- 25.10.2017, 11:39:49
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Start des „Universum History“-Dreiteilers „Große Völker der Geschichte“
Teil 1: Die Karthager am 27. Oktober um 22.35 Uhr in ORF 2
Utl.: Teil 1: Die Karthager am 27. Oktober um 22.35 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - 1.000 Jahre beherrschen sie als Händler die antike Welt,
ihre größte Hinterlassenschaft ist die phönizische Schrift: die
Karthager. Sie stehen am Freitag, dem 27. Oktober 2017, um 22.35 Uhr
in ORF 2 im Mittelpunkt der ersten, von Sahar Eslah gestalteten Folge
der neuen, dreiteiligen „Universum History“-Serie „Große Völker der
Geschichte“. Die Folgen zwei und drei beleuchten am 3. bzw. 10.
November, was das heutige Europa den Germanen und Arabern zu
verdanken hat. Dokumentarische Aufnahmen, Spielszenen sowie
Interviews mit renommierten Wissenschafterinnen und Wissenschaftern
verdeutlichen die Lebenswelt dieser drei Völker, die die Geschichte
Europas maßgeblich mitgestaltet haben.
Die Karthager gelten als verschlagene Händler und grausame
Kindsmörder – zumindest wenn es nach den alten Römern und Griechen
geht. Doch Wissenschafter/innen haben mittlerweile herausgefunden:
Die Karthager waren viel besser als ihr Ruf. Die Geschichte der
Karthager beginnt vor rund 3.000 Jahren, als phönizische Siedler ihre
Mutterstädte im heutigen Libanon verlassen, um im Mittelmeerraum neue
Kolonien zu gründen. Sie entstehen an den Küsten Nordafrikas, auf
Sizilien, Sardinien, Korsika, den Balearen und im Süden Spaniens. Die
prächtigste und mächtigste aber wird Karthago im heutigen Tunesien.
Eine blühende Metropole mit einem Hafen, den damals die ganze Welt
bestaunt.
Dort bauen die Karthager wendige Kriegsschiffe und schnelle Segler,
die sie als Expeditionsschiffe einsetzen. Auf der Suche nach weiteren
Handelsplätzen und vor allem nach wertvollen Metallen gelangen sie
über die Grenzen der damals bekannten Welt hinaus: durch die Straße
von Gibraltar bis nach Westafrika und vielleicht sogar bis nach
England. Wo immer sie auftauchen, werden sie berühmt und berüchtigt –
einmal werden sie als kunstfertig gepriesen, dann wieder als
geldgierig beschimpft. Voller Neid schaut man auf die Kaufleute, die
„wie Fürsten auftreten“, wie es heißt. Auch sollen sie grausame
religiöse Rituale pflegen, ihre Erstgeborenen töten und an speziellen
Orten, den sogenannten „Tophets“, ihren Göttern opfern. Davon
berichten zumindest die Griechen und Römer. Lange hat man diesen
Darstellungen geglaubt. Auch weil Funde von Kinderknochen diese
Überlieferungen gestützt haben. Doch inzwischen betrachten Forscher
die antiken Texte sehr kritisch, denn die Karthager waren die größten
Rivalen im Mittelmeerraum und womöglich Opfer von Verleumdungen.
Heute tendiert man eher dazu, die „Tophets“ als Begräbnisorte für
totgeborene oder sehr früh verstorbene Kinder zu sehen.
1.000 Jahre beherrschen die Karthager als Händler die antike Welt.
Dann übernimmt der Erzfeind Rom die Macht und zerstört Karthago, das
Herz des phönizischen Kulturkreises. Doch die Samen dieses großen
Seefahrervolkes sind längst aufgegangen. Denn durch ihren
Fernhandelsverkehr haben sie die Länder rund ums Mittelmeer zu einem
Kulturraum geformt, in dem nicht nur Waren, sondern auch Ideen und
Know-how ausgetauscht werden. Sie gründen die ersten Städte auf
europäischem Boden. Sie liefern das nötige technische Wissen, um
Schiffe für weite Fahrten über die Meere zu konstruieren. Ein Wissen,
das sie zunächst an Griechen und Römer weitergeben – und das sich
dann in die ganze Welt verbreitet. Das Wichtigste jedoch, was von
ihnen bleibt, ist die phönizische Schrift, die in wenigen
Jahrhunderten die Welt erobert und Ursprung aller Alphabete ist.
Im Jahr 146 vor Christus machen die Römer die einst so mächtige
Metropole Karthago dem Erdboden gleich. Aber dennoch: Das Vermächtnis
der Karthager überdauert die Jahrtausende. Denn sie waren die Global
Player der Antike. Und die Römer konnten zwar Karthago in Schutt und
Asche legen, aber nicht die vielen Kolonien auf Sizilien, Sardinien
oder in Spanien. Sie leben weiter – und so geht an all diesen Orten
das Vermächtnis der Karthager in der mediterranen Welt auf.
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