Studie: Vier von zehn Österreichern leiden unter starken Schmerzen

Eine Mega-Studie unter 15.000 Österreichern zeigt die weite Verbreitung von Schmerzen in der Bevölkerung auf und erklärt Zusammenhänge mit sozialen und psychologischen Faktoren

Wien (OTS) - Eine aktuelle Erhebung über Schmerzen in der Bevölkerung – die größte ihrer Art, die derzeit vorliegt - zeigt, dass 39 Prozent aller Österreicher im Zeitraum eines Jahres mindestens einmal unter starken Schmerzen in zumindest einer Körperregion leiden; 64 Prozent von ihnen sogar unter chronischen Beeinträchtigungen.

Für die wissenschaftliche Untersuchung wurden 15.474 Österreicher über 14 Jahren interviewt. Die Autoren sind Forscher aus dem Orthopädischen Spital Speising und der Medizinischen Universität Wien. Die Arbeit wurde kürzlich in der „Wiener Klinischen Wochenschrift“ (WienKlin Wochenschr # 11-12/2017) veröffentlicht. Die Ergebnisse werden auch unter www.youtube.com/spitalspeising in einem Video dargestellt.

Frauen deutlich häufiger betroffen

Mag. Julia Hahne, eine der Autorinnen aus dem Orthopädischen Spital Speising, erläutert: „Während Schmerzzustände in der Bevölkerung generell weit verbreitet sind, geben Frauen eine deutlich höhere Schmerzhäufigkeit an: 41,5 Prozent der weiblichen Bevölkerung berichten über starke Schmerzen; das sind sechs Prozent mehr als der männliche Bevölkerungsteil.“ Dies gilt übrigens auch für chronische (das sind mindestens drei Monate andauernde) Schmerzen – auch diese kommen unter Frauen öfter vor.

Ebenso gehen laut Studie ein geringerer Bildungsgrad sowie Arbeitslosigkeit mit höheren Schmerz-Raten einher.

Neben dem Geschlecht spielen jedoch auch soziale Faktoren eine Rolle, wie Dr. Florian Wepner, Oberarzt am Orthopädischen Spital Speising, unterstreicht: „Über mehr Schmerzepisoden berichten beispielsweise ältere Personen. Die Studie zeigt zudem, dass psychologische Faktoren wie Angstzustände und Depressionen mit mehr Schmerz-Chronifizierung korrelieren.

Die demografischen Daten bringen interessanter Weise zu Tage, dass Personen aus östlichen EU-Ländern oder der Türkei ein erhöhtes Chronifizierungsrisiko aufweisen. Wepner: „Dieser Umstand wird zusammen mit den psychologischen Faktoren in der Gesundheitsversorgung sicher noch zu wenig berücksichtigt.“

Kreuzschmerz ist Nummer eins

Jene Körperregion, die am häufigsten von Schmerzen betroffen ist, ist der untere Rückenbereich. Hier fallen die typischen „Kreuzschmerzen“ hinein. An zweiter Stelle rangieren die großen Gelenke, dann der Nacken – und schließlich Kopfschmerzen. Wobei, entgegen einem mancherorts gehörten Klischee, Frauen seltener unter Kopfschmerzen leiden als Männer.

Alles in allem ist somit Schmerz ein Phänomen, das stark mit dem Bewegungsapparat zusammenhängt. Daher werden im Orthopädischen Spital Speising, Österreichs größter Orthopädieklinik, laufend Studien zur Schmerztherapie durchgeführt. Der wissenschaftliche Verein ‚CEOPS‘ erforscht neue Schmerztherapie-Methoden und an der Abteilung für Konservative Orthopädie werden Schmerzzustände am Bewegungsapparat ohne operative Eingriffe behandelt.

Webtipp: www.ceops.at

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