AK Wien: Direktvergabe im Bahnverkehr sichert gut funktionierendes System

AK Expertin warnt vor Ausverkauf: Bahn muss rot-weiß-rot bleiben

Wien (OTS) - „Etwa 400.000 Pendlerinnen und Pendler nutzen in Österreich täglich die Bahn am Weg zur Arbeit. Sie brauchen ein stabiles und vor allem leistbares Bahnsystem, das sich an ihren Bedürfnissen und nicht an den Gewinn- und Marktinteressen ausländischer Unternehmen orientiert“, sagte die Leiterin der AK Verkehrsabteilung Sylvia Leodolter auf einer Enquete im SPÖ-Parlamentsclub zum Thema Direktvergabe im Bahnverkehr. Österreich ist innerhalb der EU Bahnfahrerland Nummer eins. Die Fahrgäste stehen zu ihrer Bahn. Die AK Verkehrsexpertin warnte dringend davor, die über 20 großen und kleinen Bahnunternehmen in Österreich unter internationalen Druck zu setzen. „Wir sollten stattdessen dieses erfolgreiche Bahnsystem im Sinne der Fahrgäste, gerade auch der Pendlerinnen und Pendler, weiterentwickeln. Ein Zwang zur Ausschreibung bringt dagegen große internationale Bahn-Konzerne wie die Französische Bahn oder die Deutsche Bahn ins Spiel“, so Leodolter. Der Personenbahnverkehr werde immer mit Steuergeldern subventioniert werden müssen. „Wenn wir wollen, dass unsere Bahnen rot-weiß-rot bleiben, dass die Wertschöpfung in Österreich bleibt, dass regionale Arbeitgeber im Geschäft bleiben: Dann muss die Direktvergabe im Bahnverkehr bleiben“, so Leodolter.

 

Das sei auch im Sinne der Bahnkundinnen und Bahnkunden, erklärte Leodolter weiter. „Wenn es um die Leistbarkeit geht, liegt Österreich bei den durchschnittlichen Ticketpreisen deutlich unter dem europäischen Schnitt und damit auch besser als Deutschland oder Frankreich.“ In Großbritannien zeigt sich da übrigens ganz klar, wem die radikale Liberalisierung genutzt hat: Dort gibt es hohe Gewinne für die bei Ausschreibungen siegreichen ausländischen Staatsbahnen, wie etwa die deutsche, französische oder holländische Bahn, aber die höchsten Preise für die Fahrgäste, etwa 2 1/2 Mal so teuer wie in Österreich.

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