Jahr für Jahr bekommen weniger Kinder Schulbeihilfe: AK fordert längst überfällige Anpassung der Einkommensgrenzen

Linz (OTS) - Schulsachen, Ausflüge, Sprachreisen, Nachhilfe: Der Schulbesuch eines Kindes bedeutet für viele Haushalte eine echte finanzielle Herausforderung. Zwar gibt es die Schulbeihilfe, Anspruch darauf haben aber immer weniger Familien. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert deshalb eine Erhöhung der Einkommensgrenzen und der Schulbeihilfe selbst: „Bildung darf keine Frage des Geldes sein!“

 

Die Schulbeihilfe wurde seit zehn (!) Jahren nicht mehr erhöht. Immer mehr Eltern müssen sich fragen, ob sie sich den Besuch ihres Kindes in einer weiterführenden Schule überhaupt noch leisten können. Derzeit liegt der Grundbetrag der Schulbeihilfe bei 1130 Euro pro Jahr, das sind nur 94 Euro im Monat.

 

Ein Beispiel dazu: Marie ist eine 16-jährige Schülerin, ihr Bruder Stefan ist 13 Jahre alt, die Mutter ist Hausfrau, der Vater verdient 1580 Euro brutto im Monat. Marie bekommt dadurch gerade einmal diese 94 Euro monatliche Schulbeihilfe. Mit jedem Euro, den ihr Vater mehr verdient, sinkt die Schulbeihilfe rapide. Insgesamt erhalten in Oberösterreich derzeit nur noch zwölf Prozent aller Schüler/-innen ab der zehnten Schulstufe die Schulbeihilfe. In diesem Zusammenhang kritisiert die Arbeiterkammer auch, dass die Schulbeihilfe erst ab der zehnten Schulstufe beantragt werden kann. Große Anschaffungskosten entstehen nämlich gerade zu Beginn der weiterführenden Schule in der neunten Schulstufe. Viele Eltern müssen sich daher auch aus Kostengründen überlegen, ob der weitere Schulbesuch des Kindes überhaupt möglich ist. Anspruch auf eine Heimbeihilfe für Schülerinnen und Schüler, die im Internat wohnen, besteht übrigens bereits ab der neunten Schulstufe.

 

In Anbetracht der ständig anfallenden Schulkosten wie Anschaffungen (Laptop, Taschenrechner oder Schultasche), Schulveranstaltungen (Skikurse, Projekttage, Sportwochen oder Sprachreisen), sehr oft auch Nachhilfekosten sowie Nachmittagsbetreuungsbeiträge und Selbstbehalte sind 94 Euro monatlich jedenfalls dürftig.

 

„Laut Preisindex müsste der Grundbetrag der Schulbeihilfe bereits um 20 Prozent angehoben werden, ebenso die Grenzen der sozialen Bedürftigkeit. Mit der finanziellen Realität der Eltern haben die geltenden Werte nur mehr wenig zu tun“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Viele Schüler/-innen fallen auf diese Weise Jahr für Jahr aus dem Bezugskreis heraus, die Bildungsungerechtigkeit steigt. Seit der letzten Anpassung im Jahr 2007 ist der Kreis der Bezieher/-innen von Schulbeihilfe alleine in Oberösterreich von 5573 auf 4389 im vorletzten Schuljahr, also um mehr als 20 Prozent zurückgegangen.

 

AK-Schulbeihilfenrechner im Vorjahr 40.000mal genutzt

 

Als spezielles Service für Eltern von Schulkindern bietet die Arbeiterkammer Oberösterreich auf ihrer Homepage den AK-Schulbeihilfenrechner. Unter www.schulbeihilfenrechner.at erfahren Sie, ob Sie Anspruch auf Schulbeihilfe und/oder Heimbeihilfe haben, und falls ja, in welcher Höhe. Viele weitere nützliche Informationen rund ums Thema Schule finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/bildung . Alleine der Schulbeihilfenrechner wurde im vergangenen Jahr von fast 40.000 Besuchern/-innen genutzt.

 

Im Zweifelsfall Antrag stellen!

 

Die Arbeiterkammer empfiehlt allen Eltern, im Zweifelsfall unbedingt einen Antrag zu stellen.

Die entsprechenden Formulare gibt es auf der Homepage des Bildungsministeriums und in den Schuldirektionen. Anträge sind bis Ende des Kalenderjahres einzubringen.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
+43 (0)50/6906-2190
martina.macher@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at

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