Bundesheer-Untersuchungskommission legt erste Ergebnisse vor

Unfallkommission kooperiert eng mit der Staatsanwaltschaft

Wien (OTS) - Zum tragischen Tod eines Rekruten der Garde liegen erste Ergebnisse der eingesetzten Untersuchungskommission vor. Aufgrund der vorherrschenden Temperaturen wurde der Dienstplan dahingehend abgeändert, dass der Stationsbetrieb und der Marsch getrennt wurden. Damit wurde die Überprüfung der Erreichung der Ausbildungsziele im Stationsbetrieb weitestgehend im Waldgelände im Schatten durchgeführt.

Für den Marsch wurden vorbeugende Maßnahmen zur Linderung der Hitzebelastung befohlen. Dies umfasste eine zusätzliche Versorgung mit Obst und Mineralwasser sowie zusätzliche Pausen und Trinkwasser. Das Ausbildungspersonal war angewiesen, die Soldaten zum Trinken zu ermuntern. Zusätzlich zur gefüllten Feldflasche wurde jedem Soldaten eine 1,5 Liter Mineralwasserflasche ausgegeben. Während des Marsches wurde ein zusätzlicher Versorgungspunkt mit Wasser eingerichtet. Die Marschstrecke verlief im ersten Teil weitestgehend im freien Gelände, im zweiten Teil im bewaldeten Taffa-Tal.

Um das Marschtempo zu reduzieren, wurde der langsamste Soldat als Erster in der Marschgruppe eingeteilt. Dabei handelte es sich nicht um den verstorbenen Soldaten. Für den Fußmarsch wurde Marscherleichterung angeordnet. Dazu gehörte unter anderem das Unterleibchen als oberstes Bekleidungsstück, eine Helmtragebefreiung und vermehrte Marschpausen.

Nach einer Stunde Marschzeit kam es während einer Marschpause zu dem Vorfall. Daraufhin wurden Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen und der Rekrut in die Kaserne gefahren. Dort behandelte ihn das Sanitätsfachpersonal weiter. Unmittelbar danach traf der Notarzt in der Kaserne ein. Nach notfallmedizinischer Erstversorgung wurde der Betroffene in das Krankenhaus Horn eingeliefert, wo er trotz intensivmedizinischer Versorgung verstarb.

Aufgrund des Verdachtsmoments einer bakteriellen Infektion durch den behandelnden Arzt wurden vorbeugende medizinische Maßnahmen für die Gardesoldaten sowie das Personal der Kaserne in Horn ergriffen. Gleichzeitig nahmen die Experten des Heerespsychologischen Dienstes ihre Arbeit auf.

Die Untersuchungskommission setzt ihre Arbeit fort und kooperiert eng mit den Ermittlungsbehörden. Eine Obduktion wurde durch die Staatsanwaltschaft Krems angeordnet.

Die Eltern wurden vom Kommandanten der Garde abgeholt und von einem Kriseninterventionsteam vor Ort betreut. Den Angehörigen möchte das Bundesheer hiermit erneut seine aufrichtige Anteilnahme aussprechen.

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