- 15.09.2017, 10:55:49
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ORF III am Wochenende: Finale der „zeit.geschichte“-Reihe „Der Zweite Weltkrieg in Farbe“ und die „Verbrechen der Befreier“
Außerdem: Zweimal „In memoriam Kurt Sobotka“ sowie ein „Künstlerporträt“ zu Olga Peretyatko und „La Traviata“ in „Erlebnis Bühne“
Utl.: Außerdem: Zweimal „In memoriam Kurt Sobotka“ sowie ein
„Künstlerporträt“ zu Olga Peretyatko und „La Traviata“ in
„Erlebnis Bühne“ =
Wien (OTS) - Am Samstag, dem 16. September 2017, zeigt ORF III Kultur
und Information die letzten drei Folgen der 13-teiligen
„zeit.geschichte“-Dokumentarreihe „Der Zweite Weltkrieg in Farbe“. Am
Sonntag, dem 17. September, stehen in Gedenken an den kürzlich
verstorbenen Kammerschauspieler Kurt Sobotka zwei legendäre
Aufzeichnungen aus dem Theater in der Josefstadt als „ORF III
Spezial: In memorian Kurt Sobotka“ auf dem Programm. Im Vor- und
Hauptabend dreht sich in „Erlebnis Bühne“ mit einem „Künstlerporträt“
und Rolando Villazóns Inszenierung von „La Traviata“ alles um die in
Berlin lebende Sopranistin Olga Peretyatko, die als die Nachfolgerin
von Anna Netrebko gehandelt wird.
Samstag, 16. September: „zeit.geschichte“ mit dreiteiligem Finale
„Der Zweite Weltkrieg in Farbe“ (20.15 Uhr, 21.05 Uhr, 22.00 Uhr) und
„Die Verbrechen der Befreier – Amerikas dunkle Geheimnisse im Zweiten
Weltkrieg (22.55 Uhr)
Am Samstag steht das Finale der 13-teiligen Dokumentarreihe „Der
Zweite Weltkrieg in Farbe“ mit drei Folgen auf dem Programm,
beginnend mit „Sieg in Europa“ (20.15 Uhr). Inhaltlich startet die
Dokumentation zu Beginn des Jahres 1945. Zu diesem Zeitpunkt waren
die Tage des Dritten Reichs bereits gezählt. Im Westen standen die
Alliierten kurz vor dem Ufer des Rheins, im Osten näherte sich die
Rote Armee. Die drohende sowjetische Invasion verursachte Panik in
Nazideutschland, mehr als fünf Millionen Deutsche flohen aus Angst
vor Vergeltungsmaßnahmen und machten sich bei Temperaturen weit unter
dem Gefrierpunkt auf den Weg Richtung Westen. Als die Alliierten
schließlich im Feindesland einmarschierten, offenbarten sich die
Ausmaße der Gräueltaten: Konzentrationslager voller halbverhungerter
Insassen, achtlos liegengelassene Leichen und all das in unfassbaren
Dimensionen, die klar zeigten, was Hitler mit seiner „Endlösung“
wirklich gemeint hatte.
Mit dem „Der Kampf um die Philippinen“ (21.05 Uhr) erreicht auch der
Pazifikkrieg im Frühling 1943 einen Wendepunkt. Amerika rückte nach
Japan vor und stieß dort auf blutigen Widerstand. Der Streit um die
Philippinen führt zu einer großen Seeschlacht, die die japanische
Kampfkraft in Luft und Wasser beinahe eliminierte. Auch die
Kamikazeflieger konnten die japanische Armee nicht aus ihrer
misslichen Lage befreien.
In „Der Sieg im Pazifik“ (22.00 Uhr) befindet sich Europa nach der
Kapitulation der Wehrmacht endlich im Frieden, während im Pazifikraum
noch Krieg herrscht. Die Amerikaner drangen dort weiter vor und
schafften es immer näher an Japan heran. Die Weigerung der Japaner zu
kapitulieren führte zu einer Katastrophe: Mit der Entscheidung des
amerikanischen Präsidenten Harry S. Truman wurden zum ersten Mal
Atombomben im Krieg eingesetzt. Großstädte wie Hiroshima und Nagasaki
lagen folglich in Schutt und Asche. Japan kapitulierte – jedoch zu
spät.
