Grüne Wien/El-Nagashi: "Dorotheum-Auktion menschlicher Ahnen- und Trophäenköpfe ist Grenzüberschreitung"

Kunsthandel braucht Geschichtsbewusstsein und zeitgemäße Sensibilität

Wien (OTS) - "Die Versteigerung menschlicher Ahnen- und Trophäenköpfe und so genannter Schrumpfköpfe im Rahmen dieser Auktion ist pietätlos und eine Grenzüberschreitung sondergleichen. Die Entfremdung ritueller Gegenstände und menschlicher Leichenteile zu folkloristischen Wertgegenständen ist skandalös.", so Faika El-Nagashi, Menschenrechtssprecherin der Grünen Wien, angesichts der für Dienstag Nachmittag im Dorotheum geplanten Versteigerung unter dem Titel „Tribal Arts“.

Die Auktion beinhaltet Objekte aus u.a. Nigeria, Benin, Borneo, Kongo, Kamerun, den Salomonen-Inseln, Peru, Neuguinea, Indien, Tibet und den Philippinen. Ihre Schätzwerte betragen durchschnittlich jeweils mehrere Tausend Euro. Sie stammen zum Großteil aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

"Bei der Auktion geht es um Schmuck, Waffen, Skulpturen, Grabbeigaben sowie menschliche Ahnen- und Trophäenköpfe. Sind Relikte indigener afrikanischer, lateinamerikanischer und asiatischer Völker. Sie gelangten als Beutekunst inmitten einer Geschichte von Versklavung, Unterwerfung, Ermordung und Ausrottung in den Besitz europäischer Kunstsammlungen und nun wird mit ihnen erneut Profit gemacht. Die Schätzwerte liegen bei mehreren Tausend Euro", so Faika El-Nagashi.

"Die hier gänzlich fehlende Kontextualisierung der Auktion zeugt von einer völligen Ignoranz gegenüber auch der österreichischen Rolle in der Kolonialgeschichte, insbesondere im Kolonialhandel. Die Fragen, die wir hier stellen sollten, lauten: Wer waren die eigentlichen BesitzerInnen? Wie ist der Erwerb zu Stande gekommen? Warum gibt es keine Rückgaben oder Rückzahlungen?", so El-Nagashi.

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