- 04.10.2017, 17:48:14
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Franz Vranitzky wurde Ehrenbürger der Stadt Wien
Wien (OTS/RK) - Bürgermeister Michael Häupl überreichte am Mittwoch
Nachmittag Bundeskanzler a.D. Franz Vranitzky die Ehrenbürgerurkunde
der Stadt Wien. Die Laudatio hielt Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny.
Bei der Feierstunde war eine große Anzahl an prominenten Ehrengästen
aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft vertreten, wie
Bundespräsident a.D. Heinz Fischer, die Bundesminister Drozda und
Doskozil, Bundesministerin Rendi-Wagner, Gouverneur Ewald Nowotny,
die Präsidenten Foglar und Kaske, weiters Rudolf Buchbinder,
Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann, Elisabeth Orth und Klaus Maria
Brandauer.
Bürgermeister Michael Häupl würdigte in seiner Begrüßung die
politischen Leistungen Franz Vranitzkys für Österreich und Europa und
sprach ihm seinen persönlichen Dank aus. Dass die Ehrung mit dessen
heutigen Geburtstag zusammenfalle, sei durchaus geplant gewesen.
Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny begann seine Laudatio mit einem
Hinweis auf das jüngst erschienene Buch von Franz Vranitzky mit dem
Titel „Zurück zum Respekt“. Dieser Respekt gegenüber anderen Menschen
und Einstellungen sei immer ein Leitmotiv von Vranitzky gewesen. Er
sei ein typischer Wiener mit Grandezza und Schmäh, zugleich ein
Weltbürger mit Interesse an internationalen Netzwerken, zutiefst
Sozialdemokrat und Antifaschist. Als politische Meilensteine erwähnte
Mailath-Pokorny Vranitzkys offenes Bekenntnis gegen den
Nationalsozialismus und den Beitritt Österreichs zur Europäischen
Union. Außerdem habe er es im Basketball zur Meisterschaft gebracht,
schloss Mailath-Pokorny.
Bundeskanzler a.D. Franz Vranitzky nahm in seiner Dankesrede Bezug
auf seine Wiener Wurzeln und seine antifaschistische Einstellung, die
von Jugend an familiär geprägt worden sei. Er dankte für die hohe
Auszeichnung und stellte mit besonderem Nachdruck fest, dass für ihn
Kultur ein wesentlicher Teil des Lebens in der Stadt sei. Ohne die
Wertschätzung und Erkenntnisse aus der Kultur seien das Verständnis
und die umfassende Sicht auf alle anderen Bereiche des
gemeinschaftlichen Lebens, sei es Erziehung und Bildung, Wissenschaft
oder Ökonomie, nicht möglich. Franz Vranitzky schloss mit den Worten:
„Ich bin ein Wiener aus Geburt und Überzeugung.“
Lebenslauf Franz Vranitzky
Dipl.Kfm. Dr.rer.comm.DDDr.h.c. Franz Vranitzky, Bundeskanzler a.D.,
wurde 1937 in Wien geboren. Er studierte an der Hochschule für
Welthandel Betriebswirtschaft und beendete 1960 das Studium als
Diplomkaufmann, 1969 erfolgte die Promotion zum Doktor der
Handelswissenschaften. Seine ersten beruflichen Wege führten ihn in
die Siemens-Schuckert-Werke, er war aber nach einigen Jahren bereits
in führenden Positionen in verschiedenen Banken tätig. 1970 wurde er
Berater des damaligen Finanzministers Hannes Androsch. 1984 wurde er
Finanzminister, 1986 Bundeskanzler. 1997 trat er sowohl vom Amt des
Bundeskanzlers als auch als Parteivorsitzender der SPÖ zurück. Nach
seinem Ausscheiden aus der Politik war und ist Vranitzky in
internationalen Gremien wie dem InterActionCouncil, einer
„Denkfabrik“ früherer Staats- und Regierungschefs tätig. Franz
Vranitzky erhielt mehrere Ehrendoktorate und renommierte
Auszeichnungen wie den „Internationalen Karlspreis“. (Schluss)du
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