FPÖ-Kickl: Silberstein Interview wirft auch Fragen an ÖVP auf

Welche Netzwerke ziehen die Fäden hinter rot-schwarzer Fassade?

Wien (OTS) - Das heute in der Tageszeitung Österreich veröffentlichte Interview mit dem Dirty-Campaigning-Guru Tal Silberstein wirft unter anderem auch einige Fragen über die Kontakte seiner Person zur ÖVP und deren Obmann auf, sagte FPÖ-Generalsekretär Kickl. "Erstens bestätigt Silberstein, dass es tatsächlich ein längeres Gespräch mit Kurz im Zuge eines Fluges gegeben hat und dieser Silberstein im Gegensatz zu den Äußerungen von Kurz im TV-Duell mit Strache sehr wohl gekannt hat. Zweitens berichtet er von weiteren Kontakten der ÖVP mit ihm. Und drittens erwähnt er, dass es möglicherweise einen Maulwurf im SPÖ-Dirty-Campaigning-Team gegeben hat, der ja wohl nur ein Schwarzer gewesen sein kann."

Ohne die Glaubwürdigkeit Silbersteins besonders hoch einschätzen zu wollen, müsse man erkennen, dass dessen Ausführungen zum Treffen mit Kurz sich mit jenen der Zeugen decken würden, die HC Strache in seiner Frage im oe24-Duell an Kurz geschildert habe. "Warum leugnet Herr Kurz also dieses Treffen und die Tatsache, dass gerade ihm als in Wien, also dem Wirkungsgebiet Silbersteins, aktivem VP-Spitzenfunktionär dieser nicht bekannt gewesen sein soll? Was war die ÖVP-Absicht hinter den weiteren Kontaktaufnahmen mit Silberstein, wenn nicht eine geplante Einbindung seiner Person in allfällige VP-Kampagnen? Und kann die ÖVP ausschließen, dass sie einen Maulwurf im Dirty-Campaigning-Team Silbersteins eingescheust hatte, der in diesem Fall die Ungeheuerlichkeiten der SPÖ auch mitbetrieben haben muss?", fragte Kickl.

Man müsse sich nur vergegenwärtigen, dass sich trotz aller ÖVP-Bekenntnisse zu einem angeblich neuen Stil auch in den geleakten VP-Papieren zum Wahlkampf 2017 etliche Passagen zum Thema Dirty-Campaigning gegen Strache und Kern finden würde. Überdies wüssten alle politischen Insider, dass gerade die VP in den Wahlkämpfen der Vergangenheit unter dem Stichwort "Lopatkas Giftküche" einen ähnlichen Stil wie Silberstein betrieben habe.

In diesem Zusammenhang sei es interessant, dass ganz zentral der Name eines VP-Mannes im Zusammenhang mit dem Betreiben der beiden jetzt gelöschten Facebookseiten genannt werde. Überdies habe auch jener Rober L., der mutmaßlich die berühmten Psychogramme über Kern für Silberstein erstellt habe, nicht nur Verbindungslinien zur SPÖ, sondern über seine Funktion im Unternehmen Benkos, dem immer wieder auch ein Naheverhältnis zu Kurz nachgesagt werde, wohl auch Zugang zur ÖVP.

"Abseits der aktuellen Diskussion rund um Dirty-Campaigning zwischen SPÖ und ÖVP stellt sich gerade am Beispiel der Person Silberstein mehr und mehr die Frage, welche Netzwerke aus roten und schwarzen Spielern im Hintergrund der offiziellen Politik der beiden Parteien die Fäden ziehen und welche Interessen sie verfolgen. Haselsteiner, Benko, Gusenbauer, der übrigens auch Kurz außenpolitisch beraten hat, hängen alle wirtschaftlich zusammen. Silberstein steht in Verbindung zu diesem Netzwerk und hat nicht zuletzt in der letzten Phase des von Haselsteiner prominent unterstützten Van der Bellen Wahlkampfes laut Angaben von Kern mitgewirkt. Bei allem rot-schwarzen Hickhack in der Öffentlichkeit scheint das wahre Interesse der Machterhalt des rot-schwarzen Systems zu sein. Personen sind austauschbar, das System muss bleiben. Der einzige Gegner für dieses Netzwerk ist die FPÖ", schloss Kickl.

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