Pirklhuber zu Fipronil: Unsere KonsumentInnen und unsere Landwirtschaft haben mehr Transparenz verdient

Grüne fordern Kennzeichnung aller Eierprodukte

Wien (OTS) - Nachdem in Deutschland, Belgien und den Niederlanden Eier mit dem Insektizid Fipronil gefunden wurden, erheben die Grünen erneut die Forderung endlich eine Kennzeichnung für alle Produkte, die Eier enthalten, einzuführen. „Derzeit ist es so, dass KonsumentInnen bei verarbeiteten Produkten nicht erkennen können, ob Eier aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung verwendet wurden oder woher diese stammen. Dabei werden zwei Drittel der verwendeten Eier über Produkte wie Mehlspeisen, Mayonnaise oder Nudeln konsumiert. Dieser Mangel an Transparenz ist schlecht für die KonsumentInnen und schlecht für unsere Bäuerinnen und Bauern, das gehört endlich geändert“, sagt der Grüne Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber.  

Beim Einzel-Ei wird über die Kennzeichnung durchgängig über Herkunft und Haltungsform informiert (EU-VO 557/2007): Auf jedem Ei befindet sich eine Identifikationsnummer, die Informationen zu Haltungsform und Herkunft gibt und eine komplette Rückverfolgbarkeit bis zum Legebetrieb gewährleistet. Für Produkte, in denen Eier weiterverarbeitet wurden (z.B. Nudeln, Kuchen, Kekse, Backmischungen) sowie in der Gastronomie gibt es diese Kennzeichnungspflicht nicht. Die KonsumentInnen können daher nicht erkennen, ob diese Produkte Eier aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung enthalten. 

„Es wäre ein Gewinn für Kosumentinnen und Konsumenten, wenn klar erkennbar ist, welche Eier in Nudeln und Keksen verarbeitet sind. Es wäre zudem ein Gewinn für den Tierschutz, wenn importierte Eier aus tierquälerischen Legebatterien nicht mehr unbemerkt ihren Weg in unsere Lebensmittelregale finden. Und es ist enorm wichtig für unsere Bäuerinnen und Bauern, die im Moment mit billigem Ei-Pulver aus Produktionsbedingungen die in Österreich längst nicht mehr Status Quo sind, konkurrieren müssen“, sagt Pirklhuber. 

Eine derartige Kennzeichnung müsste natürlich EU-weit erfolgen, so die Grünen, aber national wäre es als erster Schritt zumindest möglich, die rechtlichen Bestimmungen zur Lebensmittelkennzeichnung so zu ändern, dass Angaben zur Haltungsform der Legehennen bei allen Lebensmitteln, die Ei als Zutat enthalten und in der Gastronomie angeboten werden, verpflichtend angegeben werden müssen. „Unsere diesbezüglichen Anträge werden von den Regierungsparteien seit zehn Jahren vertagt. Jetzt wäre es allerhöchste Zeit, den KonsumentInnen nicht leere Versprechen zu machen, sondern endlich zu handeln“, appelliert Pirklhuber.

 

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