• 26.09.2017, 11:52:46
  • /
  • OTS0119

Bildungscampus in der Attemsgasse offiziell eröffnet

Benennung nach Widerstandskämpfer Friedrich Fexer

Utl.: Benennung nach Widerstandskämpfer Friedrich Fexer =

Wien (OTS) - In der Attemsgasse in Wien-Donaustadt ist Wiens sechster
Bildungscampus entstanden, heute wurde er unter anderem von
Bürgermeister Michael Häupl, Bildungsministerin Sonja Hammerschmid
und Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky offiziell eröffnet.

In nur zwei Jahren Bauzeit wurden hier eine 17-klassige
Ganztagsvolksschule und ein 12-gruppiger Kindergarten unter einem
Dach errichtet, das künftig insgesamt 800 Schul- und
Kindergartenkinder beherbergen wird. Das Besondere an diesem Projekt:
Er ist ein sogenannter „Campus plus“, eine Weiterentwicklung des
bisherigen Campus-Modells.
„Wir haben mit jedem neuen Bildungscampus einen weiteren
Entwicklungsschritt in Richtung ‚gemeinsames Lernen‘ gemacht – der
Campus plus in der Attemsgasse verwirklicht diese Idee nun auch
architektonisch auf völlig neue Weise“, freut sich Bildungsstadtrat
Jürgen Czernohorszky. „Konkret heißt das, dass hier jeweils vier
Schulklassen und zwei Kindergartengruppen auf einer Ebene räumlich
zusammengefasst sind. Kinder unterschiedlichen Alters können hier
miteinander lernen, spielen, an Projekten arbeiten und den Tag
verbringen!“

Am neuen Campus sind vier solcher sogenannten „Bildungsbereiche“
mit jeweils für bis zu 175 Kinder, jeweils in den Obergeschoßen,
untergebracht. Ein Bildungsbereich setzt sich aus zwei
Kindergartengruppen, vier Volksschulklassen und einer
Sondergruppe/-klasse (Vorschule, heilpädagogischen Gruppe oder
basalen Klasse) zusammen.

„Wien ist eine Stadt, in der jeder alles lernen kann und damit ein
Leben voller Chancen vor sich hat. Mit dem neuen Standort Attemsgasse
verfügt Wien über eine weitere Einrichtung, die für Chancengleichheit
und modernste Pädagogik auf Weltklasseniveau steht“, freute sich auch
Bürgermeister Häupl über die Inbetriebnahme des neuen Bildungscampus.

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid ist vom pädagogischen
Ansatz, Kindergarten und Volksschule gemeinsam unter einem Dach zu
gestalten, überzeugt: „Ein gelungener Übergang vom Kindergarten in
die Volksschule ist entscheidend für einen guten Start in die
Bildungskarriere. Deshalb müssen wir den Austausch zwischen
Kindergarten und Volksschule intensiver gestalten. Im Campus plus
kann das perfekt gelingen. Die Pädagoginnen und Pädagogen können sich
jederzeit mit den Lehrerinnen und Lehrern austauschen, die
Kindergartenkinder bekommen bei den älteren Kameradinnen und
Kameraden bereits einen Einblick in den Schulalltag.“

"Gute Ausbildung ist ein Garant für Arbeit und eine
funktionierende Wirtschaft. Gemeinsam mit der Stadt Wien sorgen wir
dafür, dass unsere Kinder von Beginn an die beste Ausbildung mit auf
den Weg bekommen. Mit über 11 Millionen Euro des Gesamtbudgets
unterstreicht der Bezirk diese elementare Rolle der Bildung", so
Donaustadt Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy.

Großzügige Freiflächen und flexible Räume

Für den neuen Bildungscampus wurde ein EU-weiter
Architekturwettbewerb durchgeführt, aus dem das Wiener Büro Querkraft
Architekten als Sieger hervorging. Das Gebäude wurde als PPP-Modell
von der Gesiba realisiert und bildet einen klaren, städtebaulichen
Abschluss zur Attemsgasse. Mit der Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes
sind im Osten ein großzügiger, geschützter Freiraum und ein
Sportbereich entstanden. Der Turnsaal befindet sich im Garten und ist
zur Hälfte versenkt. Er ist unterirdisch mit dem Hauptgebäude
verbunden. Die großzügigen Freiflächen im Osten sind über
Außentreppen von den Klassen- und Kindergartenräumen auf kurzem Weg
erreichbar.

„Das Verhältnis von Schule zu Raum und Architektur zu Pädagogik
ist vielschichtig. Beide bedingen einander, beide wirken aufeinander
ein und schaffen hierdurch eine neue Qualität von Raum: Lernraum und
Lebensraum. In geradezu idealtypischer Form ist das beim ‚Campus
plus‘ in der Attemsgasse sichtbar. Herausragend, was die Stadt Wien
hier geschaffen hat“, stellte Wiens Amtsführender
Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer fest.

