Fit for Brain - Run

Laufen für einen guten Zweck

Wien (OTS) - Pressemitteilung anlässlich des Weltschlaganfall-Tages am 29. Oktober 2017  

Fit For Brain: Laufen für einen guten Zweck

Die Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft veranstaltet anlässlich des Weltschlaganfall-Tages am 29.10.2017 den ersten „Fit For Brain Run“: Lebensstil-Maßnahmen reduzieren das Schlaganfall-Risiko beträchtlich. Fünf Maßnahmen reduzieren das Risiko um ca. 80%: körperliche Aktivität >30 min/täglich, Nikotinkarenz, „mediterrane Diät“, optimales Gewicht (BMI <25kg/m2), Reduktion des Alkoholkonsum <15g/d. Die Bedeutung des Laufens in der Schlaganfallvorsorge zeigt auch die National Runners´ and Walkers´ Health Study (Williams 2009, Stroke). Der „Fit For Brain Run“ dient einem guten Zweck: Der Erlös wird der Schlaganfall-Selbsthilfe zu Gute kommen.   

http://www.oegsf.at/kongresse/fit-for-brain-run-2017/

https://www.facebook.com/events/113226422685718??ti=ia


Wirksame Behandlungen reduzieren die Behinderung nach Schlaganfall 

Der Anteil der Schlaganfall-PatientInnen, die wieder vollständig gesund werden, hat sich in den letzten 20 Jahren von 30% auf 70% mehr als verdoppelt. Diese Daten basieren auf Untersuchungen an Stroke Units in Deutschland und Österreich. In Tirol konnte gezeigt werden, dass diese eindrucksvollen Heilungsraten auch flächendeckend in einem ganzen Bundesland durch eine optimale Organisation von Schlaganfallbehandlung und Rehabilitation erreicht werden kann (Willeit et al. 2015; Lancet Neurology). Österreich konnte als eines der ersten Länder die endovaskuläre Schlaganfalltherapie (mittels Katheter) flächendeckend realisieren. Seit 01. April 2017 ist die 24 Stunden / 7 Tage – Versorgung gewährleistet. Für die mechanische Thrombektomie stehen in Österreich 9 Zentren zur Verfügung. 

Eine wichtige Aufgabe besteht nun darin, PatientInnen mit schweren Schlaganfällen infolge eines Verschlusses einer großen Hirnarterie rasch in diese Zentren zu bringen. Optimierungen des prähospitalen Managements sind erforderlich. Möglichkeiten hierfür werden derzeit in einem Arbeitskreis der Leitstellen, leitenden NotärztInnen,  der Rettungsorganisationen und der Schlaganfall-Gesellschaft besprochen.

Der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit dieser Technik erfolgte im Jänner 2015 und bereits im Jahr 2016 konnten Ergebnisse bei der Einführung der Methode in Österreich berichtet werden (Serles et al. 2016; European Journal Neurology).   

Stroke Unit Netzwerk in Österreich („Stroke Units in Austria: Incubators for Improved Health Outcomes“) 

Österreich hat nicht nur 39 Schlaganfall-Versorgungseinheiten (Stroke Units, SU), die flächendeckend in einer Art und Weise verteilt sind, dass nahezu jeder Österreicher / jede Österreicherin mit der Rettung innerhalb von 45 Minuten eine SU erreichen kann, auch wurde im Jahr 2002 ein nationales Schlaganfall-Register etabliert mit dem Ziel, die Qualität der Versorgung zu dokumentieren und zu verbessern. Mehr als 30 wissenschaftliche Arbeiten zu Fragen der Versorgungsforschung wurden in den hochrangigsten internationalen Zeitschriften publiziert. Aktuell wird in einer Studie untersucht, ob mit einfachen Maßnahmen (standardisierte Kontrolluntersuchung nach drei Monaten mit Erfassung von Komplikationen und bestmöglicher Einstellung von Risikofaktoren) das Risiko für weitere Schlaganfälle gesenkt und die Lebensqualität der PatientInnen nachhaltig verbessert werden kann. Es handelt sich weltweit um die größte derartige Studie. Ende 2018 ist mit Ergebnissen zu rechnen. 

In einem kürzlich erschienenen Buch „Health Systems Improvement Across the Globe: Success Stories from 60 Countries“ (Jeffrey Braithwaite, Russell Mannion, Yukihiro Matsuyama, Paul Shekelle, Stuart Whittaker, Samir Al-Adawi) wird das Stroke Unit Konzept in Österreich als ein richtungsweisendes Modell für eine Verbesserung der Schlaganfall-Versorgungsqualität gewürdigt („Stroke Units in Austria: Incubators for Improved Health Outcomes“).  

„Stroke in ICD-11: the end of a long exile“ (Lancet 2017; 389: 2373): Der Schlaganfall wird nun den Erkrankungen des Gehirns zugeordnet und nicht mehr den „kardio-vaskulären Erkrankungen“. Aufgrund der resultierenden Behinderung hat der Schlaganfall bei den „Non-Communicable Disorders (NCD)“ eine besondere Bedeutung. Die WHO hat alle Länder der Welt aufgefordert, nationale Maßnahmen zur Reduktion der NCD zu ergreifen.  

Fakten zum Schlaganfall 

  • Schlaganfall ist weltweit – nach den Infektionserkrankungen – die häufigste Todesursache, noch vor anderen Herz-Kreislauferkrankungen und onkologischen Erkrankungen.
  • Es ist die häufigste Ursache der Invalidität.
  • Ca. 1/3 aller Demenz-Erkrankungen sind auf zerebro-vaskuläre Erkrankungen zurückzuführen und zerebro-vaskuläre Erkrankungen spielen eine wesentliche Rolle für den Zeitpunkt der Manifestation und den Schweregrad bei Alzheimer-Demenz.
  • Schlaganfall ist häufiger als Herzinfarkt.
  • Infolge der Zunahme von Übergewicht, Bewegungsmangel und früh auftretendem Typ II Diabetes besteht eine Zunahme der Inzidenz von Schlaganfällen bei jüngeren Menschen.
  • Nähere Informationen unter: http://www.oegsf.at/

Mit besten Grüßen,

Univ.-Prof.Dr. S. Kiechl (Präsident der ÖGSF)

Univ.-Prof.Dr. W. Lang (Vorstandsmitglied der ÖGSF)

Prim. Univ. Prof. Dr.Dr. hc. mult. M.Brainin (Vorstandsmitglied der ÖGSF)

Rückfragen & Kontakt:

Für Rückfragen zum Fit for Brain Run steht Ihnen auch das neurologische Sekretariat im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien unter 01-211 21 3240 gerne zur Verfügung.

Der Link zu Homepage ist:
https://www.barmherzige-brueder.at/site/wien/home/article/37675.html

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Wir sind auch auf Facebook präsent. Der Link ist:
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