ORF-"Sommergespräch": FPÖ-Kickl: Wrabetz hat massiven Erklärungsbedarf

„Auch die aufgeregte Kritik der ÖVP ist jedoch scheinheilig“

Wien (OTS) - „Für die Moderation eines solchen bewährten Sendeformats - wie es das ORF-„Sommergespräch“ seit Jahren im Allgemeinen, aber insbesondere in Vorwahlkampfzeiten ist - ist ein persönliches Naheverhältnis eines Moderators zum Bundeskanzler und Parteichef einer wahlwerbenden Partei für einen öffentlich-rechtlichen Sender inakzeptabel. Das ist der klassische Fall einer Unvereinbarkeit“, so heute FPÖ-Generalsekretär NAbg. Herbert Kickl zu kolportierten Meldungen, wonach ORF-Moderator Tarek Leitner und Bundeskanzler Kern mehrmals Urlaub auf einer Finca in San José auf der spanischen Insel Ibiza gemacht haben sollten.

„Die Frage stellt sich nun schon: Wenn schon Tarek Leitner selbst keine Unvereinbarkeit sieht, wo bleibt dann die ordnende Hand des Info-Verantwortlichen Generaldirektors? Hat Wrabetz davon gewusst oder nicht? Und wenn ORF-Generaldirektor Wrabetz von diesen gemeinsamen Urlauben von seinem Moderator mit dem Kanzler gewusst hat, warum hat er nicht dafür Sorge getragen, dass Tarek Leitner in diesem Fall als Moderator für dieses Interview abgezogen wurde, da ja in dem Fall eine ‚ordentliche Portion Befangenheit‘ besteht. Wer kann garantieren, dass nicht im Vorfeld des Kern-Interviews Absprachen zwischen den beiden Herren stattfinden? Möglicherweise hat sich der ORF-Generaldirektor in dieser Frage vor dem Hintergrund seines Seilschaftsdenkens heraus gar nichts dabei gedacht, ist doch u.a. sein Bruder im Wahlkampfteam von Christian Kern. Wrabetz hat jedenfalls massiven Erklärungsbedarf, sonst sieht es so aus, als ob er daran mitgewirkt hätte, es dem Bundeskanzler am kommenden Montag möglichst bequem zu machen“, sagte Kickl.

„Insgesamt zeigt sich aber einmal mehr, welches Sittenbild im ORF vorherrscht und wie eigentlich moralisch kaputt der ORF ist. Auf alle Fälle rückt nun die Notwendigkeit einer Totalreform des ORF wieder voll ins Zentrum der Politik. Aber auch die aufgeregte Kritik der ÖVP erscheint mir schon ein wenig scheinheilig, da es genügend Verbindungen der ÖVP im ORF und auch zahlreiche schwarze Netzwerke innerhalb des ORF gibt“, so der FPÖ-Generalsekretär.

In diesem Zusammenhang verwies der FPÖ-Generalsekretär als aktuelles Beispiel auf engste Verflechtungen zwischen schwarzen Landeshauptleuten und ORF-Landesdirektoren. "In Tirol sitzt mit Herrn Krieghofer beispielsweise ein Mann mit schwarzem Parteibuch und einer engen persönlichen Freundschaft zum Landeshauptmann Platter an der Spitze des ORF. Pikanterweise ist er trotz des Erreichens des Pensionsantrittsalters just bis zur Landtagswahl als ORF-Landesdirektor verlängert worden, um offenbar Platter eine Hofberichterstattung zu garantieren", so Kickl weiter. Für die FPÖ sei klar, dass der ORF in seinen Führungsetagen ein politischer Erfüllungsgehilfe des rot-schwarzen Systems sei - das sei jedoch nicht seine Aufgabe. Ein neues ORF-Gesetz habe hier Klarheit zu schaffen, betonte Kickl.

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