Gratis - Mundhygiene für Kinder und Jugendliche ist an sich zu begrüßen - Zahnmedizin muss auch für Ältere sozialer werden

In Österreich sind aber vor allem ältere und sozial schwache BürgerInnen durch hohe Selbstbehalte für Zahnersatz weiterhin massiv benachteiligt, Essen können sollte ein Grundrecht sein

Wien, Eggenburg (OTS) - Der Vorschlag von Bundeministerin Rendi-Wagner, eine Gratis-Mundhygiene für Kinder und Jugendliche einzuführen, sei an sich zu begrüßen, so DDr. Gerald Jahl, Kieferchirurg, Implantologe und Zahnarzt aus Eggenburg/NÖ, allerdings greife der Vorschlag zu wenig weit: “In der Zahnmedizin sind aber vor allem ältere und sozial schwächere Schichten stark benachteiligt – mit verheerenden Folgen. Bei allem Respekt für Gratis-Kinderbehandlungen, wir dürfen in Österreich nicht auf die ältere Generation vergessen, von denen sich viele keinen adäquaten Zahnersatz mehr leisten können. Essen können ist ein Grundrecht!“

Mehr als ein Viertel der ÖsterreicherInnen über 65 Jahre sind zumindest im Ober- oder Unterkiefer zahnlos, im Schnitt fehlen den Österreichern 20 bis 23 Zähne. Mangelernährung und Untergewicht ist dadurch bei älteren Personen besonders häufig zu beobachten. Laut Studien sind rund 80 Prozent aller HeimbewohnerInnen durch die fehlende Kaufunktion von Unterernährung und Mangelerscheinungen betroffen. 

„Holen Sie sich, was Ihnen zusteht. Dieser aktuelle Slogan trifft leider nicht auf die unsoziale Situation in der österreichischen Zahnmedizin zu“, ergänzt DDr.Jahl. 

Der Großteil an älteren Menschen ist auf einen herausnehmbaren Zahnersatz wie einfache Prothesen angewiesen, hier beträgt der Selbstbehalt bei der GKK NÖ derzeit über 500 Euro, und hat sich somit in den letzten Jahren verdoppelt. DDr. Jahl: „ Selbstbehalte sollte abgeschafft werden, eine einkommensabhängige Staffelung ist dringend notwendig. Diese „Gesundheitssteuer“ für Kranke und Bedürftige, dieser Missstand sollte sofort per Gesetz abgeschafft werden, vor allem für BezieherInnen von Mindestpensionen!“  

Dieser Meinung sind auch einige Gesundheitsökonomen und viele ÄrztInnen und ZahnärztInnen, die auch nicht verstehen können, dass es im Bundesländervergleich und innerhalb der unzähligen Krankenkassen erhebliche Unterschiede bezüglich der Selbstbehalte für PatientInnen gibt

Die Gesamtausgaben der Sozialversicherungen für die Zahnheilkunde liegen derzeit bei 5,6 Prozent, Tendenz sinkend. Die Forderung von DDr. Jahl und vielen KollegInnen: „Der Kassenvertrag aus dem Jahr 1957 muss dringend an die aktuelle soziale Situation angepasst werden.“

Auch das Ergebnis der vom Sozialministerium in Auftrag gegebenen 630.000 Euro teuren Effizienzstudie der London School of Economics spricht von einer empfehlenswerten einkommensabhängigen Staffelung und Harmonisierung.

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DDr. Gerald Jahl
Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
Facharzt für Kiefer- und Mundchirurgie
3730 Eggenburg

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