- 25.09.2017, 14:35:31
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"Stickoxidproblem": Manipulierte und (Chip-)getunte Fahrzeuge im Visier
Neueste Messtechnik in Vorarlberg im Einsatz – Landesrat Rauch: "Wer sein Fahrzeug manipuliert, muss damit rechnen, die Zulassung zu verlieren"
Utl.: Neueste Messtechnik in Vorarlberg im Einsatz – Landesrat
Rauch: "Wer sein Fahrzeug manipuliert, muss damit rechnen, die
Zulassung zu verlieren" =
Rankweil (OTS) - (VLK) – Chiptuning: So wird der nachträgliche
Eingriff in die elektronische Motorsteuerung genannt, um bei
Kfz-Motoren eine Leistungssteigerung zu erzielen. Damit verbunden ist
generell aber auch ein erhöhter Schadstoff-Ausstoß. Neueste
Messtechnik, mit der sich diese besonders emmissionsintensiven
Fahrzeuge identifizieren lassen, ist jetzt in Vorarlberg zum Einsatz
gekommen. "Ein Prozent der Fahrzeuge im Straßenverkehr verursachen 25
Prozent der Gesamtemmissionen – das zeigen jüngste bundesweite
Messungen. Bei vielen ist Chiptuning für die miserablen Abgaswerte
verantwortlich", machte heute, Montag, Mobilitätsreferent Landesrat
Johannes Rauch bei einer Pressekonferenz auf die Brisanz des Themas
aufmerksam.
Die gravierenden Auswirkungen von Luftschadstoffen auf Gesundheit
und Umwelt gebieten es, sämtliche Maßnahmen zur Belastungsreduktion
zu ergreifen, stellte der Landesrat klar.
Größter "Schadstofflieferant" sei der motorisierte Straßenverkehr.
Mit Blick darauf werden in Vorarlberg die Anstrengungen für eine
umweltfreundliche und zeitgemäße Mobilität intensiv vorangetrieben.
Im "Luftqualitätsplan", der aktuell ausgearbeitet wird, spielt das
Thema Verkehr ebenfalls eine zentrale Rolle.
Vor wenigen Tagen wurden im Land in Zusammenarbeit mit dem
Verkehrsministerium "Abgasradarmessungen" durchgeführt. Die moderne
Messtechnik macht es möglich, die relative Zusammensetzung der
Emissionen vorbeifahrender Fahrzeuge festzustellen: Gemessen werden
Kohlenmonoxid (CO), unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC),
Stickstoffoxid (NOX) und die Trübung. Derzeit werden die Ergebnisse
aufgearbeitet. In den nächsten Wochen sollen auch an der Autobahn
Messungen durchgeführt werden, berichtete Arthur Sottopietra vom
Umweltinstitut des Landes.
Durch den Vergleich mit den Jahren 2007 und 2013 können konkrete
Veränderungen im Ausstoß abgeleitet werden. "Zudem sollten sich die
Auswirkungen des weltweiten Dieselskandals besser quantifizieren
lassen", erläuterte Rauch. Ziel müsse es sein, solche
Abgasradarmessungen künftig in kürzeren Abständen regelmäßig
durchzuführen. Europa- und bundesweite Erkenntnisse lassen sich so
für Vorarlberg konkretisieren und daraus zielgerichtete Maßnahmen
ableiten.
"Chiptuning ist kein Kavaliersdelikt"
In Sachen Chiptuning ist für den Landesrat klar: "Das ist kein
Kavaliersdelikt". Kein Verständnis hat er in diesem Zusammenhang
dafür, dass Produkte und Dienstleistungen für Fahrzeugmanipulationen
in Österreich offen angeboten und in Verkehr gebracht werden: "Dem
muss gesetzlich entgegengewirkt werden". Ebenso sollte es im
Kraftfahrgesetz eine ausdrückliche Bestimmung geben, wonach
Änderungen an Fahrzeugen unzulässig sind, wenn dadurch die
Verkehrssicherheit oder das Umweltverhalten verschlechtert wird.
"Auch ist gesetzlich eine Bestimmung zu normieren, die es ermöglicht,
hochemittierende Fahrzeuge sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Und auch
die Einführung eines Straftatbestands im Strafgesetzbuch (StGB) ist
zu überprüfen", so Rauch, der diese Forderungen mit zum morgigen
Dieselgipfel nimmt.
Die Luftverschmutzung in Vorarlberg ist durch strenge Grenzwerte
und verschiedenste emissionsmindernde Maßnahmen in Industrie, Verkehr
und privaten Haushalten im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten
deutlich zurückgegangen. Trotzdem überschreiten Feinstaub- und
Stickstoffdioxidkonzentrationen noch immer die vorgegebenen
Grenzwerte bzw. die Empfehlungen der WHO. Österreich und damit auch
Vorarlberg sind deshalb mit einem Vertragsverletzungsverfahren durch
die Europäische Kommission konfrontiert, wie Reinhard Bösch, Leiter
der Abteilung Natur- und Umweltschutz, bei der Pressekonferenz
erläuterte.
Öffentlicher Verkehr: Massive Investitionen
Landesrat Rauch erinnerte an die massiven Investitionen, damit für
den Öffentlichen Verkehr ein moderner Fuhrpark zur Verfügung steht.
Allein seit 2008 wurden insgesamt 70 Millionen Euro aufgewendet.
Heute sind im regulären Liniendienst Busse mit EEV Standard und EURO
VI eingesetzt. Dabei handelt es sich um Motoren mit einer sehr
geringen Abgas- und Partikelemission, erklärte Alfred Herburger,
Geschäftsführer von Niggbus.
In einem Test wurde den anwesenden Journalistinnen und
Journalisten vorgeführt, dass der Trübgaswert des Linienbusses (Wert
von 0,2) deutlich unter jenem eines mehrjährigen PKW (Wert von 0,7)
mit Dieselmotor liegt.
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