Passend zum Thema geht es nach der finalen Folge von „Der Zweite
Weltkrieg in Farbe“ mit der Dokumentation „Die Verbrechen der
Befreier – Amerikas dunkle Geheimnisse im Zweiten Weltkrieg“ (22.55
Uhr) weiter. Denn mit dem Ende des großen Kriegs war nicht
gleichzeitig jegliches Verbrechen abgeschafft – vermeintliche
Befreier wie Soldaten der US-Armee ließen sich auch einiges zu
Schulden kommen. GIs erschossen deutsche Gefangene, Tausende Frauen
wurden vergewaltigt und selbst bis heute ist nicht klar, wie hoch die
Opferzahlen tatsächlich sind. Nur eines ist gewiss: Die meisten der
Verbrechen blieben ungesühnt. Der Film zeigt den Streit um Disziplin
und Militärjustiz mit enthüllenden Dokumenten und bewegenden Aussagen
von US-Soldaten und Opfern.
Sonntag, 17. September: „ORF III Spezial: In memoriam Kurt Sobotka“
mit „Vermischte Gefühle“ (13.45 Uhr) und „Der Feldherrnhügel“ (15.25
Uhr) aus dem Theater an der Josefstadt, Künstlerporträt „Olga
Peretyatko – Mein Rossini“ (19.10 Uhr) und „La Traviata“ (20.15 Uhr)
in „Erlebnis Bühne“
Am Freitag, dem 8. September, verstarb Kammerschauspieler Kurt
Sobotka im Alter von 87 Jahren. ORF III zeigt ihm zu Ehren am Sonntag
in zwei Ausgaben „ORF III Spezial: In memoriam Kurt Sobotka“
legendäre Aufzeichnungen aus dem Theater in der Josefstadt. Das erste
Stück, „Vermischte Gefühle“, handelt von zwei jahrzehntelang
befreundeten Ehepaaren. Christine (Elfriede Ott) und Hermann (Fritz
Muliar) sind übrig geblieben, nachdem ihre Ehegatten Erich und Ilse
verstarben. Ausgerechnet an dem Tag, an dem Christine nach Florenz
ziehen will und der Möbelpacker Swoboda (Kurt Sobotka) erscheint,
taucht plötzlich Hermann auf – nicht etwa, um ihr beim Umzug zu
helfen, sondern um sie davon abzuhalten. Er will Christine heiraten
und da beide verwitwet sind, finden sie rasch einen Weg zu einem
gemeinsamen Neubeginn und zeigen, dass Liebe in jedem Alter Spaß
machen kann.
Das darauffolgende Bühnenstück, „Der Feldherrnhügel“ ist eine
köstliche Komödie um einen Regimentskommandeur, der ein äußerst
turbulentes Manöver mit militärischen und amourösen Verwicklungen
abhalten muss, obwohl er eigentlich nichts anderes will, als sich in
die Pension zurückzuziehen.
Im Vorabend steht die russische Starsopranistin Olga Peretyatko, die
von ihren Fans auch als „Netrebko von Nollendorf“ bezeichnet wird, im
Fokus. Im „Erlebnis Bühne – Künstlerporträt: Olga Peretyatko – Mein
Rossini“ interpretiert sie, gemeinsam mit ihrem Mentor Maestro
Alberto Zedda und dem Orchestra del Teatro Comunale di Bologna, die
schönsten Arien von Gioachino Rossini. Zwischen den Aufführungen
melden sich Peretyatko und Zedda immer wieder zu Wort und lassen das
Publikum an ihren Erfahrungen mit Rossinis fantastischer Musik
teilhaben.
Anschließend präsentiert „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ den
Verdi-Klassiker „La Traviata“, der im Jahr 2012 im Festspielhaus
Baden-Baden mit Peretyatko in der Titelrolle von Opernsänger und
Regisseur Rolando Villazón inszeniert wurde. Giuseppe Verdis
tragische Oper rund um die Edelkurtisane Violetta, die ihr
lasterreiches Leben für die Liebe aufgibt, wurde von Villazón zeitlos
und in einer farbenfrohen Kunstwelt dargestellt. Violetta ist eine
Zirkusprinzessin und das Bühnenbild eine Zirkusarena voll überdrehter
Artisten. Doch auch die Verlagerung in eine Manege kann Verdis
unglückselige Violetta nicht retten.
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