Unruhige Zeiten benötigen Perspektivenvielfalt

Ein Expertengremium war sich einig: Nur ein ausgewogener Gender-, Generationen- und Kulturmix macht Unternehmen stark und erfolgreich.

Wien (OTS) - Im Rahmen der Wirtschaftsgespräche des Europäischen Forum Alpbach wurde bei der Breakout Session 09 „Die Macht zum Wir“ das Thema diskutiert, wie ein Miteinander statt eines Gegeneinanders von Mann und Frau in den Unternehmen gelingen kann. Dabei war ein prominentes Panel mit Harald Katzmair (Soziologe, Philosoph und Leiter von FASresearch), Rebekka Reinhard (Philosophin, Autorin, Keynote-Sprecherin), Maria Zesch (CCO T-Mobile Austria) und Gerald Gruber (General Manager Mastercard Austria) unter der Moderation von Sonja Zant (Unternehmensberaterin) geladen. Letztendlich ist das Macht- und Geschlechterkampf-Thema zwischen Mann und Frau eines, über das schon viel gesprochen wurde, das viel bedeutet, das einiges in Bewegung gebracht hat, aber gleichzeitig hartnäckig stabil bleibt und rasend stillsteht – und das, obwohl sich die Welt um uns immer schneller dreht und rasant verändert. 

Diskrepanz zwischen Mann und Frau ist immer noch gegeben

Eine neue Studie von Ernst & Young zeigt zwar immerhin einen leichten Anstieg der Frauenquote in Führungspositionen im Vergleich zum Jahr 2016 – um von einer Gleichverteilung und somit Perspektivenvielfalt sprechen zu können, ist aber noch ein weiter Weg zu gehen. Betrachtet man den Anteil der Frauen in den Vorstandsetagen von Österreichs börsennotierten Unternehmen, arbeiteten zum Stichtag 30. Juli 2017 insgesamt elf weibliche Vorstände – und damit um zwei mehr als im Jahr zuvor – in den 63 im Wiener Börse Index (WBI) notierten Unternehmen. Den elf Frauen stehen in den Vorstandsgremien insgesamt 185 Männer gegenüber. Der Frauenanteil stieg damit leicht von 4,7 auf 5,6 Prozent an. Zwar ist der Anteil der börsennotierten Unternehmen mit zumindest einer Frau im Vorstand leicht gestiegen, aber dennoch findet sich nur in knapp jedem siebten Unternehmen (14 %, 2016: 11 %) zumindest ein weibliches Vorstandsmitglied. Wie schon 2016 haben nur knapp drei Prozent mehr als eine Frau in der Chefetage. Doch nicht nur im Business gibt es dieses Ungleichgewicht, im Kino und TV ist die Unwucht größer als von vielen bisher vermutet. Auf eine Frau in Film und Fernsehen kommen zwei Männer – so die Erkenntnis von Maria Furtwängler (Schauspielerin und Ärztin) aus der Geschlechterstudie „Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen“. Bewusstsein sei der erste Schritt zur Veränderung, sagte Furtwängler in einem ZDF- Interview, besonders eklatant sei diese Diskrepanz im Kinderfernsehen. Hier ist laut Furtwängler sogar nur eine von vier Rollen weiblich besetzt. Bis zu 80 % der Stimmen und Charaktere in den Fantasiewelten seien männlich, was schon im Kindesalter zur Prägung beitrage.   

Perspektivenvielfalt als Erfolgsfaktor

Das Thema Diversität ist auch für Mastercard wesentlich. „In Zeiten der Veränderung und der zunehmenden Digitalisierung sind Themen wie Diversität, Konflikt und Kooperation sehr relevant, weil wir uns selbst immer wieder die Frage stellen, wie wir mehr Perspektivenvielfalt und unterschiedliche Sichtweisen in unser Unternehmen bekommen“, sagte Gerald Gruber, General Manager Mastercard Austria. Vielfalt und Wandelbarkeit seien für eine Wirtschaft, die nachhaltig erfolgreich sein wolle, eine Notwendigkeit. „Wenn die Welt variabler wird, müssen auch wir variabler werden und Diversität heißt ja nichts anderes, als dass wir mehr Optionen und Alternativen zur Verfügung haben“, schloss Harald Katzmair, Soziologe, Management-Philosoph, Gründer und Leiter von FASresearch nahtlos an. Rebekka Reinhard, Philosophin, Rednerin und Autorin, gab den Frauen von heute ganz konkrete Ratschläge mit: „Was Frauen speziell für sich tun können, um mit mehr Leichtigkeit zu führen und Macht zu leben, ist sich zu vergegenwärtigen, welche Rolle verinnerlichte Stereotypen spielen. Es steht schlussendlich nicht im Mittelpunkt, ob wir an vorderster Front mehr Frauen haben, wo früher mehr Männer waren, sondern es geht vielmehr darum, dass wir mehr vernünftige Menschen haben.“ Letztendlich seien Frauen, die es bis an die Spitze eines Konzerns geschafft haben, in Österreich noch sehr selten. Einig waren sich alle darin, dass es jene, die es geschafft haben, trotz aller Hindernisse geschafft haben. Bis zu einer tatsächlichen Gleichstellung sei noch ein weiter Weg zu gehen. „Ich finde es gut, dass es jetzt zumindest eine Quote für weibliche Aufsichtsräte gibt. Jetzt gilt es, diese landesweit tatsächlich umzusetzen, das ist ein Ziel, dem sich Österreich ab 2018 widmen wird“, sagt Maria Zesch, COO T-Mobile Austria, die zu den Vorzeigebeispielen in Österreich zählt, hat sie doch nach einer Babypause wieder den Weg zurück an die Spitze geschafft. 

Mastercard setzt auf Vielfalt

Im internationalen Vergleich gibt es in Österreich in Sachen Diversität in der Wirtschaft noch großen Aufholbedarf. Je offener Unternehmen agieren, desto mehr Innovationskraft entwickeln sie und desto nachhaltiger bleiben sie wettbewerbsfähig. „Diversität und Vielfalt des Denkens sind das Herz von Innovationen. Mit der verstärkten Positionierung von Frauen stellen wir Perspektivenvielfalt innerhalb des Unternehmens sicher. Das Schöne daran ist, dass nicht nur wir als Unternehmen davon profitieren, sondern gleichzeitig auch tolle Initiativen und Produkte für den Markt entstehen“, sagt Gerald Gruber. Mit Girls4Tech, Women in Technologies und Project Inspire hat Mastercard spannende Initiativen zur Förderung und Stärkung von Frauen auf der ganzen Welt ins Leben gerufen. Im Zentrum steht die weltweite Schaffung von dynamischen, geförderten und ausgewogenen Arbeitsplätzen, um integrative Ansätze für die Wirtschaft sowie Ausgewogenheit und einen gleichberechtigten Zugang zu Produkten und Lösungen zu schaffen. „Je vielfältiger die Lebenserfahrungen sind, desto besser sind die Ideen. Wir sind der Auffassung, dass die Vielfalt entscheidend für das Voranbringen des Geschäfts ist. Schlussendlich geht es um den Menschen: Wer du bist, soll keine Barrieren schaffen, sondern Türen öffnen“, fasst Gerald Gruber zusammen.

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