- 19.10.2017, 13:23:16
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Karl Markovics und Verena Altenberger erzählen in „Der Geldmacher“ das Wunder von Wörgl
Dreharbeiten zu ORF/BR-ARTE-Drama von Urs Egger
Utl.: Dreharbeiten zu ORF/BR-ARTE-Drama von Urs Egger =
Wien (OTS) - Das Wunder von Wörgl: Mit viel Mut und Engagement
gelingt es Michael Unterguggenberger, dem Bürgermeister von Wörgl,
mitten in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre die Tiroler
Gemeinde mit dem sogenannten Schwundgeld zu Vollbeschäftigung und
Wohlstand zu führen. Doch für manche wird er genau damit zur großen
Bedrohung. Als „Der Geldmacher“ steht Karl Markovics seit Dienstag
Ende September vor der Kamera und erzählt im gleichnamigen
historischen ORF/BR/ARTE-Drama die packende und wahre Geschichte. An
seiner Seite spielen u. a. Verena Altenberger, die ab 20. Oktober,
jeweils freitags, um 23.00 Uhr in ORF eins in der Serie „Magda macht
das schon!“ zu sehen ist, Aaron Friesz, Lisa Marie Trojer, Gerhard
Liebmann, Harald Windisch und Andreas Lust (steht derzeit auch für
„Schnell ermittelt“ vor der Kamera). Für Regie zeichnet Urs Egger
(„Gotthard“) nach einem Drehbuch von Thomas Reider verantwortlich.
Die die Dreharbeiten in Bayern, Tirol, Südtirol, Wien und
Niederösterreich dauern bis Ende Oktober. Zu sehen ist „Der
Geldmacher“ voraussichtlich 2018 in ORF 2. Im Rahmen eines Setbesuchs
am Mittwoch, dem 18. Oktober, in Inzing in Tirol sprachen der
Regisseur und die Hauptdarsteller über die aktuellen Dreharbeiten und
die einzigartige Geschichte.
Karl Markovics: „Das würde mit gewissen Adaptionen auch heute
funktionieren können.“
„Es kommt immer darauf an, was erzählt uns eine Geschichte heute –
mir als Individuum, uns als Gesellschaft. Wenn es etwas zu erzählen
gibt, ist es zweitrangig für mich, ob das jetzt ein historischer
Stoff ist oder ein Gegenwärtiger“, sagt Karl Markovics und erklärt,
warum genau diese Geschichte so spannend und aktuell zugleich ist:
„Dass man die kapitalistische Marktwirtschaft als etwas Gegebenes
hinnimmt, dass man das Zinssystem als etwas Gegebenes hinnimmt, dass
man die Börsenspekulationen, die perversen Derivatgeschäfte, die
heute ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben, als gegeben
hinnimmt – weil es angeblich kein anderes Modell gibt, das die
menschliche Zivilisation widerspiegelt – stimmt nicht. Siehe dieses
Alternativwirtschaftsmodell aus 1932, das von Michael
Unterguggenberger in die Tat umgesetzt wurde und bewiesenermaßen
funktioniert hat. Das ist schon unglaublich spannend und das würde
mit gewissen Adaptionen auch heute funktionieren können.“
Urs Egger: „Mich hat an diesem Projekt vor allem die Figur
Unterguggenberger interessiert.“
Über Michael Unterguggenberger sagt Markovics: „Der Bürgermeister hat
sehr viel geschafft. Er hat es geschafft, dass die Leute im Ort
binnen kürzester Zeit wieder Arbeit haben, wieder einen Glauben an
die Zukunft haben, wieder investieren, dass Nachbargemeinden sich
anschließen, der französische Premierminister nach Wörgl kommt und
dass die New York Times über dieses Wirtschaftsmodell berichtet. Ich
weiß nicht, wie viele Politiker der jüngeren Vergangenheit so eine
Breitenwirkung vorweisen könnten.“ Genau diese Figur war auch der
ausschlaggebende Grund für Regisseur Urs Egger: „Mich hat an diesem
Projekt vor allem die Figur Unterguggenberger interessiert. Der sagt
‚Nein, es gibt immer eine Alternative, wir müssen es versuchen‘. Das
ist ein Bürger, dem richtig das Gemeinwohl am Herzen liegt und der
was macht und versucht, und das finde ich so toll an dem Stoff.“ Und
weiter: „Es war nicht einfach, den Stoff unterzubringen. Es war ein
