• 20.09.2017, 10:56:01
  • /
  • OTS0082

Übungsmanöver? Moskau mobilisiert schweres Gerät

Graz (OTS) - 

Übung oder geballte Fäuste – Russland lässt beim umstrittenen Militärmanöver „Sapad“ Osteuropa erbeben. Kampfpanzer, Hubschrauber und mobile Raketenabschussrampen sollen auffahren. Kritiker warnen: Die Annexion der Krim geschah vor dem Hintergrund eines Manövers.

Unter dem Codenamen „Sapad“ – auf Deutsch: Westen – blasen Russland und das verbündete Weißrussland am 21. September zum Großmanöver. Tausende Soldaten mit schwerem Kriegsgerät werden hierfür an die europäische Ostgrenze in die Ex-Sowjetrepublik Weißrussland verlegt. Und westliche Beobachter gehen davon aus, die Übung werde in Wahrheit sehr viel umfangreicher ausfallen als offiziell behauptet. Man befürchtet Russland nützt das Manöver als Deckmantel, um dauerhaft Soldaten an der Grenze zu stationieren. Jedenfalls ist das Misstrauen seitens der Nato-Staaten und der Ukraine groß, zumal die Russen militärische Übungen abgehalten haben, ehe sie 2008 in Georgien einmarschiert sind und 2014 die Krim annektiert haben. Suspekt ist zudem die angekündigte Zahl von 12.700 Soldaten, weil nach dem Wiener Dokument der OSZE erst bei 13.000 Soldaten die Pflicht besteht, Beobachter zuzulassen. 

Die Militärübung in inoffiziellen Zahlen:

  • 7.200 Soldaten (Weißrussland), 5.500 Soldaten (Russland)
  • 150 Artilleriegeschütze und Mehrfachraketensysteme
  • 70 Flugzeuge und Hubschrauber
  • 10 Schiffe der baltischen Flotte
  • 250 Panzer und 200 gepanzerte Fahrzeuge

Gefährliche Machtdemonstration

Zeitgleich startet Schweden mit mehreren Staaten die größte Militärübung seit 20 Jahren. Zwischen 2009 und 2014 hat es im Schnitt 41 Nato-Manöver in den baltischen Staaten gegeben. Die Nato-Truppen rotieren, um nicht gegen die Russlandakte zu verstoßen, wonach in den baltischen Staaten keine Nato-Truppen stationiert werden dürfen. In dieser Grenzregion ballen sich viele Länder mit gegensätzlichen Sicherheitsinteressen. In der Ostukraine schwelt ein Krieg mit russischer Beteiligung, an der Grenze stehen sich Truppen gegenüber.

Eskaliert der Krieg in der Ukraine vollends? Oder stationiert Russland dauerhaft Soldaten in Weißrussland? Niemand erwartet eine militärische Eskalation – seit der Annexion der Krim sollte man aber mit allem rechnen. Es ist zu hoffen, dass sie doch nur üben wollen, meint der Österreichische Kameradschaftsbund (ÖKB).

Rückfragen & Kontakt

ÖKB, Landesverband Steiermark
Pressereferent Ing. Ewald Hofer
[email protected] – +43 (0) 676 / 969 11 98
http://www.okb.at/steiermark/startseite.html

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AME

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel