Starke Frauenstimmen ausgezeichnet: Lebenswerk-Preis geht an Elfriede Hammerl, Käthe Leichter-Staatspreis an Helene Maimann

Lebenswerkpreis, Käthe Leichter-Staatspreis und fünf Käthe Leichter-Preise verliehen

Wien (OTS) - Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner hat gestern den Lebenswerkpreis und den Käthe Leichter-Staatspreis verliehen. Auch Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, Sozialministerium (BMASK), Wissenschaftsministerium (BMWFW), Arbeiterkammer und die Österreichische Nationalbank haben mit jeweils einem Käthe Leichter-Preis Leistungen in den Bereichen Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung gewürdigt. „Sie alle leisten auf unterschiedliche Weise und in ihren jeweiligen Bereichen wesentliche Beiträge am Weg zur Gleichstellung“, gratulierte Rendi-Wagner den Preisträgerinnen, „mit jeder von Ihnen wird Käthe Leichters Streben nach Veränderung und Gerechtigkeit in der Gesellschaft weiter getragen.“

Der Lebenswerkpreis, der heuer zum achten Mal vergeben wird, erging an Elfriede Hammerl, die Laudatio hielt Stadträtin Sandra Frauenberger. Die langjährige Kolumnistin für Kurier, Stern, Profil, Vogue oder Cosmopolitan schreibt bereits seit den 1970er Jahren als starke Frauenstimme feministische Kolumnen und kämpft pointiert, wortgewandt und unermüdlich gegen Rollenklischees und die Benachteiligung der Frauen in Gesellschaft und Berufsleben an. Der Lebenswerkpreis wurde 2010 durch die damalige Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ins Leben gerufen und würdigt herausragende Lebenswerke von Personen, die sich für die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen und in ihrem Wirkungsbereich Bedeutendes geleistet haben.

Den Käthe Leichter-Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt, der mit 5.000 Euro dotiert wird, verlieh das BMGF an Helene Maimann. Die Historikerin Maimann hat als Wissenschaftlerin und Dokumentationsfilmerin viel zur Sichtbarmachung großer Frauenpersönlichkeiten – wie auch Käthe Leichters – beigetragen. Sie entwickelte in Österreich das Berufsfeld der Applied History, der Angewandten Geschichte, für alle Medien.

Die diesjährigen Preisträgerinnen der Käthe Leichter-Preise sind die Historikerin Heidi Niederkofler (Preisträgerin des Bildungsministeriums), die Ökonomin Käthe Knittler (Preisträgerin des BMWFW), Tamara Geisberger (Preisträgerin des BMASK), Elisabeth Greif (Preisträgerin der ÖNB) und Nikita Dhawan (Preisträgerin der AK). Die Auswahl der Preisträgerinnen erfolgte durch eine unabhängige Jury. Die Käthe Leichter-Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert.

Die Sozioökonomin Käthe Leichter baute in der Arbeiterkammer 1925 das Referat für Frauenarbeit auf und erstellte umfassende Studien über die Frauenarbeit in Österreich. Die Ergebnisse wurden in verschiedenen Werken,  wie etwa „ Frauenarbeit und Arbeiterinnenschutz in Österreich“ oder „So leben wir“ veröffentlicht. Sie gelten bis heute als Standardwerke der Frauenbeschäftigung in der Zwischenkriegszeit. Während des 2. Weltkriegs deportierten die Nationalsozialisten Leichter in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, wo sie 1942 mit weiteren 1.500 Frauen ermordet wurde. Ihre Ermordung liegt heuer 75 Jahre zurück.

Mit der Preisverleihung werden Leistungen von Frauen gewürdigt, die – in der Tradition der Patin des Preises, Käthe Leichters – für ein Ende der Diskriminierungen von Frauen im Berufsleben, in der Wirtschaftswelt oder in der historischen Analyse einstehen. Seit 1991 wurden bereits über 100 Preisträgerinnen mit den Käthe Leichter-Preisen, die Frauenministerin Johanna Dohnal ins Leben gerufen hat, ausgezeichnet. (Schluss)

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