Neues Volksblatt: "Unterschied" von Markus EBERT

Ausgabe vom 25. Juli 2017

Linz (OTS) - Am 31. Juli hätte Frank Stronach — Gründer und Totengräber der nach ihm benannten Partei — das ORF-Sommergespäch bestreiten sollen. Doch gestern hat der 84-Jährige über seinen Anwalt mitgeteilt, dass er absagt, und zwar wegen „fortgesetzter Feindseligkeit des ORF“. Das ist einerseits bedauerlich, weil Interviews mit dem Austro-Kanadier einen gewissen Unterhaltungswert hatten, andererseits aber nur eine kuriose Facette mehr in der kurzen Polit-Laufbahn des Magna-Gründers. Die vorerst letzte Kuriosität war, dass Stronach überhaupt zum Sommergespräch geladen wurde — aber er ist nun einmal der Chef einer Parlamentspartei, auch wenn deren Liquidation längst in die Wege geleitet wurde. Dass das Team Stronach, bestehend aus einem Häuflein politischer Glücksritter mit wechselnden Parteizugehörigkeiten, im politischen Getriebe fehlen wird, kann aber nicht behauptet werden.
Dabei waren die Anfänge vor fünf Jahren furios. Stronach selbst sprach bei der Parteigründung von einem Tag, „der in die Geschichte der Welt eingehen wird“, und so manche Polit-Auguren sahen die Partei weit im zweistelligen Prozentbereich. Geworden sind es bei der Nationalratswahl 2013 dann 5,7 Prozent.
Dass zwischen hochlobender Berichterstattung und Wählervotum ein großer Unterschied sein kann, sollte auch Peter Pilz bedenken, der in Sachen Sendungsbewusstsein Stronach um nichts nachsteht.

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