„Lehrer brauchen mehr Unterstützung“

ÖAAB-Wien: Islam Kindergärten wurden unter der trüben Lupe der MA11 kontrolliert

Wien (OTS) - Dass ein Drittel der Kinder aus Islam-Kindergärten beim Schuleinstieg überfordert seien und von mutigen Volkschuldirektorinnen gegenüber ihren Schulkollegen sogar als „verloren“ gewertet wurden, hat kürzlich in fast allen Medien für Schlagzeilen gesorgt. Umso ernüchternder ist nun die Reaktion der wegen mangelnder Kontrollen in der Kritik stehenden zuständigen MA11 (Amt für Kinder, Jugend und Familie). Sie hat nämlich die direkt betroffenen drei Kindergärten in Ottakring unter die Lupe genommen und einen Persilschein ausgestellt. Türkisch als Muttersprache sei angeblich sogar "tabuisiert" worden. Dies würde sogar dem Wiener Bildungsplan widersprechen, der dezidiert empfiehlt, „Muttersprachlichkeit zu leben“. Über die Schulfähigkeit der Kinder ist im Bericht freilich nichts zu lesen. Man könne sich „die Wahrnehmung der Volksschuldirektorin nicht erklären“.

Lehrervertreter sehen diese Feststellung allerdings als eine Art Rechtfertigung der MA 11, die von tatsächlichen Problemen ablenken soll. „Wir sind froh, dass sich endlich auch Lehrer aus der Praxis melden, um auf Versäumnisse der Wiener Politik hinzuweisen“, meint etwa Lehrergewerkschafter und Obmann der ÖAAB-Pflichtschullehrer Stephan Maresch. Die angesprochenen Versäumnisse: Im Pflichtschulbereich sei das Land zuständig, um „Support-Personal“ für die Landeslehrer - Stützlehrer, Übersetzer oder Psychologen - zur Verfügung zu stellen. Das sei in Wien, im Verhältnis zu den Herausforderungen und im Gegensatz zu anderen Bundesländern, nur in ungenügendem Ausmaß erfolgt. In der Schulpolitik der vergangenen Jahre habe Wien einfach zu langsam reagiert. "Es ist ein Zeichen von Zivilcourage wenn sich Leute aus der Praxis dem Druck von Oben nicht mehr beugen und nun richtigerweise auf die Versäumnisse aufmerksam machen“, meint der Wiener ÖAAB Landesgeschäftsführer Hannes Taborsky. Woher kommen die nachgewiesenen Defizite, wenn laut Stadtregierung alles wunderbar und in Ordnung ist? so Taborsky weiter. „Wir fordern für die Lehrer mehr Unterstützung durch das Land, statt Beschwichtigungspolitik, ergänzt ÖAAB Wien Obmann Karl Nehammer.

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