vida: Gesundheitspersonal wichtige Anlaufstelle für Gewaltopfer

vida-Vondrasek: „Neue Lehrangebote bieten wichtige Sensibilisierung für Gewalterkennung“

Wien (OTS) - „Quer durch die Gesellschaft erfahren Frauen Gewalt. Viele schweigen aber aus Schuld oder Scham. Das ist kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem. Um diese Mauer des Schweigens frühzeitig niederzureißen, braucht es Initiativen wie jene von Anneliese Erdemgil-Brandstätter“, kommentiert die Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft vida, Elisabeth Vondrasek, die heute vorgestellten Lehrinhalte für Universitäten und Fachhochschulen zum Thema "Gewaltschutz". Damit soll vor allem Gesundheitspersonal schon während der Ausbildung sensibilisiert werden, Gewalt zu erkennen, professionelle Hilfestellung zu leisten sowie Standards für Spurensicherung und Umgang mit Aggression und Gewalt im Arbeitsbereich zu etablieren.

Gesundheitspersonal erste Anlaufstelle

In Österreich erlebt jede fünfte Frau körperliche oder sexuelle Gewalt, wie aktuelle Zahlen zeigen. Europaweit sogar jede Dritte. Die Täter sind fast immer Männer und meist aus dem nahen sozialen Umfeld – Partner, Ehemänner, Väter, Brüder. „Gerade deswegen ist es wichtig, geeignete Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen anzubieten. Oft nimmt das Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle als erste Anlaufstelle für gewaltbetroffene Frauen und andere Opfer von Gewalt ein. Ich begrüße es daher, wenn die Kolleginnen und Kollegen bereits während ihrer Ausbildung bestmöglich geschult werden, um Gewaltopfern nach ihren schlimmen Erlebnissen helfend beistehen zu können“, ergänzt Willibald Steinkellner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

Kein Opfer alleine lassen

Gewalt gegen Frauen in ihrem Privatleben – aber auch am Arbeitsplatz – ist ein einschneidendes Erlebnis, das alles verändert. Das Selbstwertgefühl, die Gesundheit, die Beziehung zu anderen. Sich alleine daraus zu befreien, ist sehr schwer. Viele Frauen brauchen Hilfe von außen. „Wir wissen, dass europaweit nur 14 Prozent ihre schlimmste Gewalterfahrung gemeldet haben. Sie brauchen Menschen in ihrer Umgebung, die sie unterstützen, sie nicht alleine lassen. Betroffene anzusprechen und nachzufragen, wie es ihnen geht, bewirkt viel. Nicht immer können sie sich sofort öffnen, aber es wird ihnen vermittelt, dass sie die Möglichkeit zum Reden haben. Mit den heute vorgestellten Programmen zum Thema Gewaltschutz sind wir diesen Zielen ein gutes Stück näher gerückt. Kein Opfer muss physische oder psychische Gewalt tatenlos hinnehmen“, schließen die beiden vida-Gewerkschafter.  

Hilfe bekommen Betroffene auch auf der vida-Plattform www.tatortarbeitsplatz.at  Dort gibt es ein Bündel an Informationen, das von Definitionen von Gewalt über Maßnahmen und konkrete Hinweise für ArbeitnehmerInnen bis hin zu weiterführenden Link-Tipps reicht.  

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Peter Leinfellner
Tel.: 01 53444 79-267 bzw. 0650 36 36 399
E-Mail: peter.leinfellner@vida.at
Internet: www.vida.at

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