Neue Umfrage: Gen Y beurteilt ihren Lebensstil kritisch

Neun von zehn Jugendlichen leben eigenen Angaben zufolge eher ungesund und zeigen sich hinsichtlich gesundheitsfördernder Maßnahmen kaum motiviert.

Wien (OTS) - Die Generation Y, also die Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen, gilt als gut ausgebildet, technologieaffin, schätzt Freiräume und Work-Life-Balance mehr als Status, Prestige und Besitz. Aber wie tickt sie in Gesundheitsfragen? Stellt die junge Generation für das Gesundheitswesen eine Herausforderung dar, auf die es sich einstellen muss? Eine Umfrage des Integral Markt- und Meinungsforschungsinstitutes unter 500 jungen Menschen gibt Antworten auf diese Fragen. Die Experten des Janssen Forums formulieren vier Denkanstöße, die evident gewordene Mängel adressieren.  

Ungesunder Lebensstil

Knapp zwei Drittel der Generation Y stufen ihr theoretisches Wissen über eine gesunde Lebensweise als relativ gut ein. Ihren persönlichen Lebensstil allerdings sieht die junge Generation eher kritisch. Nur jeder Zehnte beurteilt ihn als gesund und nur knapp jeder Vierte (24 Prozent) nimmt an der jährlichen Vorsorgeuntersuchung teil. Vor allem betreibt die Gen Y eigenen Angaben zufolge überraschend wenig Sport. Nicht einmal jeder Zweite gibt an, sich zumindest 1,5 Stunden pro Woche sportlich zu betätigen.

Quantify yourself: wenig Sport, aber mit Tracker

Obwohl Sport nicht zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Gen Y zählt, sind Geräte oder Apps zur Selbstmessung bei den 16- bis 29-Jährigen beliebt - werden aber längst nicht von allen verwendet: Knapp sechs von zehn Personen (57 Prozent) haben in den letzten zwölf Monaten zumindest eine App oder ein Gadget zum Fitness- oder Gesundheitsmonitoring genutzt. Fitness-Apps sind dabei am beliebtesten (47 Prozent). Gesundheits-Apps (18 Prozent) und Fitness-Tracker Armbänder folgen mit klarem Abstand (16 Prozent). Knapp jeder Achte (13 Prozent) hat eine Smartwatch verwendet.

Zurückhaltung bei Social Media

Bei Social Media zeigen sich die 16- bis 29-Jährigen auffallend zurückhaltend. Rund zwei Fünftel (44 Prozent) haben in den letzten zwölf Monaten Social Media Angebote im Zusammenhang mit gesundheitlichen Themen oder Fragen genutzt. Hier ist es aber vor allem die passive Nutzung – also das Lesen – von Social Media Einträgen, Foren oder Blogs (39 Prozent). Die aktive Nutzung fällt deutlich geringer aus: Nicht einmal jeder Siebente (15 Prozent) hat im letzten Jahr einen Arzt oder eine medizinische Einrichtung im Internet bewertet. Noch geringer ist die Teilnahmerate bei Diskussionsrunden oder Gesundheitsforen (elf Prozent). „Wichtige Informationsquellen stellen für Jugendliche interessanterweise behördliche und unabhängige Websites dar“, stellt Doz. (PD) Dr. Andreas Klein fest.

Von Ärzten wünscht man sich Soft Skills

Ansprechperson Nummer eins in Gesundheitsfragen bleibt der Arzt. Von ihm wünschen sich die 16- bis 29-Jährigen vor allem Soft Skills. Am größten ist der Wunsch, dass sich der Arzt ausreichend Zeit für sie nimmt (90 Prozent unverzichtbar oder wünschenswert), ihnen zuhört (88 Prozent), ausführlich erklärt (85 Prozent) und mit ihnen auf Augenhöhe kommuniziert (84 Prozent). Beim Arztgespräch bringt sich die Mehrheit aktiv ein. So kommen zwei von drei mit selbst recherchierten Informationen in die Praxis. „Allerdings neigen Menschen mit niedrigem Bildungsstand bei Arztgesprächen eher zu passivem Verhalten“, unterstreicht Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek.

Vier Denkanstöße des Janssen Forums

Um die Bedürfnisse der jungen Patientengruppe zu adressieren, haben Experten des Janssen Forums vier Denkanstöße formuliert: (1) Die Schule muss bei der Förderung der Gesundheitskompetenz einspringen; (2) Psychische Gesundheit muss bereits bei den zehn- bis 14-Jährigen adressiert werden; (3) Junge Patienten müssen in der richtigen Sprache und über Peers angesprochen sowie in die Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationsstrategien und -maßnahmen im Gesundheitswesen eingebunden werden; (4) Allgemeinmediziner müssen kompetenter und glaubwürdiger Partner bleiben. „In der Diskussion wurde evident, dass die junge Patientengruppe weitgehend ähnliche, in bestimmten Bereichen aber doch unterschiedliche Bedürfnisse hat. Wir möchten mit den aufgezeigten Punkten Denkanstöße für Entscheidungsträger liefern“, so Dr. Wolfgang Tüchler. 

Über das Janssen Forum

Das Janssen Forum wurde 2012 gegründet. Es versteht sich als Netzwerk engagierter Experten aus dem österreichischen Gesundheitswesen und will Impulse zur stärkeren Zusammenarbeit rund um die Bedürfnisse der Patienten geben. Dabei geht es um Bereiche, die über die arzneimittelgestützte Therapie hinausgehen. Mit Umfragen und Studien liefert das Janssen Forum Grundlagen für die öffentliche Diskussion.

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