- 16.08.2017, 12:19:49
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Neues Kapitel für ein Haus mit Geschichte
Umfassende Sanierung des Gebäudekomplexes Mozartplatz 8 bis 10 legt den Grundstein für die neue Bildungsdirektion
Utl.: Umfassende Sanierung des Gebäudekomplexes Mozartplatz 8 bis 10
legt den Grundstein für die neue Bildungsdirektion =
Salzburg (OTS) - Dombaumeister Santino Solari wohnte dort ebenso wie
Mozarts Witwe Constanze – im Gebäude Mozartplatz 8 bis 10 mitten in
der Salzburger Altstadt. Der aus drei Häusern bestehende Komplex aus
dem 17. Jahrhundert wurde mit eingehaltenem Zeit- und Kostenplan in
der Bauzeit von sechs Monaten um 3,7 Millionen Euro umfassend
saniert. In dem Gebäudekomplex mit einer Nettogrundrissfläche von
mehr als 3.600 Quadratmetern, der seit 23. Dezember 2016 wieder im
Besitz des Landes Salzburg ist, befinden sich heute Büros der
Salzburger Landesregierung und des Landesschulrats für Salzburg,
weiters die Poststelle und Werkstätten des Landes mit insgesamt 138
Landes- und Bundesbediensteten. Die Sanierung wurde von der
Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) durchgeführt. Die Kosten teilten
sich je zur Hälfte das Bildungsministerium sowie das Land Salzburg.
Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, Landeshauptmann Wilfried
Haslauer und BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner haben das in
neuem Glanz erstrahlende Gebäude im Herzen der Salzburger Altstadt
heute, Mittwoch, 16. August 2017, der Öffentlichkeit präsentiert.
"Als Hintergrund des Mozartdenkmals ist dieser Gebäudekomplex wohl
eines der meistfotografierten Motive in Salzburg. Ich freue mich,
dass dieses kunst- und kulturhistorisch für Salzburg bedeutende
Gebäude nun wieder im Eigentum des Landes ist und nach umfassender
Außen- und Innensanierung in Rekordzeit nun wieder einen besonderen
Blickpunkt auf dem Mozartplatz darstellt. Nach der erfolgreichen
Sanierung des Gebäudes folgt nun im Inneren die Zusammenführung von
Landes- und Bundesverwaltung zur neuen Bildungsdirektion, die mit 1.
Jänner 2019 ihre Arbeit aufnehmen wird. Diese wird mit 180
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern künftig für alle 73.000
Schülerinnen und Schüler, 361 Schulen und 9.000 Lehrerinnen und
Lehrer im Land Salzburg zuständig sein", so Landeshauptmann Wilfried
Haslauer, der sich bei Bildungsministerin Sonja Hammerschmid für die
gemeinsame Finanzierung und bei BIG-Geschäftsführer Wolfgang
Gleissner sowie Architekt Stephan Schurich und Bauführer und Örtliche
Bauaufsicht Baumeister Josef Pann für die hervorragende Ausführung
dieses anspruchsvollen Projektes in Rekordzeit bedankte.
"Dieses Gebäude sticht sogar in Salzburg hervor, obwohl die
Landeshauptstadt so reich an schönen Gebäuden ist. Ich freue mich,
dass in dieses imposante Gebäude mit solch einer Tradition wieder
Leben eingekehrt ist. Mit dem Einzug der Bildungsdirektion ab 2019
wird die Verwaltung der Schulen um ein Stück besser und effizienter.
Die Bildungsdirektionen werden das gesamte Schulrecht des Bundes und
des Landes vollziehen. Auch wird die neue Schulaufsicht, genannt
pädagogischer Dienst, dort angesiedelt sein. Ich möchte mich herzlich
bei allen bedanken, die am Umbau beteiligt waren – den Planenden,
allen unterstützenden Kräften, und ganz besonders auch den
Arbeiterinnen und Arbeitern, ohne deren Anstrengungen wir heute
dieses Haus nicht eröffnen hätten können", so Bildungsministerin
Sonja Hammerschmid.
Neuer Glanz in nur sechs Monaten
Im Laufe der vergangenen Jahre hat der "Zahn der Zeit" ganz
ordentlich an dem mehr als 350 Jahre alten Gebäude genagt. Es gab
erhebliche Setzungsrisse und Risse an Fassaden und Innenwänden, Böden
und Decken. Auch die Sockelbereiche wiesen Schäden auf. Das Dach war
stellenweise undicht, ebenso die alten Kastenfenster. Erneuert bzw.
saniert werden mussten außerdem das Heizungssystem, die
Sanitärbereiche, die Elektro-Ausstattung sowie der Kanal.
Eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung war es, die
Ursache für die statischen Probleme zu finden. Es stellte sich
heraus, dass die Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert quer unter dem
Gebäude verläuft. Während innerhalb der Stadtmauer der Grund
gefestigt ist, herrschen salzachseitig Schwemmsand und viel loses
Material vor. Um den Untergrund zu stabilisieren, wurden dort Löcher
gebohrt und diese mit Kunstharz gefüllt.
Nach einer ersten Sanierungsphase im Herbst des vergangenen Jahres
wurde der Großteil der Arbeiten von Jänner bis Juni 2017 abgewickelt.
Bauherr war die BIG (Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H).
Generalplaner für Architektur war studio+ Architekt Stephan Schurich,
für Statik die Mittendorfer + Dornetshuber Ziviltechnikergesellschaft
für Bauwesen GmbH und als Bauführer und Örtliche Bauaufsicht war
Baumeister Josef Pann tätig. "Dass das Projekt in der sehr kurzen
Bauzeit erfolgreich abgewickelt werden konnte, ist dem gut
funktionierenden Zusammenspiel aller Beteiligten zu verdanken - vom
Bundesdenkmalamt und der Sachverständigenkommission Salzburger
Altstadt über die Planung und die örtliche Bauaufsicht bis hin zu den
rund 20 ausführenden Firmen", sagte BIG Geschäftsführer Wolfgang
Gleissner.
Zur Baugeschichte der drei Solarihäuser am Haufen
Der Gebäudekomplex befindet sich im östlichen Bereich des
Mozartplatzes zwischen der ehemaligen Wehrmauer und der
Pfeiffergasse. Insgesamt handelt es sich um drei Häuser, die im 17.
Jahrhundert von Dombaumeister Santino Solari (1576 – 1646) errichtet
wurden und sich zunächst in dessen Eigentum befanden. Das Haus Nr. 8
hat Solari selber bewohnt. Die "Drei Solarihäuser am Haufen", wie die
frühere Bezeichnung lautete, wurden in weiterer Folge mehrfach
umgebaut bzw. abgeändert, sowie unterschiedlich genutzt (belegt sind
u.a. Nutzungen als Wirtsbehausung, Wohnbehausung, Pferdeställe,
Postamt). Von 1837 bis zu ihrem Tod im Jahr 1842 wohnte hier
Constanze Mozart, die in zweiter Ehe mit dem dänischen Diplomaten
Georg Nikolaus Nissen verheiratet war. Eine Gedenktafel an der
Westfassade erinnert an sie. Nach Kriegsende war das Gebäude Sitz der
amerikanischen Besatzungsmacht in der Stadt Salzburg. Die Wände im
Dachgeschoß zeugen von dieser Zeit, hier haben wachhabende Soldaten
ihre Namen in die Wände geritzt.
Das Objekt besteht aus einem Haupttrakt, an der Westseite gelegen, an
den L-förmig ein Südtrakt angebaut ist. Niedrigere Nebentrakte
schließen an diesen Südtrakt an und bilden zwei Innenhöfe. Der
Hauptzugang liegt westseitig, dem Mozartplatz zugewandt. Das Gebäude
wurde als Ziegelbau (mit Holzdecken) errichtet, ist teilunterkellert
und besteht aus vier Obergeschoßen, sowie einem Dachgeschoß. In den
vergangenen Jahren bis zur jetzigen Sanierung gab es immer wieder
kleinere Umbauten sowie Sanierungsmaßnahmen, unter anderem wurde im
Südtrakt ein Lift eingebaut, um Barrierefreiheit zu ermöglichen.
Bildungsdirektionen als Bund-Länder-Behörde
Den Bildungsdirektionen kommt die Vollziehung des gesamten
Schulrechts zu. Dazu zählen auch die Qualitätssicherung, die
Schulaufsicht sowie das Bildungscontrolling. Ebenso vollziehen die
Bildungsdirektionen das Dienstrecht und das Personalvertretungsrecht
der Bundes- und Landeslehrerinnen und -lehrer. Auch sonstige
Angelegenheiten der Bundes- oder Landesvollziehung im Bildungsbereich
können auf die Bildungsdirektion übertragen werden. An der Spitze der
Bildungsdirektion steht die Bildungsdirektorin bzw. der
Bildungsdirektor. Diese bzw. dieser ist Bundesbedienstete bzw.
Bundesbediensteter und wird von der Bildungsministerin im
Einvernehmen und auf Vorschlag des jeweiligen Landeshauptmanns oder
der Landeshauptfrau für fünf Jahre bestellt. 170816_20 (kg/jus)
Weitere Informationen: Mag. Thomas Kerschbaum, Büro Landeshauptmann
Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 1020564, E-Mail:
[email protected]
Weitere Informationen: Julian Ausserhofer, Pressesprecher von
Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, Tel.: +43 664 96 99 658,
E-Mail: [email protected]
Das Land Salzburg auf Facebook und Twitter.
Sonja Hammerschmid auf Facebook.
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