• 09.09.2017, 17:02:38
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LH Mikl-Leitner eröffnete das „Haus der Geschichte“ im Museum Niederösterreich

„Ein im wahrsten Sinne des Wortes historischer Tag“

Utl.: „Ein im wahrsten Sinne des Wortes historischer Tag“ =

St. Pölten (OTS/NLK) - 40.000 Jahre Menschheitsgeschichte mit einem
Schwerpunkt ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt ab dem
morgigen Sonntag das „Haus der Geschichte“ im Museum
Niederösterreich. Heute, Samstag, wurde das „Haus der Geschichte“ im
Zuge eines Festaktes im Festspielhaus St. Pölten durch
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner offiziell eröffnet.

Der heutige Tag sei ein „im wahrsten Sinne des Wortes historischer
Tag“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Mit dem „Haus der
Geschichte“ wolle man die Geschichte Niederösterreichs als Kernland
Österreichs mit allen internationalen Beziehungen“ zeigen, betonte
sie: „Eine moderne, zeitgenössische Präsentation braucht den
internationalen Kontext.“ Mit dieser neuen Einrichtung komme man
zudem dem steigenden Interesse an der Zeitgeschichte nach und würdige
auch die Bedeutung großer Niederösterreicherinnen und
Niederösterreicher wie Bertha von Suttner, Leopold Figl, Julius Raab
und Alois Mock, die „österreichische und europäische Geschichte
geschrieben haben“.

Das „Haus der Geschichte“ solle zudem „ein Ort der
Auseinandersetzung mit unserer Geschichte“ sein, ein „emotionaler
Anker in einer herausfordernden Zeit“, hielt die Landeshauptfrau
weiters fest. Diese Einrichtung habe viele Funktionen, betonte sie:
„Es ist ein Ort der Vermittlung und Ausstellung, aber auch ein Ort
der Forschung und eine wertvolle Einrichtung für uns als Land
Niederösterreich, um unserer bildungspolitischen und
demokratiepolitischen Verantwortung gerecht zu werden.“

Mit einem „Dank an alle, die mit viel Engagement dieses Projekt
umgesetzt haben“, eröffnete der Gründungsdirektor Prof. Stefan Karner
seine Festansprache. Das „Haus der Geschichte“ sei für Österreich
„ein Novum“, sagte er: „Es ging nicht darum, einen kurzen Zeitraum
darzustellen, sondern es ging um die Einbettung des Landes in den
zentraleuropäischen Raum“, sowie um „ein offenes Forum, auf dem
Öffentlichkeit und Wissenschaft einander begegnen.“ Die Einrichtung
und Errichtung des „Hauses der Geschichte“ begründe sich aus vielen
historischen Bezügen: „Vom einstigen Land um Wien hat
Niederösterreich zu einer starken Landesidentität gefunden.“

Das „Haus der Geschichte“ sei „nichts Fertiges“, so Karner: "Wir
haben keine Lehre, aber wir führen in diesem Haus ein Gespräch: ein
Gespräch über Geschichte und letztendlich auch über uns.“

Der Historiker und Schriftsteller Philipp Blom hielt im Zuge des
Eröffnungsfestaktes ein Impulsreferat. „Geschichte hat weniger mit
einer Bibliothek zu tun als mit einer Werkstatt. In dieser Werkstatt
muss man zwei Sachen unterscheiden: Die Fakten – oder die
Vergangenheit – und die Geschichte selbst.“ Geschichte sei „eine Art
Chronik der Entwicklung eines Wir-Gefühls“, meinte er: „Ein
Wir-Gefühl, das immer wieder neu definiert werden muss und nie
abgeschlossen ist.“

Weiters kamen im Zuge des Festaktes Danielle Spera, die Präsidentin
von ICOM Österreich, und der Kulturhistoriker Prof. Manfred Wagner zu
Wort. Im Gespräch mit Moderatorin Barbara Stöckl meinte die
Direktorin des Jüdischen Museums in Wien, Danielle Spera: „Heute ist
ein Festtag für die ,Museumscommunity‘ und für das ganze Land.“
Wagner hob den Pluralismus und die Multidisziplinarität sowie die
„Offenheit des Gesprächs“ im 92-köpfigen wissenschaftlichen
Fachbeirat hervor.

Künstlerisch gestaltet wurde der Festakt durch das von Alfred
Eschwé dirigierte Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und den
Komponisten Otto Lechner. Zur Eröffnung waren neben Landeshauptmann
a. D. Erwin Pröll u. a. auch die Mitglieder der Bundesregierung
Wolfgang Brandstetter, Wolfgang Sobotka und Hans-Jörg Schelling sowie
zahlreiche Vertreter der Kirche, der Wirtschaft und der Medien sowie
zahlreiche Botschafter gekommen.

Das „Haus der Geschichte“ bietet auf rund 3.000 Quadratmetern über
2.000 Objekte von privaten lokalen, regionalen, nationalen und
internationalen Leihgebern. Darunter befinden sich die größten
Schätze aus sechs Millionen Objekten der Landessammlungen
Niederösterreich, aus 700 Ausstellungshäusern und historischen
Ausstellungen in Niederösterreich und aus einer Sammelaktion, bei der
für die Schwerpunktausstellung zur Ersten Republik um die 3.000
Objekte angeboten wurden. Zu den „Highlights“ der Ausstellung zählen
etwa der Dienstwagen von Leopold Figl, ein Faksimilie des
Staatsvertrages, der Bonjour-Rock von Kaiser Franz Joseph I. oder ein
zehn Meter hoher Wachturm aus der Zeit des Eisernen Vorhanges. Ein an
der Decke befestigter Hängegleiter erzählt die Geschichte des
Tschechen Jiri Rada, der damit 1988 nach Niederösterreich flüchtete.

Strukturiert ist das „Haus der Geschichte“ in Form von Clustern,
bewusst thematisch und nicht chronologisch. Die vernetzte Betrachtung
ermöglicht die Analyse von Entwicklungen, auch wenn diese nicht
zeitgleich verlaufen. Jeder Rundgang kann so individuell nach eigenen
Interessen gestaltet werden. Die Besucherinnen und Besucher können
sich so einen raschen Überblick über die wichtigsten Ereignisse in
der Geschichte Niederösterreichs im zentraleuropäischen Kontext
verschaffen, gleichzeitig aber auch einzelne Themen vertiefen.

Das „Haus der Geschichte“ im Museum Niederösterreich sowie die
Schwerpunktausstellung „Die umkämpfte Republik: Österreich 1918-1938“
sind ab 10. September 2017 von Dienstag bis Sonntag und feiertags von
9 bis 17 Uhr zu sehen.

Nähere Informationen: Florian Müller, Öffentlichkeitsarbeit und
Kommunikation, Tel.: 0664/60 49 99 11, e-mail:
florian.mueller@museumnoe.at.

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