- 27.09.2017, 12:40:34
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Vladyka: Brauchen verpflichtendes Sicherheitskonzept in Pflegeheimen
Personelle Unterausstattung und fehlendes Qualitätsmanagement müssen sofort bereinigt werden
Utl.: Personelle Unterausstattung und fehlendes Qualitätsmanagement
müssen sofort bereinigt werden =
St. Pölten (OTS) - „Gewalt in der Pflege muss bei der Überprüfung von
Einrichtungen viel mehr berücksichtigt werden“, erklärt die SPÖ NÖ
Sozialsprecherin LAbg. Christa Vladyka anlässlich heutiger
Medienberichte zu einem Pflegeheim in Kirchstetten: „Pflegeanbieter
sollten darlegen, was sie aktiv zur Gewaltprävention unternehmen und
wie sie mit problematischen Vorfällen umgehen. Die veröffentlichten
Dokumente aus dem Pflegeheim in Kirchstetten sind Hinweise auf
erschütternde Verbrechen. Wir fordern lückenlose Aufklärung, die
Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt
Vladyka.
Gewalt in der Pflege sei schwierig zu messen, unter anderem weil sie
teilweise versteckt vorkomme und Pflegebedürftige über Gewalterleben
nicht berichten wollen oder gar können. Vladyka, die kritisiert, dass
es in Niederösterreich strukturelle Probleme aufgrund fehlender
Gewaltprävention und Qualitätsdefizite gäbe. „Es muss verbindlich,
geprüft und klar dargestellt werden: Gibt es ein durchdachtes und
implementiertes Präventionskonzept, gibt es ein wirksames
Fehlermelde- und Beschwerdesystem, wie wird mit gemeldeten Fehlern
und Beschwerden umgegangen?“, sagt Vladyka, die nach den
kolportierten Vorfällen in Kirchstetten anmerkt, dass in vielen
Einrichtungen Vorfälle offenbar überhaupt nicht in einem
Fehlerberichtssystem dargestellt sind und der Umgang mit Aggression
und Gewalt nicht ausdrücklich Bestandteil des Qualitätsmanagements
ist: „Hier müssen wir ansetzen – es sollte Pflicht sein, ein
fundiertes, umfassendes Konzept zur Sicherheit von Pflegebedürftigen
und Gewaltprävention in einer Pflegeeinrichtungen, zu haben. Das
Bekenntnis zu gewaltfreier Pflege muss in Leitlinien verankert sein."
Vladyka weist auch auf die seit Jahren personelle Unterausstattung in
Alten- und Pflegeheimen hin. „Sicherheit im Pflegebereich kann man
nur durch genügend Personal und entsprechende Arbeitsplatzbedingungen
erreichen. Nur so kann eine gute Lebensqualität der BewohnerInnen
gewährleistet werden. Vage, unkontrollierbare Personalregelungen und
das Fehlen von Ergebnisqualitätsindikatoren mögen gut sein für
Einsparungsüberlegungen im Landesbudget, können aber erheblichen
Schaden bei den zu Pflegenden und beim Personal anrichten“, erklärt
Vladyka. Sie fordert regelmäßige Pflegevisiten und Kontrollen der
Pflegedokumentation sowie gezielte Schulungen zu Pflegeprozessen und
Schmerz-Assessments. Dazu seien Supervision und die Reflexion der
Arbeit notwendig, es sind fachärztliche und pflegerische
Fallbesprechungen zu etablieren. Vladyka nimmt auch die
Aufsichtsbehörden in die Pflicht: „Diese müssen in Beachtung ihrer
menschenrechtlichen Schutzpflichten gegenüber Menschen mit schweren
Beeinträchtigungen jedem Hinweis nachgehen und deren Betreuung in
nicht behördlich genehmigten Einrichtungen unterbinden.“
Abschließend weist Vladyka darauf hin, dass die Volksanwaltschaft
seit Jahren österreichweit Menschenrechts- und
Versorgungsqualitätsprobleme aufzeigt, die mit einer chronischen
personellen Unterausstattung zusammenhängen. „Ich habe in der
Landtagssitzung schon im Juli und auch vergangene Woche einen Antrag
gestellt, einen Mindestpersonalschlüssel für die Pflegeheime
festzusetzen und ein umfassendes Qualitätsmanagementkonzept für die
NÖ Pflegeheime zu entwickeln – dieser wurde von der ÖVP erst nicht
zugelassen, dann abgelehnt. Die Folgen dieser Pflichtvergessenheit
kann man nun in Kirchstetten sehen, die Leidtragenden sind die zu
Pflegenden und indirekt auch deren Angehörige. Ich fordere, dass
diese Versäumnisse sofort bereinigt werden, damit die Angehörigen von
zu pflegenden Personen, die in einem Heim untergebracht sind, wieder
ruhig schlafen können.“
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