#gedenkdiensterhalten vor dem Durchbruch? Antrag zur Verbesserung der prekären Fördersituation von Gedenkdienst im Parlament eingebracht

Wird auch die neue Volkspartei für aktive Erinnerungsarbeit eintreten?

Sehr lange fand ich, dass die Aufarbeitung über den Holocaust in Österreich überhaupt nicht stattgefunden hat. Und als sie stattfand, war es für mich eher ein Lippenbekenntnis als eine ehrliche Arbeit. Diese ehrliche Arbeit habe ich eigentlich erst durch die jungen Menschen vom Verein GEDENKDIENST erfahren
Helga Pollak-Kinsky, Holocaust-Überlebende aus Wien
Diesen längst überfälligen Schritt sehen wir als große Chance, um Gedenkdienst abzusichern!
Michael Spiegl, Obmann des Vereins GEDENKDIENST
Gedenkdienstleistende tragen ihre Erfahrungen zurück in die österreichische Zivilgesellschaft, stärken Toleranz und treten gegen Diskriminierung ein. Nun bleibt abzuwarten, welchen Stellenwert Gedenk- und Erinnerungskultur sowie das internationale Ansehen Österreichs in der neuen Volkspartei haben
Michael Spiegl, Obmann des Vereins GEDENKDIENST
Die Arbeit des Vereins ist nicht nur wichtig für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, sondern auch für Österreich. Es ist die Verantwortung der Republik, dass sie in dieser Form gefördert wird
Helga Pollak-Kinsky, Holocaust-Überlebende aus Wien

Wien (OTS) - Die SPÖ hat gestern im Nationalrat einen Antrag zur Verbesserung der prekären Fördersituation für Freiwilligendienste im Ausland eingebracht (https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/A/A_02308/index.shtml).

Jedes Jahr leisten junge engagierte Menschen an Holocaust-Gedenkstätten, pädagogischen Institutionen und Altenbetreuungseinrichtungen einen aktiven Beitrag zur Erinnerungsarbeit und Gedenkpolitik im Ausland. Gedenkdienst wird sowohl von Überlebenden der NS-Vernichtungspolitik als auch von ausländischen Vertreterinnen und Vertretern an den Einsatzorten als starkes gesellschafts- und außenpolitisches Zeichen der Republik Österreich wahrgenommen. „Sehr lange fand ich, dass die Aufarbeitung über den Holocaust in Österreich überhaupt nicht stattgefunden hat. Und als sie stattfand, war es für mich eher ein Lippenbekenntnis als eine ehrliche Arbeit. Diese ehrliche Arbeit habe ich eigentlich erst durch die jungen Menschen vom Verein GEDENKDIENST erfahren“, so Helga Pollak-Kinsky, Holocaust-Überlebende aus Wien.

Der Dienst wird an sich nicht entlohnt. Die Förderung für Gedenkdienstleistende soll Lebenshaltungs-, Reise- und Versicherungskosten decken – seit dem Bestehen von Gedenkdienst ist die Förderung allerdings unzureichend! Bisher blieb Gedenkdienstleistenden ein monatlicher Betrag von 525 Euro zum Leben und somit weniger als die Hälfte der Armutsgefährdungsschwelle!

Der gestern von der SPÖ eingebrachte Antrag sieht vor, diese prekäre Fördersituation der Auslandsfreiwilligendienste endlich zu verbessern. Gleichzeitig würde ein Freiwilliges Sozialjahr im Rettungswesen unbefristet ermöglicht werden. „Diesen längst überfälligen Schritt sehen wir als große Chance, um Gedenkdienst abzusichern!“, so Michael Spiegl, Obmann des Vereins GEDENKDIENST. „Gedenkdienstleistende tragen ihre Erfahrungen zurück in die österreichische Zivilgesellschaft, stärken Toleranz und treten gegen Diskriminierung ein. Nun bleibt abzuwarten, welchen Stellenwert Gedenk- und Erinnerungskultur sowie das internationale Ansehen Österreichs in der neuen Volkspartei haben“, führt Spiegl aus. „Die Arbeit des Vereins ist nicht nur wichtig für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, sondern auch für Österreich. Es ist die Verantwortung der Republik, dass sie in dieser Form gefördert wird“, betont auch Zeitzeugin Pollak-Kinsky. Ohne eine Novellierung des Freiwilligengesetzes bleibt die Entsendetätigkeit des Vereins GEDENKDIENST weiterhin unsicher.

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Michael Spiegl, Obmann
Mobil: +436509124082
E-Mail: michael.spiegl@gedenkdienst.at
www.gedenkdiensterhalten.com

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