langer Weg, bis wir diesen Film drehen konnten, weil historische
Filme halt auch immer teurer sind als gegenwärtige Filme. Aber wir
haben es geschafft, freuen uns und haben mit Karl Markovics, Verena
Altenberger und Gerhard Liebmann eine ganz wunderbare Besetzung.“
Verena Altenberger: „Das ist einfach eine tolle und starke
Frauenrolle
Verena Altenberger über ihre Rolle: „Ich spiele die Frau vom
Bürgermeister. Und ich hab das Drehbuch gelesen und das ist einfach
eine wahnsinnig starke Frau, die in den 1930er Jahren totale
Powerfrauenarbeit geleistet hat. An der Seite ihres Mannes war sie
eine Unterstützung, aber auch eine Mitinitiatorin von dem ganzen
Projekt – und das ist einfach eine tolle und starke Frauenrolle.“
Über den Stoff sagt sie: „Jeder weiß, das ist gerade eine wertvolle
und tolle Geschichte, die wir da erzählen und jeder hat Lust, diese
Geschichte zu erzählen. Es sind so viele feine Kollegen da – ich
bekomme an diesem Set sehr viel geschenkt – das ist toll.“ Und weiter
über die Vorbereitung: „Ich hab mich natürlich vorbereitet und hab
auch tirolerisch gelernt. Das macht mir total Spaß und es ist so
schön hier. Es ist toll, durch diese Orte zu gehen. Wir haben sehr
viel in Hall gedreht und zu sehen, wie dieser Ort sich verändert –
man hat so ein bisserl das Gefühl, der Zirkus ist in der Stadt und
man ist Teil des Zirkus und es macht irrsinnig Spaß.“
Und auch Karl Markovics genießt den Dreh in Tirol – vor allem in den
verdienten Drehpausen: „Ich war jede freie Minute wandern und das hab
ich unglaublich genossen und ich denke, dass ich deswegen auch beim
Dreh um einiges entspannter bin. Weil man kommt dann wieder gelöster
und durchflutet von Bergluft und Sauerstoff und von Herbstlicht zum
Dreh.“
Mehr zum Inhalt
Der kränkliche Lokführer Michael Unterguggenberger (Karl Markovics)
wird im Jahr 1932 per Los zum Bürgermeister der Tiroler Gemeinde
Wörgl bestimmt – auch weil sonst niemand das Amt übernehmen will. Wie
so viele Gemeinden steht Wörgl vor dem Bankrott. Die Politik weiß
längst keinen Ausweg aus der Krise mehr. Sparen, lautet das Rezept,
das die Krise aber immer weiter vertieft. Arbeitslosigkeit greift um
sich – und mit der Arbeitslosigkeit auch der Faschismus. Mit
Unterstützung seiner Frau Rosa (Verena Altenberger) beschließt
Unterguggenberger aber, die ihm zugedachte Rolle als Lückenbüßer
abzulegen und etwas ganz Neues zu versuchen.
Der belesene und rhetorisch gewandte Unterguggenberger kennt die
Werke des Ökonomen Silvio Gesell und beschließt, in seiner Gemeinde
das sogenannte Schwundgeld einzuführen, das an Wert verliert, wenn
man es nicht ausgibt. Mitten in der Weltwirtschaftskrise erklärt er
den strengen Sparkurs der bankrotten Gemeinde für beendet, will
Brücken bauen, Straßen reparieren und die örtliche Zellulosefabrik
wiedereröffnen. Und zwar mit jenem Geld, das sich von den
herkömmlichen Banknoten in zwei Merkmalen unterscheidet: Die Wörgler
drucken es selbst. Und damit es gültig bleibt, muss jeden Monat eine
Wertmarke auf den Schein geklebt werden. Nach starkem anfänglichem
Gegenwind findet Unterguggenberger politische Unterstützung für sein
riskantes Vorhaben. Tatsächlich kehrt mit der Arbeit die Hoffnung
nach Wörgl zurück, und mit der Hoffnung kommt auch der Aufschwung.
Doch das Experiment ruft schließlich auch mächtige und übermächtige
Gegner auf den Plan.
„Der Geldmacher“ ist eine Koproduktion von epo-film Wien, Film-Line
München und FreibeuterFilm Wien mit dem ORF, dem Bayerischen
Rundfunk, ARTE, SRF Schweiz und Rai Bozen, gefördert von Fernsehfonds
Austria, FFF Bayern, Cine Tirol, dem Land Niederösterreich und
Creative Europe Media.
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