ÖGB-Achitz: Weiterbildung gezielt fördern, damit Arbeitsmarktsituation weiter verbessert wird

Jammern über Fachkräftemangel erst bei Vollbeschäftigung diskutabel

Wien (OTS/ÖGB) - „Am Arbeitsmarkt ist deutlich erkennbar, dass sowohl die aktive Arbeitsmarktpolitik als auch die Wirtschaftspolitik auf dem richtigen Weg waren und sind“, sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, anlässlich der heute präsentierten AMS-Daten. „Den Weg der Investitionen in den Arbeitsmarkt, Stichwort Aktion 20.000 und Beschäftigungsbonus, muss Österreich daher weitergehen. Er darf nicht mit Ideen konterkariert werden, die dem deutschen Hartz-IV-Modell nacheifern.“++++

Die sich verbesserte Situation des Arbeitsmarktes ist aber noch lange kein Grund zum Ausruhen. Achitz: „Nach niedrig Qualifizierten, vor allem nach PflichtschulabsolventInnen, besteht kaum Nachfrage, ihre Arbeitslosenquote bliebt hoch.“ Weiterbildung ist nicht nur für Arbeitslose wichtig, sondern auch für ArbeitnehmerInnen, die im Beruf stehen: „Durch die Digitalisierung werden vor allem die Jobs der Menschen mit mittlerer Qualifikation unter Druck kommen, also die Facharbeiterinnen und Facharbeiter. Hier muss die Politik mit gezielter Förderung der Weiterbildung eingreifen. Aber auch die Unternehmen müssen in die Pflicht genommen werden. Der ÖGB fordert daher Rechtsanspruch auf betriebliche Weiterbildung im Ausmaß von mindestens einer Woche Normalarbeitszeit pro Jahr, unter Fortzahlung des Entgelts.“

„Statt schon jetzt über eventuell in den kommenden Jahren eintretenden Fachkräftemangel zu jammern, sollten die Unternehmen lieber wieder mehr Lehrlinge aufnehmen“, sagt Achitz in Richtung von Wirtschaftsvertretern, die vorbeugend eine Erweiterung der Mangelberufsliste fordern, obwohl noch immer viel zu viele Menschen Arbeit suchen. „Das Ziel der Politik muss Vollbeschäftigung sein. Erst wenn diese erreicht ist, können wir über Fachkräftemangel diskutieren. Bis dahin soll die Wirtschaft bitte selbst diejenigen Fachkräfte ausbilden, die sie benötigt.“

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