• 10.08.2017, 11:53:55
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  • OTS0075

„Lehrer brauchen mehr Unterstützung“

ÖAAB-Wien: Islam Kindergärten wurden unter der trüben Lupe der MA11 kontrolliert

Utl.: ÖAAB-Wien: Islam Kindergärten wurden unter der trüben Lupe der
MA11 kontrolliert =

Wien (OTS) - Dass ein Drittel der Kinder aus Islam-Kindergärten beim
Schuleinstieg überfordert seien und von mutigen
Volkschuldirektorinnen gegenüber ihren Schulkollegen sogar als
„verloren“ gewertet wurden, hat kürzlich in fast allen Medien für
Schlagzeilen gesorgt. Umso ernüchternder ist nun die Reaktion der
wegen mangelnder Kontrollen in der Kritik stehenden zuständigen MA11
(Amt für Kinder, Jugend und Familie). Sie hat nämlich die direkt
betroffenen drei Kindergärten in Ottakring unter die Lupe genommen
und einen Persilschein ausgestellt. Türkisch als Muttersprache sei
angeblich sogar "tabuisiert" worden. Dies würde sogar dem Wiener
Bildungsplan widersprechen, der dezidiert empfiehlt,
„Muttersprachlichkeit zu leben“. Über die Schulfähigkeit der Kinder
ist im Bericht freilich nichts zu lesen. Man könne sich „die
Wahrnehmung der Volksschuldirektorin nicht erklären“.

Lehrervertreter sehen diese Feststellung allerdings als eine Art
Rechtfertigung der MA 11, die von tatsächlichen Problemen ablenken
soll. „Wir sind froh, dass sich endlich auch Lehrer aus der Praxis
melden, um auf Versäumnisse der Wiener Politik hinzuweisen“, meint
etwa Lehrergewerkschafter und Obmann der ÖAAB-Pflichtschullehrer
Stephan Maresch. Die angesprochenen Versäumnisse: Im
Pflichtschulbereich sei das Land zuständig, um „Support-Personal“ für
die Landeslehrer - Stützlehrer, Übersetzer oder Psychologen - zur
Verfügung zu stellen. Das sei in Wien, im Verhältnis zu den
Herausforderungen und im Gegensatz zu anderen Bundesländern, nur in
ungenügendem Ausmaß erfolgt. In der Schulpolitik der vergangenen
Jahre habe Wien einfach zu langsam reagiert. "Es ist ein Zeichen von
Zivilcourage wenn sich Leute aus der Praxis dem Druck von Oben nicht
mehr beugen und nun richtigerweise auf die Versäumnisse aufmerksam
machen“, meint der Wiener ÖAAB Landesgeschäftsführer Hannes Taborsky.
Woher kommen die nachgewiesenen Defizite, wenn laut Stadtregierung
alles wunderbar und in Ordnung ist? so Taborsky weiter. „Wir fordern
für die Lehrer mehr Unterstützung durch das Land, statt
Beschwichtigungspolitik, ergänzt ÖAAB Wien Obmann Karl Nehammer.

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