wird durch den
Rechtsruck in Europa aufgeschlagen. Ungarn unter Viktor Orbán oder
Jaroslaw Kaczynskis Polen beschneiden die Pressefreiheit und die
Unabhängigkeit der Gerichte, unterminieren die Grundsteine der
liberalen Demokratie. Erst vor kurzem erklärte Orbán
Ost-Mittel-Europa zur „migrantenfreien Zone“ und den
regierungskritischen ungarischen Theaterregisseur Árpád Schilling zum
Staatsfeind. Über die Freiheit der Kunst von kritischen Geistern,
über „Scheindemokratie“ und die Verteidigung liberaler und
demokratischer Werte sinniert der ungarische Schriftsteller Peter
Nádas, der zu den herausragenden europäischen Autoren der Gegenwart
zählt. Die Beschäftigung mit den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts
prägt sein Werk. Widerstand und Widerspruch spielen in seinem neuen
Roman „Aufleuchtende Details“ eine zentrale Rolle: das Porträt eines
Mannes, der zugunsten von Wahrheitsfindung und zum Zwecke der
Verteidigung des Humanen stets die Denk- und Empfindungsgrenzen des
Zeitgeists gesprengt hat.
Eine der letzten Überlebenden der Schoah: Éva Pusztai-Fahidis
Lebensgeschichte als Tanzperformance
Éva Pusztai-Fahidi hat 49 Familienangehörige im Holocaust verloren,
darunter ihre Schwester und ihre Mutter. Sie selbst hat Auschwitz
überlebt. Jahrzehntelang hat die heute 92-Jährige über die
traumatischen Ereignisse geschwiegen. Vor zwei Jahren hat sie sich
auf Anregung der Leiterin der Budapester Tanz-Kompanie in einer
Tanzperformance von der Last ihrer Erinnerungen befreit. In
„Strandflieder oder Die Euphorie des Seins“ begibt sich
Pusztai-Fahidi mit der sechzig Jahre jüngeren Tänzerin Emese Cuhorka
in einen Dialog, in dem sie Fragen beantwortet und stellt, von sich
erzählt, aber eben auch tanzt. Das überwältigende Stück ist am
Budapester Vígszínház-Theater seit fast zwei Jahren ausverkauft. In
Österreich ist es am Wiener Volkstheater an 9. November, am Tag des
Erinnerns an die „Reichspogromnacht“, zum ersten Mal zu sehen.
Neue „lesArt“-Ausgabe zur BUCH WIEN 17 mit Ingo Schulze und Ágnes
Heller (23.25 Uhr)
Der wohl wichtigste Buchevent Österreichs, die Internationale
Buchmesse samt Lesefestwoche BUCH WIEN, steht bevor und damit eine
neue Sendung des ORF-Literaturmagazins „lesArt“. Zu Gast bei
Christian Ankowitsch sind der bei Publikum wie Kritik beliebte und
angesehene deutsche Autor Ingo Schulze, der auch einer der Stargäste
des Eröffnungsabends der BUCH WIEN 17 am 8. November sein wird, sowie
eine der herausragendsten europäischen Intellektuellen der Gegenwart:
die ungarische Philosophin Ágnes Heller. Darüber hinaus steht eine
weitere Ausgabe der Reihe „Kleinverlage im Porträt“ – diesmal über
die Edition Anna Jeller – auf dem Programm.
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