Grüne Frauen Wien: Mädchen brauchen eine XXL-Schultüte für mehr Chancen

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Schulbeginns haben die Grünen Frauen Wien der Bildungsministerin die „XXL-Chancen-Schultüte für Mädchen“, überreicht. Die Schultüte enthält eine Reihe von Forderungen für mehr Zukunftschancen für Mädchen. „Schon in der Schule werden die Grundlagen dafür gelegt, wie Mädchen später als Frauen ihr Leben gestalten – vom Selbstvertrauen bis zur Wahl der weiteren Ausbildung und des Berufs. Wir wollen Mädchen von Beginn an stärken und ihnen alle Chancen für ein selbstbestimmtes Leben bieten“, so die Frauensprecherin der Grünen Wien, Barbara Huemer.

Alltagssexismus und auch sexualisierte Gewalt unter SchülerInnen ist leider bereits in jungen Jahren ein Problem. "Oftmals fehlt das Problembewusstsein unter dem Lehrkörper, dass Beschimpfungen aufgrund des Aussehens, des Körperbaus, der Geschlechtszugehörigkeit oder auch 'leichte' sexuelle Belästigungen gegenüber Mädchen Gewalt darstellen", so die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan. Hier brauche es eine klare Haltung des Betreuungspersonals und eindeutige pädagogische Interventionen.

Die XXL-Schultüte – Forderungen für mehr Zukunftschancen für Mädchen:

1. Ausgewogene Schulbücher: Wenn Kinder in der Schule die ersten Sätze lesen lernen, dann sind das oft Sätze wie „Die Mama kocht“. Hier könnte man schon früh beginnen, gendergerechte Sprache in den Schulbüchern zu verwenden. Dazu braucht es dann auch LehrerInnen, die das gut vermitteln können. Im Geschichtsunterricht soll von der rein männerlastigen Geschichte abgegangen werden und historisch wichtige Frauenfiguren Eingang in den Unterricht finden.

2. Aufbau von Selbstbewusstsein

Erfahrungsgemäß trauen sich Mädchen weniger zu als Burschen. Das ist nicht angeboren, sondern anerzogen. Daher muss dem in der Schule schon entgegen gewirkt werden. Etwa durch "Ich sag NEIN"-Workshops, Ermutigung von Mädchen für SchülerInnen-Vertretungen zu kandidieren, Durchführung von Mädchen-Selbstverteidigungskursen in, positive Verstärkung der Interessen und Talente durch Rollenspiele oder durch spielerisches Erfahrungen sammeln mit unterschiedlichen Berufen.

3. Nicht nur Frauenberufe – was im Berufsleben alles möglich ist

Fast die Hälfte der weiblichen Lehrlinge macht entweder die Ausbildung zur Handelskauffrau, zur Bürokauffrau oder zur Friseurin. Hier gilt es, schon in der Schule Mädchen ausreichend darüber zu informieren, welche Fülle an Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsfeldern ihnen zur Verfügung steht. Wichtig ist, möglichst früh - am besten schon am Ende der Volksschule unter Einbeziehung der Eltern - das volle Berufsspektrum zu vermitteln. Denn leider sind viele Berufe, die Frauen traditionell ergreifen, schlecht bezahlt.

4. Politische Bildung für gleiche Präsenz von Frauen in Politik, Wirtschaft und Kultur

Frauen sind in der Politik, in den höheren Ebene von Wirtschaft und Kultur unterrepräsentiert. Im Unterrichtsfach „Politische Bildung“ muss das thematisiert und hinterfragt werden. Es muss klar werden, dass Frauen in allen Bereichen auf allen Ebenen gleich präsent wie Männer sein müssen, um entsprechende Entscheidungen für die Bedürfnisse von Frauen treffen zu können.

5. LehrerInnen-Ausbildung

Gut ausgebildete und selbstreflektierte Lehrerinnen und Lehrer sind Voraussetzung für gendersensiblen Unterricht. Es darf nicht vom Zufall oder vom einzelnen persönlichen Engagement abhängen, wie Mädchen und Burschen ausgebildet werden. Es braucht verpflichtende Standards wie die Gleichstellung von Mädchen/Frauen und Burschen/Männer in der Schule umgesetzt wird.

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