Staatssekretärin Duzdar: Hasspostings und Cybermobbing auch in Österreich stark verbreitet

Präsentation der Studie zu Internetnutzung und Cybermobbing - neue Beratungsstelle #Gegen Hass im Netz startet demnächst

Wien (OTS) - „Das Internet ist im Zeitalter der Digitalisierung der gesamten Gesellschaft ein Raum der demokratischen Meinungsfreiheit und das soll es auch bleiben. Wir müssen gegen negative Tendenzen ankämpfen und klar zum Ausdruck bringen, dass diese nicht gewünscht sind“, erklärte Staatssekretärin Muna Duzdar heute anlässlich der Präsentation des Digitalmonitors mit den Ergebnissen zum Thema Internetnutzung und Informationsverhalten und dem Konzept der neuen Beratungsstelle #Gegen Hass im Netz, die sie gemeinsam mit dem Politologen Peter Filzmaier und der Geschäftsführerin von ZARA, Claudia Schäfer, vornahm.

Die Studie wurde vom Institut für Strategieanalysen (ISA) und meinungsraum.at unter der Leitung von Peter Filzmaier durchgeführt, mit dem Betrieb der Beratungsstelle wurde der Verein ZARA betraut. #Gegen Hass im Netz wird am 15. September mit fünf Mitarbeitern die Arbeit aufnehmen.

„Hassbotschaften treten verstärkt in sozialen Netzen auf, haben eine riesige Reichweite und damit einen großen Einfluss. Facebook hat allein in Österreich 3,7 Millionen aktive Nutzer, Twitter rund 150.000 Nutzer“, so Duzdar weiter. „Seit ich Staatssekretärin bin, haben wir schon viele Maßnahmen gesetzt, um dem Phänomen Hass im Netz zu begegnen und nicht zuletzt die Beratungsstelle gegen Hass im Netz geplant, die in den kommenden Tagen in Betrieb gehen wird.“

Peter Filzmaier, Autor der Studie, erläuterte die wichtigsten Studienergebnisse aus der Onlinebefragung, bei der insgesamt 1004 Personen zwischen 16 und 70 Jahren befragt wurden. Zusätzlich wurden noch 200 Personen zwischen 14 und 18 Jahren befragt. 80 Prozent der Befragten nutzen täglich das Internet. Als Informationsquelle sei das Internet mittlerweile ebenso sehr wichtig geworden: Für mehr als der Hälfte der Jüngeren sind auch die sozialen Netzwerke wichtige Informationsquellen, wenn ihnen auch weniger Glaubwürdigkeit als den traditionellen Medien eingeräumt werde. Gegenüber Fake News halten sich viele ÖsterreicherInnen grundsätzlich für gut gewappnet, etwa ein Drittel sagt, dass sie mehr oder weniger wissen, worauf sie achten müssen, um richtige von falschen Informationen zu unterscheiden. Doch eine große Anzahl an Befragten - insgesamt über 80 Prozent - ist der Ansicht, dass es für den Großteil der Menschen in Österreich sehr oder eher schwierig ist, Falschmeldungen als solche zu identifizieren. Auf sich selbst bezogen meint rund die Hälfte, schon einmal einer Falschmeldung aufgesessen zu sein.

Mit Cybermobbing und Hasspostings waren insgesamt fast die Hälfte der Befragten schon einmal konfrontiert, die Jüngeren schon zu zwei Drittel. Derartige Postings würden meist ignoriert, die Betroffenen seien aber oft einfach hilflos, drei Viertel wüssten nicht, wohin sie sich wenden könnten. „Die These, dass sich die Umgangsformen im Internet selbst regulieren würden, halte ich mittlerweile einfach für falsifiziert. Es braucht Hilfestellungen seitens der Politik“, betonte Filzmaier. “Denn jeder kann Opfer werden.“

Die Beratungsstelle soll genau diese Hilfestellungen leisten. „Viele Betroffene reagieren zunächst ohnmächtig. Mit der Beratungsstelle entsteht jetzt eine Anlaufstelle, die diesen Personen helfen kann, sich zur Wehr zu setzen“, so ZARA-Geschäftsführerin Schäfer. Sie möchte eine niederschwellige Stelle bieten, die einerseits psychosoziale Beratung bietet, aber auch klärt, ob es sich um strafrechtlich relevante Inhalte handelt. In diesem Fall will ZARA auch gewährleisten, dass illegale Hass-Posting möglichst rasch gelöscht werden. Dafür steht der Verein in engem Kontakt mit den Betreibern von Facebook und Youtube. Beratungen können persönlich, via E-Mail, durch online-Meldeformulare, via facebook messenger oder über einen online Chat geschehen.

„Wichtig ist uns aber auch die detaillierte Dokumentation der Fälle, denn wir wissen immer noch zu wenig über das gesamte Phänomen“, so Schäfer.

„Das Internet kann zur Demokratisierung des Wissens und der Welt beitragen, aber wir brauchen Spielregeln und wir müssen die digitale Kompetenz in der Gesellschaft, von der Schule bis hin zu den Pädagogen und Senioren, stärken. Die Beratungsstelle ist ein wichtiger Schritt“, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar abschließend.

Die Studienergebnisse werden unter
https://www.digitales.oesterreich.gv.at/dokumente veröffentlicht.

Fotos vom Pressegespräch sind über das Fotoservice des Bundespressedienstes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at kostenfrei abrufbar.

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Markus Stradner
Bundeskanzleramt – Büro Staatssekretärin Mag.a Muna Duzdar
Pressesprecher der Staatssekretärin
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