- 18.09.2017, 15:12:45
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Selbständig zur Schule
Bregenz (OTS) - (VLK) – Verstopfte Zufahrtsstraßen, aus- und
einparkende Autos vor Schulen - das Bringen und Holen von Kindern mit
dem Auto führt zusehends zu Problemen vor den Schulen. Land
Vorarlberg, Landesschulrat für Vorarlberg, Sicheres Vorarlberg, Stadt
Bregenz und das regionale Mobilitätsmanagement plan b starten im
Schuljahr 2017/18 ein Projekt für einen sicheren Schulweg mit weniger
Autoverkehr vor den Schulen. Details dazu wurden heute (Montag) bei
einem Pressegespräch im Schulcampus Bregenz-Schendlingen vorgestellt.
Kinder, die schon früh eigenständig zur Schule gehen, werden in
ihrer Selbständigkeit, in ihrem Selbstbewusstsein und vor allem in
ihrer persönlichen Entwicklung gefördert. „Ein eigenständig
zurückgelegter Schulweg verhindert aber auch Bewegungsmangel und
Übergewicht und trägt dazu bei, dass Kinder ihre Umwelt bewusster
wahrnehmen“, sagte Landesrätin Bernadette Mennel. Laut einer
aktuellen Umfrage der Initiative „Sicheres Vorarlberg“ gehen 67
Prozent der sechs- bis zwölfjährigen in Vorarlberg zu Fuß zur Schule.
18 Prozent sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Mit dem
Auto werden zwölf Prozent in die Schule gefahren und drei Prozent
nutzen Spielgeräte (wie zum Beispiel Roller, Scooter oder Skate- und
Longboards). Bei einer Schule mit 300 Schülerinnen und Schülern
bedeutet das, dass in einem engen Zeitraum kurz vor Schulbeginn rund
35 bis 40 Autos vor einer Schule halten, rechnete Landesrat Johannes
Rauch vor: „Ziel soll es deshalb in den kommenden Jahren sein, diese
Situation vor den Schulen maßgeblich zu verbessern“.
Um Kinder darin zu unterstützen, öfter und regelmäßiger
Fahrradzufahren macht sich das Land dafür stark, die
Straßenverkehrsordnung zu überarbeiten. Kindern unter zehn Jahren
soll zukünftig das Radfahren am Gehsteig in Begleitung einer
Begleitperson über 16 Jahren ermöglicht werden.
Pointierter Kurzfilm zum Thema „Selbstständig zur Schule“
Zur Sensibilisierung der Eltern und als Einstieg in das Thema
wurde unter Koordination der Landeshauptstadt Bregenz ein pointierter
Kurzfilm unter dem Slogan „Man will ja nur das Beste für sein Kind“
erstellt. Eine Mutter fährt ihre Tochter mit dem Auto im wahrsten
Sinne des Wortes „in die Schule“, denn sie bleibt mitten im
Klassenzimmer stehen. Der Film soll auf heitere Art zum Nachdenken
anregen. Er ist auf dem Youtube-Channel des Landes Vorarlberg
abrufbar: https://www.youtube.com/watch?v=OtBEnyXBgeo
Ausblick - Verbesserung der Situation in den kommenden Jahren
Ein Ideenwettbewerb, der in Kooperation von Landesschulrat und
Sicheres Vorarlberg durchgeführt wird, richtet sich an Pflichtschulen
die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteurinnen und Akteure (z.B.
SchülerInnen, Eltern, Gemeinde, Polizei, andere Schulen und
Einrichtungen,...) kreative, innovative, vielleicht auch humorvolle
und vor allem überzeugende Projekte durchführen, um die Problematik
des zunehmenden Verkehrschaos vor Bildungseinrichtungen aufzuzeigen.
Alle eingereichten Projekte werden auf einer Plattform – zur
Nachahmung - präsentiert.
In den plan b Gemeinden werden sich im kommenden Schuljahr die
drei Volksschulen Lauterach Unterfeld, Hard Mittelweiherburg und
Bregenz Schendlingen intensiver mit dem Ziel „Selbstständig zu
Schule“ auseinandersetzen. Der neue Schulcampus Schendlingen geht
hier mit gutem Beispiel voran. Im Zuge des Neubaus wurde ein
sogenannter „Gut-Geh-Raum“ konzipiert. Das bedeutet, dass vor der
Schule, also auf der Wuhrwaldstraße an Werktagen von 7:15-17:00 Uhr
ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge (mit Ausnahme für Anrainer/innen
und Lieferant/innen) besteht. „Damit soll die Situation vor der
Schule maßgeblich entschärft und die Sicherheit und die
Aufenthaltsqualität für die Kinder erhöht werden“, erklärte
Bürgermeister Markus Linhart.
Zertifizierte „Bewegte Schule“ mitten im Bregenzerwald
Ein aktiver Schulweg und viel Bewegung im Unterricht sind
Jahresschwerpunkt in der Volksschule Andelsbuch. „Der Weg in die
Schule und nach Hause bringt den Kindern zusätzliche Bewegung an der
frischen Luft und hilft beim Abschalten“, sieht Direktorin Cornelia
Oberbichler bewusste Mobilität als wesentlichen Bestandteil eines
attraktiven Schulalltags. Im vergangenen Schuljahr haben die
Schülerinnen und Schüler unter anderem an Aktionen wie „Sehen und
gesehen werden“, „Toter Winkel“ oder „Radritter“ teilgenommen, ein
Stundenlauf hat das Schulfest bereichert. Eine Gruppe der Schule
nimmt am Kindermarathon in Bregenz teil; Schulgarten, gesunde Jause
und Aktivitäten z.B. mit dem Obst- und Gartenbauverein bringen den
SchülerInnen die Zusammenhänge zwischen Natur, Umwelt und Alltag
nahe.
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