Moschee-Studie entbehrt jeder Wissenschaftlichkeit

Österreich/Wien (OTS) - Wir weisen die Vorwürfe des Integrationsministers strengstens zurück. Die Studie entbehrt jeder Wissenschaftlichkeit und gehört zurückgezogen. Offenbar steckt System dahinter, dubiose Publikationen vorzulegen, um politische Forderungen durchzusetzen. Wie schon in der sogenannten ,Kindergartenstudie‘ enthält auch das jetzt vorgelegte Pamphlet gravierende Mängel.

Es fehlt nicht nur an Objektivität, sondern auch an einer verlässlichen Datenbasis, wie die Studienleiter selbst einräumen. Sie führen an, dass nicht nur der Beobachtungszeitraum zu kurz gewesen ist, sondern auch die Auswahl der Moscheen problematisch. Die in die Studie miteinbezogenen Moscheen machen weniger als fünf Prozent der Gesamtmoscheen in Österreich aus. Von einer repräsentativen Erhebung ist man demnach weit entfernt.

Dennoch wird die Vorlage auf politischer Bühne vorgestellt, offenbar, um Muslime zu degradieren und sie für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Das erkennt man bereits am Integrationsverständnis von Minister Kurz und seinen Mitstreitern. Für sie ist bereits religiös-kulturelle Kollektivität Grund genug, um Integrationsunwilligkeit sowie Ablehnung der Demokratie festzustellen oder gar Unterwanderung der Regierung vorzuwerfen. Das ist inakzeptabel. Bundesminister Kurz, der in seiner Rede dazu aufruft, Musliminnen und Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen, macht sie kurz vor den Wahlen im Endeffekt selbst zur Zielscheibe.

Die Islamischen Föderation in Wien (IFW) ist ein österreichischer Verein, der sich bereits seit etwa 40 Jahren in vielfältiger Weise um Angelegenheiten von Musliminnen und Muslimen im religiösen und sozialen Bereich kümmert. Er hat sich stets für ihre Teilhabe in der österreichischen Gesellschaft eingesetzt und dies gefördert. Hierbei wurde sowohl auf Transparenz als auch auf Vertrauen großes Wert gelegt.

Vor diesem Hintergrund werden die Mitglieder der IFW es nicht dulden, dass ihre jahrzehntelange und vorbildliche Arbeit für die Gesamtgesellschaft von der Politik instrumentalisiert und in ein schlechtes Licht gerückt wird. Die IFW und ihre Mitglieder haben mit Verlaub wesentlich mehr zur Integration und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich beigetragen, als Herr Kurz in seinem Amt als Integrationsminister.

Die IFW wird seit seiner Gründung geleitet vom Gedanken der stetigen Qualitätssteigerung. Bei etwaigen Fehlentwicklungen wird umgehend korrigiert und für die Zukunft vorgebeugt. Dies wird gewährleistet durch Gesprächs- und Kooperationsbereitschaft und einem fortwährenden Austausch mit zahlreichen externen Akteuren aus Politik, Zivilgesellschaft und Religionsgemeinschaften. Eine Politik, die mit inhaltsleeren Vorwürfen auf dem Rücken von religiösen Minderheiten auf Stimmenfang geht, ist in diesem Sinne äußerst kontraproduktiv.

Mehmet Arslan
Vorsitzender der Islamischen Föderation in Wien

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