- 10.10.2017, 15:03:37
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Der „Salzburger Stier 2018“ geht an die Science Busters
Wien (OTS) - Die Gewinner des „Salzburger Stier 2018“ stehen fest:
Die österreichischen Preisträger sind die Science Busters mit ihrem
Wissenschaftskabarett, für Deutschland wird das Musik-Duo Pigor &
Eichhorn ausgezeichnet und für die Schweiz der Satiriker und Meister
im Poetry Slam, Christoph Simon. Der renommierte Radio-Preis für
deutschsprachiges Kabarett ist mit je 6000 Euro dotiert und wird beim
Kabarettforum „Salzburger Stier“, das von 4. bis 5. Mai 2018 im
deutschen Halle an der Saale stattfindet, überreicht. Gastgeber ist
der MDR.
Der „Salzburger Stier 2018“ für Österreich geht an die Science
Busters, die mit ihren Programmen neue Maßstäbe für das
Wissenschaftskabarett gesetzt haben und damit auch regelmäßig auf ORF
eins zu sehen sind. Wie man Photonen betrunken macht, physikalisch
richtig Nüsse knackt und wo im Universum die beste Supererde zu
finden ist – die Science Busters wissen es. Immerhin verstehen sie
sich universumweit als die erste Adresse für alle Fragen, die seit
der Erdentstehung vor 4,5 Milliarden Jahren noch offen sind. Und: die
Science Busters führen auf spektakuläre Weise zusammen, was für lange
Zeit und zu Unrecht getrennt war: Humor und Fakten, Wissenschaft und
Satire. Das Wissenschaftskabarett wurde 2007 von den beiden Physikern
Heinz Oberhummer und Werner Gruber und dem Kabarettisten Martin
Puntigam gegründet, um Wissenschaft für alle auf möglichst höchstem
performativem, wissenschaftlichem und humoristischem Niveau zu
bieten. Nach dem Tod von Heinz Oberhummer im November 2015 hat sich
die Science Busters-Familie neu formiert, ist größer geworden und
tritt in wechselnder Besetzung auf. Das Stammteam bilden der Astronom
und Science Blogger Florian Freistetter, der Mikrobiologe und
Professor für Wissenschaftskommunikation an der
Karl-Franzens-Universität Graz Helmut Jungwirth und Martin Puntigam,
der Master of Ceremony. Puntigam ist seit 1989 als Kabarettist höchst
aktiv: Zwölf Soloprogramme, 35 Projekte mit den Science Busters und
20 Jahre Radiosatire in unterschiedlichen Formaten liegen bereits
hinter ihm. Die launige, unverbindliche Pointe steht nicht auf seinem
Spielplan. Martin Puntigams Satire trifft dort, wo es sich sein
Publikum zu gemütlich eingerichtet hat. Im Team der Science Busters
sorgt er für die aufklärerische Note und dafür, dass die
Wissenschafterinnen und Wissenschafter auf der Bühne nicht in
unverständlichen Fachjargon abgleiten. Als erster Kabarettist wurde
er unlängst mit dem „Inge Morath-Preis für Wissenschaftspublizistik“
ausgezeichnet. Die Beschäftigung mit der Wissenschaft hat sich für
ihn gelohnt, denn seit 2016 ist der Medizin-Studienabbrecher
Universitäts-Lektor an der Universität Graz. Komplettiert wird das
Science Busters Team mit Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher,
Chemiker Peter Weinberger, Molekularbiologe Martin Moder sowie
Kabarettist Günther Paal alias Gunkl. In verschiedenen Programmen und
in wechselnden Besetzungen stehen sie seither neben Martin Puntigam
auf der Bühne, immer unter dem Motto „Wissenschaft für alle.
Farbenfroh, lehrreich und unterhaltsam!“.
Dass Spitzenkabarettist/innen ihre eigene Sprache und Form
entwickeln, gehört zum Showgeschäft dazu, dass sie gleich ein eigenes
Genre erfinden, bleibt eher die Ausnahme. Das Musik-Duo Pigor &
Eichhorn – also Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn – sind eine
Ausnahmeerscheinung in der Kabarettlandschaft und ihr eigenes Medium
ist der „Salon-HipHop“. Dahinter verbirgt sich ein deutsches „Chanson
à texte“, das die elegante, kantige oder nach Bedarf brachiale
Wortsatire zu immer neuen Höhen führt. Ihre Satire ist stets aktuell
und meidet weder gesellschaftliche noch politische, weder profane
noch vermeintlich sakrale Themen, die aber in einer Weise
durchdekliniert werden, wie es nur Pigor & Eichhorn in Punkto Inhalt,
Durchdringung, Vertiefung, Überraschung, Drehung und Wortwitz
gelingt. Musikalisch zwängen sich Pigor & Eichhorn für ihre Kunst nie
ins „kleine Schwarze“, sondern wählen eine spannende Kombination aus
quietschbunten Hemden, Chapeau Claque und Cowboyboots.
