• 31.08.2017, 10:58:31
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„Leidenschaft und Verrat: Oberst Redl – Der Jahrhundertspion“ in „Universum History“

Am 1. September um 22.45 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 1. September um 22.45 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Am 25. Mai 1913 um zwei Uhr Früh beendete ein Schuss
einen der größten Spionagefälle der Geschichte. Alfred Redl, der
Oberst des Generalstabs, tötete sich mit einer Browning-Pistole im
Zimmer Nr. 1 des Hotels Klomser in der Wiener Herrengasse. Der
frühere Chef des k .u. k. Geheimdienstes hatte über Jahre hinweg
wichtige militärische Geheimnisse an Russland, Frankreich und Italien
verkauft. Der Fall Redl ist ein Skandal – und ein Sittenbild der
Wiener Gesellschaft am Vorabend des Ersten Weltkriegs. „Universum
History“ folgt mit der Dokumentation „Leidenschaft und Verrat: Oberst
Redl – Der Jahrhundertspion“ von Fritz Kalteis und Gerhard Jelinek am
Freitag, dem 1. September 2017, um 22.45 Uhr in ORF 2 der Geschichte
des „Königs aller Vaterlandsverräter“. Der Film entstand als
Koproduktion von ORF, Metafilm und BMUKK, gefördert von Filmfonds
Wien und Fernsehfonds Austria.

Sex, Gier, Verrat – das sind die Zutaten des Falles Redl. Der
Karriere-Offizier verkaufte über Jahre militärische Geheimnisse der
k. u. k. Armee an den zaristischen Geheimdienst und hielt mit dem so
erhaltenen Geld seinen jungen Liebhaber, Leutnant Stefan Horinka, bei
Laune. Keiner wollte das Doppelleben des hohen Generalstabsoffiziers
durchschauen – bis Redl einen fatalen Fehler beging. Am 25. Mai 1913
nahm sich Alfred Redl unter mysteriösen Umständen das Leben. Er war
unter Mithilfe des deutschen Geheimdienstes entlarvt worden und nach
Information an den Generalstabschef Conrad von Hötzendorf und
Erzherzog Franz Ferdinand zum Geständnis und Selbstmord gezwungen
worden.

Der eine war der Meister der Reportage, der andere ein sogenannter
Meisterspion. Ihre Geschichten sind eng miteinander verbunden. Der
eine, Egon Erwin Kisch, der berühmte „rasende Reporter“ aus Prag,
machte den Fall des anderen, des Oberst Alfred Redl, der jahrelang
für das Zarenreich spionierte, erst bekannt. Kisch konnte in seiner
journalistischen Arbeit die Vertuschungsversuche der k. u. k.
Armeeführung geschickt unterwandern, indem er alle Vorwürfe gegen
Redl in Form eines Dementis in der Prager Tageszeitung „Bohemia“
veröffentlichte. So kam der Fall mit all seinen pikanten Details im
Mai 1913 an die Öffentlichkeit. Dass diese Affäre geheimnisumwittert
blieb, lag aber auch an den dürftigen Ermittlungen der Behörden. In
der bereits dem Untergang geweihten Donaumonarchie war das Ehrgefühl
– der Selbstmord, in den man Redl getrieben hatte – offenbar
wichtiger als das Wissen um den Schaden, den dieser angerichtet
hatte.

So blieben viele Details des Redl’schen Verrats fast hundert Jahre
lang unentdeckt. Regisseur Fritz Kalteis begibt sich auf eine
Spurensuche nach den wahren Details des Falles Redl und gestattet
einen Blick in die Persönlichkeit des k. u. k. Geheimdienstchefs.
Anhand der letzten Stunden von Alfred Redl werden die Motive des
Spions offenbar – der verzweifelte Versuch, eine zerbrochene
Liebschaft mit einem jungen Leutnant aufrechtzuerhalten, sowie Redls
eigentliche Triebfeder, die der Habgier. Was der Meisterspion alles
verraten hatte und wie er seine Tarnung jahrelang aufrechterhalten
konnte, darüber geben die Historiker Gerhard Jagschitz, der Enkel von
Max Ronge, der den Fall Redl vor 100 Jahren untersuchte, Verena
Moritz und Hannes Leidinger (Autoren des Buches „Oberst Redl – der
Spionagefall, der Skandal, die Fakten“), Manfried Rauchensteiner
(„Der Tod des Doppeladlers“) und der Direktor des
Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, Christian Ortner, Auskunft.

Die „Affäre Redl“ ist aber nicht nur ein Kriminalfall und ein
Sittenbild in den letzten Tagen der verlöschenden Monarchie, sondern
auch eine Geschichte über Rezeption und Manipulation eines Skandals.
Egon Erwin Kisch hat bei der Beschreibung des Falls Redl so manches
Detail seiner Recherche erfunden. In den seit 1922 produzierten fünf
historischen Kinofilmen wird jeweils ein anderes Bild der Affäre und
der Habsburgermonarchie gezeichnet. Kisch, der mit der Aufdeckung der
Affäre berühmt wurde, war aber auch persönlich von den Folgen des
„Hochverrats“ betroffen. Als ein Jahr nach der Aufdeckung der Affäre
der Erste Weltkrieg begann, diente Egon Erwin Kisch ausgerechnet in
jenem Prager Korps, das Redl jahrelang geführt hatte und dessen
Aufmarschpläne für den Kriegsfall er ans Zarenreich verraten hatte.

Die Dokumentation wurde an den Originalschauplätzen in Wien und Prag
und anhand von Originaldokumenten aus dem österreichischen
Kriegsarchiv und dem Nachlass von Max Ronge gedreht. In den
aufwendigen und historisch genauen Darstellungen des Kriminalfalls
wirken unter anderem Christoph Grissemann und Dirk Stermann als
Geheimdienst-Offiziere mit.

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