WIFO: Wirtschaft wächst in Österreich deutlich stärker als im Durchschnitt des Euro-Raumes

Wien (OTS) - Die Konjunktur gewinnt in Österreich weiter an Schwung. Wie der jüngste WIFO-Konjunkturtest zeigt, ist die Stimmung der Unternehmen in Österreich in einigen Bereichen so gut wie noch nie zuvor. Sowohl Sachgüterproduktion als auch Bauwirtschaft und Dienstleistungsunternehmen melden derzeit eine überaus rege Geschäftstätigkeit und sind für die Zukunft optimistisch. Österreich gehörte im II. Quartal zu den Euro-Ländern mit dem stärksten Wirtschaftswachstum. Damit hielt die erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt an. Auch die Weltwirtschaft befindet sich im Aufwind.

Das österreichische BIP stieg im II. Quartal 2017 abermals kräftig. Die in der Schnellschätzung des WIFO errechnete Trend-Zyklus-Komponente erhöhte sich wie bereits im I. Quartal gegenüber der Vorperiode real um 0,8%. Nach Eurostat-Methode berechnet, welche ausschließlich um Saison- und Kalendereffekte bereinigt, betrug der Anstieg im II. Quartal sogar 0,9% nach +0,7%. Damit gehörte Österreich zu den Euro-Ländern mit dem stärksten Wirtschaftswachstum. Getrieben wurde die Entwicklung von der lebhaften Exportnachfrage und den Bruttoanlageinvestitionen, während die Konsumnachfrage etwas nachließ.

Die merkliche Konjunkturbelebung spiegelt sich auch in den Unternehmensumfragen. So stieg im Juli der Index der aktuellen Lagebeurteilung für die Gesamtwirtschaft auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Die Einschätzungen zur künftigen Entwicklung erreichten sogar Höchstwerte. In der Sachgütererzeugung zog der Index der aktuellen Lagebeurteilung um 2,5 Punkte an und notiert damit so hoch wie zuletzt im Frühjahr 2011. Auch in der Bauwirtschaft stieg dieser Index von bereits hohem Niveau aus neuerlich kräftig. In den Dienstleistungsbranchen war ein leichter Rückgang zu beobachten, während die Erwartungen überaus optimistisch sind.

Die Breite des Aufschwunges zeigt sich nicht nur in seiner Verteilung über die unterschiedlichen Wirtschaftsbereiche, sondern auch über die Länder hinweg. So erreicht der deutsche Konjunkturklimaindex des ifo seit Mai immer neue Höchstwerte. Vor allem die aktuelle Wirtschaftslage wird von den Unternehmen so positiv eingeschätzt wie noch nie. Auch in Frankreich und Italien verbessert sich die Wirtschaftslage deutlich. Im Durchschnitt der EU-Länder und des Euro-Raumes wuchs die Wirtschaft im II. Quartal um 0,6% nach +0,5% im I. Quartal.

Nach einer Pause gewann das Wachstum auch in den USA im II. Quartal wieder an Schwung. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich nach einer ersten Schätzung ebenfalls um 0,6% nach nur +0,3% im Vorquartal.

Die Entwicklung in den Schwellenländern, die der Weltkonjunktur bislang nachhinkte, scheint nun wieder Anschluss zu finden. In China beschleunigte sich das Wachstum im II. Quartal von 1,3% auf 1,7% gegenüber der Vorperiode. Für Brasilien kündigen die Leading Indicators der OECD einen starken Anstieg in den kommenden Perioden an, und auch in Russland bessert sich die Wirtschaftslage.

In diesem für die österreichische Wirtschaft günstigen Umfeld steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften dynamisch. Die aktive unselbständige Beschäftigung wurde in Österreich laut Schätzungen des BMASK im Juli gegenüber dem Vorjahr deutlich ausgeweitet (+2%). Die Arbeitslosigkeit konnte weiter zurückgedrängt werden, und die Arbeitslosenquote dürfte laut österreichischer Berechnungsmethode im Juli mit 7,6% um ½ Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert gelegen sein. Dies senkt einerseits die Belastung des Staatshaushaltes, und andererseits ließ die robuste Inlandsnachfrage die Steuereinnahmen im 1. Halbjahr kräftig steigen.

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