• 05.08.2017, 08:00:01
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„profil“: US-Anti-Iran-Lobby führt Wolfgang Schüssel als „Berater“

„United Against Nuclear Iran“ setzt österreichische Iran-Exporteure massiv unter Druck

Utl.: „United Against Nuclear Iran“ setzt österreichische
Iran-Exporteure massiv unter Druck =

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, führt die Iran-kritische US-Lobby
„United Against Nuclear Iran“ (UANI) ÖVP-Altbundeskanzler Wolfgang
Schüssel als Berater. Laut deren Website
www.unitedagainstnucleariran.com ist Schüssel eines von 40
Mitgliedern des internationalen Beirats („Advisory Board“). Die von
den früheren US-Spitzendiplomaten Mark Wallace, Richard Holbrooke (er
verstarb 2010), und Ex-CIA-Direktor James Woolsley 2008 gegründete
Organisation drängt Unternehmen weltweit mit Nachdruck, von
Geschäften mit dem iranischen Regime abzulassen. Nach
profil-Recherchen bekamen auch österreichische Firmen, die allesamt
im Rahmen geltender Sanktionen in den Iran exportieren, in der
Vergangenheit immer wieder einschüchternde Schreiben der New Yorker
Organisation. Erst im Frühjahr dieses Jahres erhielten neun heimische
Unternehmen, die an der „Iran Oil Show 2017“ in Teheran teilgenommen
hatten, Warnbriefe von UANI. „profil“ veröffentlicht in seiner
Ausgabe Passagen aus einem dieser Schreiben. UANI führt online unter
anderem auch eine schwarze Liste, in welcher mehr als 1000
Unternehmen weltweit gelistet sind, die geschäftlich mit dem Iran in
Verbindung gebracht werden. Aus Österreich sind es aktuell 21,
darunter die teilstaatliche OMV, AUA, voestalpine und mehrere Banken.

In einem Statement von Schüssels Beraterin Heidi Glück an „profil“
heißt es: „Vor einigen Jahren wurde Dr. Schüssel angefragt, um
Verhandlungen zur Verhinderung eines iranischen Atomprogramms zu
unterstützen, was Dr. Schüssel selbstverständlich zusagte. Seither
gab es keinen Kontakt mehr.“ Dass Schüssel im Advisory Board von UANI
geführt werde, sei „ihm bislang nicht bekannt“ gewesen. Im
UANI-Beirat scheinen neben Schüssel mehrere Ex-Politiker aus den USA
und Europa auf, dazu auch die früheren Direktoren des deutschen
Bundesnachrichtendienstes, des israelischen Mossad und des britischen
MI6. Die Drohungen von UANI gegenüber österreichischen Unternehmen
werden von Außenministerium, Wirtschaftsministerium und
Wirtschaftskammer Österreich in Stellungnahmen an „profil“ scharf
kritisiert.

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