Gleiche Rechte für ArbeiterInnen und Angestellte sind keine Kostenfrage

Beschluss am 12. Oktober wäre kein Schnellschuss, sondern Umsetzung jahrelanger ExperInnen-Verhandlungen

Wien (OTS) - Kein Verständnis für die zögerliche Haltung der WKÖ betreffend der Umsetzung der Angleichung von ArbeiterInnen und Angestellten hat Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB: „Das einheitliche System bei der Entgeltfortzahlung im Krankenstand, so wie es jetzt im Parlament eingebracht wurde, ist Ergebnis von zwei Jahren ExpertInnen-Gesprächen. Es wurde ein Modell ausgehandelt, das für die Arbeitgeber nicht zu Mehrkosten führt. Entsprechend erwarte ich, dass es am 12. Oktober von allen Parteien im Nationalrat beschlossen wird.“

Wie WKÖ-Generalsekretärin Anna-Maria Hochhauser auf eine Belastung von 150 Millionen Euro kommt, kann sich Achitz nicht erklären. „Auch die Angleichung bei den Kündigungsfristen führt nicht zu Mehrkosten – zumindest nicht für jene seriösen Arbeitgeber, die sich im Vorhinein ihre Personalplanung gut überlegen und darauf verzichten, Arbeiter von einem Tag auf den anderen auf die Straße zu setzen.“

Es brauche ein Gesamtkonzept im Sinne des Standortes, ist sich Achitz mit IV-Generalsekretär Christoph Neumayer einig: „Die moderne Arbeitswelt erfordert auch einen modernen ArbeitnehmerInnen-Begriff, ohne sachlich nicht mehr begründbare Unterteilung in ArbeiterInnen, Angestellte und freie DienstnehmerInnen. Künftig muss klar sein: Wer wirtschaftlich abhängig ist, muss unter den Schutz von Arbeitsrecht und Kollektivverträgen fallen. Alles andere ist veraltetes Schubladendenken und lädt die schwarzen Schafe unter den Unternehmern zu missbräuchlichen Umgehungskonstruktionen ein.“

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