Außerhalb der Bildungsbereiche in den Obergeschoßen sind im
Erdgeschoß drei Kleinkindergruppenräume, ein Therapiebereich und zwei
Förderklassen vorgesehen. Sie sind direkt zum Garten orientiert. Auch
eine Expositur der Musikschule Donaustadt wird am Bildungscampus
untergebracht.

Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist auch eine flexible
Raumnutzung: In jedem einzelnen Bildungsbereich können mit geringem
Aufwand individuelle Räume eingerichtet werden und für einen
bestimmten Zeitraum an die pädagogischen Erfordernisse angepasst
werden. Das wird durch ein Raumgerüstes mit Füllungen ermöglicht.

"Es ist gerade in der heutigen Zeit unbedingt erforderlich,
flexible Bildungseinrichtungen im Nahbereich zu schaffen, die Kindern
den ganzen Tag über Freiraum und gleichzeitig Lernen ermöglichen“,
betont Gesiba-Generaldirektor Ewald Kirschner. „Die neuen
Bildungscampus-Modelle sind integrierte Schule, Kindergarten,
Freizeitanlage mit Sportmöglichkeiten und Learncenter mit modernster
technischer Ausrüstung. Wir sind stolz darauf, dass wir hier unseren
Beitrag leisten durften und bedanken uns für das Vertrauen, das uns
die Stadt Wien entgegen gebracht hat!“

Topmoderne Ausstattung

Natürlich wurde auch bei der Raumgestaltung Wert auf eine
topmoderne Ausstattung gelegt. Die klassische Tafel ist hier Campus
von modernstem High-Tech abgelöst: 19 interaktive Smartboards
ermöglichen eine neue Art der Informationsvermittlung.

Bei den Sitzmöbeln im Innen- und Außenbereich wurde der Fokus auch
auf die Erholungs- und Freizeitphasen gerichtet. Beeindruckend auch
die Anzahl: Insgesamt stehen den Kindern mehr als 300 Tische und 500
Sessel zur Verfügung.

Benennung nach Widerstandskämpfer Friedrich Fexer

„Benannt wird der Campus nach Friedrich Fexer, einem Gymnasiasten
aus Wien Landstraße, der gegen die Nazis Widerstand leistete. Es ist
eine der vielen bislang zu wenig bekannten Schicksalsberichte aus dem
Österreichischen Widerstand und soll der kommenden Generation als
Vorbild für Zivilcourage in Erinnerung bleiben und zeigen, dass das
Eintreten für humanitäre Werte Bestand hat“, so Donaustadts
Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy.

Friedrich Fexer, der nach dem Krieg den Verband Sozialistischer
Studenten Österreichs mitbegründete, leistete als Schüler des
Gymnasiums Kundmanngasse im 3. Wiener Gemeindebezirk Widerstand.
Fexer war, neben Josef Landgraf, Ludwig Igalffy und Anton Brunner
Teil einer Vierergruppe, die im Sommer 1941 durch Flugblätter und
Klebezettel Kritik am nationalsozialistischen Regime übte. Die
Materialien der Gruppe riefen mit der Aufschrift „Komm zur V-Armee –
besiegt Hitler!“ zur Unterstützung von Churchill´s „Victory-Army“
auf. Er wurde, nachdem er Flugzettel verteilt hatte, von einem
Mitschüler denunziert und verhaftet. Während in Deutschland die
Geschwister Scholl Teil der deutschen Identität wurden, ist die
Vierergruppe aus Wien immer noch wenig bekannt. Die Briefe, die Fexer
damals aus dem Gefängnis seiner Familie schrieb, sind zentraler
Bestandteil eines Buchs von Manfred Pawlik.

14 Campus-Standorte bis 2023 fertig

Wien hat insgesamt nun sechs Bildungscampus-Standorte (Monte Laa
in Favoriten, Gertrude Fröhlich-Sandner in der Leopoldstadt,
Donaufeld in Floridsdorf, Sonnwendviertel in Favoriten sowie den
Campus Seestadt und Campus Plus Attemsgasse in der Donaustadt), fünf
weitere sind derzeit in Bau bzw. Planung (Berresgasse, Nordbahnhof,
Aron Meczer, Aspern Nord und Atzgersdorf).

Darüber hinaus sind weitere drei neue Bildungsbauten in den
Gebieten Inner-Favoriten (Landgutgasse), Gasometerumfeld in
Wien-Simmering (Rappachgasse) und West Wien (Deutschordenstraße)
vorgesehen. Alle diese Projekte sollen bis zum Jahr 2023 realisiert
werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel