- 24.08.2017, 12:14:03
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Mahrer: Innovationsstandort braucht mehr Exzellenz, Mut und Offenheit
Wissenschaftsminister und Robert Jan Smits skizzieren Herausforderungen für Europa und Österreich - Spin-off-Fellowship und ERC-Anreize

Utl.: Wissenschaftsminister und Robert Jan Smits skizzieren
Herausforderungen für Europa und Österreich -
Spin-off-Fellowship und ERC-Anreize =
Alpbach (OTS/BMWFW) - „Wenn wir mit 3,14 Prozent die zweithöchste
Forschungsquote in der EU haben, aber im European Innovation
Scoreboard auf Rang 7 liegen, sind Input und Output nicht stimmig. Um
Innovationsführer zu werden, brauchen wir deshalb mehr Effizienz,
mehr Offenheit und Internationalität und mehr Mut für Neues. Wir
leben teilweise in der Durchschnittsfalle und dieses Denken bringt
uns nicht voran. Das Innovationsrennen wird am Anfang entschieden,
nicht am Ende“, so Wissenschaftsminister Harald Mahrer heute im
Rahmen eines Pressegesprächs mit dem EU-Generaldirektor für Forschung
und Innovation, Robert Jan Smits.
„Österreich entwickelt sich grundsätzlich positiv: Die
österreichischen Anteile in Horizont 2020 sind gestiegen, Forscher in
Österreich konnten seit Beginn des Programms bereits rund 750
Millionen Euro einwerben. Bei den Grants des Europäischen
Forschungsrates ist Österreich den Top 3-Ländern dicht auf den
Fersen. Ein besonderes Augenmerk sollte künftig auf dem Bereich
Digitalisierung und der Modernisierung der Universitäten liegen“,
ergänzt Robert Jan Smits, Generaldirektor für Forschung und
Innovation der Europäischen Union.
Mehr Effizienz statt Gießkanne
„Um Spitzenleistungen gezielter zu fördern, muss künftig stärker auf
eine kompetitive Vergabe von Forschungsmitteln und auf Exzellenz
gesetzt werden. Wir müssen uns an den internationalen Spitzenreitern
orientieren und das Steuergeld kompetitiv einsetzen, anstatt es mit
der Gießkanne zu verteilen. Entscheidend ist nicht die Anzahl der
Fördereinrichtungen oder der Institutionen, sondern dass die Vergaben
effizient und schneller erfolgen. Wir müssen Doppelgleisigkeiten
bereinigen und den Impact erhöhen“, so Mahrer, der sich auch erneut
für eine Implementierung der Studienplatzfinanzierung und
Zugangsregelungen an den Universitäten ausspricht: „Wir wollen die
Zahl der Absolventen steigern, die Rahmenbedingungen für Forschung
und Lehrer verbessern und strategische Weiterentwicklungen in
Stärkefeldern ermöglichen. Zugleich müssen wir Anreize setzen, um für
internationale Spitzenforscher attraktiv zu sein.“ Im Zuge der
nächsten Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten soll es daher
einen finanziellen Anreiz für eingeworbene ERC-Grants geben. Um die
Transformation von wissenschaftlichen Erkenntnissen in
wirtschaftliche Anwendungen zu erleichtern, wird noch im Herbst der
erste Call für ein spezielles Spin-off Fellowship-Programm gestartet.
Das Gesamtvolumen für das Programm beträgt 15 Millionen Euro.
Nachholbedarf sieht der Minister auch im Bereich der
Scale-up-Finanzierung, wo es neue Modelle braucht, um die starke
Abhängigkeit von banklastigen Finanzierungen zu reduzieren.
Nachholbedarf sehen Mahrer und Smits bei der digitalen Infrastruktur.
„Wir bewegen uns hier im letzten Viertel von Europa und haben
eindeutig zu lange zugeschaut. Wenn Deutschland in den nächsten
Jahren 100 Milliarden in den Breitband- und Glasfaserausbau
investiert, werden wir mit einer mediokren Breitbandmilliarde nicht
weitkommen. Hier müssen wir unsere Anstrengungen erhöhen, auch um die
soziale Teilhabe in der Gesellschaft sicher zu stellen“, so Mahrer.
Digitalisierung, Open Innovation und Open Access werden aus Sicht des
Wissenschaftsministeriums auch wichtige Themen für die
EU-Ratspräsidentschaft Österreichs 2018. Zudem fallen mit den
BREXIT-Verhandlungen, sowie dem Budgetrahmen für die Europäische
Union wichtige Vorarbeiten in die Präsidentschaft. „Wir brauchen in
Europa ein klares Bekenntnis für den Stellenwert von Wissenschaft,
Forschung und Innovation. Hier wird es zusätzliche Mittel brauchen,
ansonsten droht der Innovations- und Wirtschaftsstandort ins
Hintertreffen zu geraten“, so Mahrer.
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