Dementsprechend finden sich Pop, Jazz, Schlager und Mitsing-Hymne im
Repertoire, genauso wie Bänkelsang und Ernst-Busch-Gedächtnis-Lied,
wenn Thomas Pigor dem Publikum seine stakkatoartigen, höchst
kunstvollen Textungetüme um die Ohren haut und Benedikt Eichhorn auf,
am und unter dem Klavier begleitet. Dazwischen beharken sich beide
auf derart schräge und atemlos intelligente Weise, dass das
Zwerchfell kaum hinterherkommt. Da Pigor & Eichhorn dieses
außergewöhnliche Niveau seit über 20 Jahren nicht nur halten, sondern
stets zu neuer Blüte bringen, sind sie die deutschen Preisträger des
„Salzburger Stieres 2018“.
Für die Schweiz geht der „Salzburger Stier 2018“ an den Satiriker
und Poetry Slammer Christoph Simon, geboren 1972 im schweizerischen
Langnau im Emmental. Bevor ihn das Schreiben und Reisen in Besitz
nahm, besuchte er in Bern die Swiss Jazz School. Seither steckt die
Welt in seinen Figuren und die Musik in seinen Sätzen. Christoph
Simon wurde 2014 und 2015 gleich zweimal in Folge Schweizer Meister
im Poetry Slam. Seit 2015 entdeckt er die Bühne auch als erzählender
Satiriker und Kabarettist. Er gewann 2015 die „Sprungfeder“ der
Oltner Kabarett-Tage, ab 2018 tourt er mit seinem dritten
Solo-Programm „Der Richtige für fast alles“ durch die Schweiz und
durch Deutschland. Simons Bühnentexte tauchen tief ein in den Alltag
von Studenten-WGs, in beispielhafte Eheszenen und allzu menschliche
Freundeskreise. Mittlerweile ein Markenzeichen geworden ist auch
Simons leise Zurückhaltung auf der Bühne, zumal Selbstentlarvungen
und Sticheleien gegen Konventionen dadurch umso kräftiger nachwirken.
Wie erstklassig das Schreibhandwerk dieses Gesellschaftskenners ist,
erfährt man nicht zuletzt bei der Lektüre seiner mittlerweile fünf
Romane, seiner Kinderbücher und Gedichte.
Der „Salzburger Stier“ ist mit jeweils 6000 Euro dotiert und wird
seit 1982 jedes Jahr an Kabarettistinnen und Kabarettisten aus
Österreich, Deutschland und der Schweiz verliehen – 2018 bereits zum
37. Mal. Er ist nicht nur einer der begehrtesten Kabarettpreise,
sondern auch die größte Radio-Koproduktion im Bereich Unterhaltung.
Nicht weniger als elf Radiostationen arbeiten für den „Salzburger
Stier“ eng zusammen: ORF, SRF, sieben ARD-Sender, Deutschlandfunk
sowie die RAI Südtirol.
Zum Auftakt des „Salzburger Stier 2018“ präsentiert die deutsche
Kabarettistin Simone Solga am 4. Mai im Steintorvarieté in Halle an
der Saale ihr neues Programm „Das gibt Ärger“. Die Preisverleihung
findet am Samstag, den 5. Mai 2018 statt. An diesem Abend unterhalten
die „Stier“-Preisträger mit Auszügen aus ihren aktuellen Programmen.
Ö1 überträgt am 4. Mai live in „Kabarett direkt“ ab 20.00 Uhr. Beide
Abende sind via Video-Live-Stream auf http://www.salzburgerstier.org
zu sehen. Ausführliche Porträts der Ausgezeichneten sind im
Ö1-Kleinkunstmagazin „Contra“ (sonntags, 19.05 Uhr) zu hören: die
Science Busters am 13. Mai, Pigor & Eichhorn am 20. Mai und Christoph
Simon am 27. Mai.
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