Die Suche nach Mister X - Gericht stellt Arbeitsrecht auf den Kopf

Irrungen und Wirrungen über den Vorgesetzten: Fristlose Entlassung eines Hochschulprofessors - 1.000 EUR Belohnung!

Graz (OTS) -

Ein Professor wird an seinem 40. Geburtstag fristlos entlassen. Als einen wichtigen Grund gibt die Hochschule vor Gericht an, er habe einmalig versucht, seinen Vorgesetzten zu umgehen. Ihre vielen widersprüchlichen Aussagen und das Chaos an der Hochschule ignorieren die lokalen Gerichte. Das Oberlandesgericht nimmt sogar an, dass selbst eine widerrechtliche Entlassung das Arbeitsverhältnis beende, auch wenn der Kollektivvertrag eine Kündigung verbiete. Für die Aufklärung des echten Entlassungsgrundes setzt der Professor nun 1.000 EUR als Belohnung aus.

Nach der Berufung aufs Abstellgleis

Der Professor sagt zunächst seinen Vorstellungsvortrag ab, wird aber überredet zu kommen. Nach seiner Berufung im März 2014 wird er jedoch rasch aufs Abstellgleis geschoben. Obwohl er sich etliche Male erkundigt, erhält er keine Antworten auf essentielle Fragen über Vorgesetztenkompetenzen und entscheidende interne Strukturen. Im April 2015 schaltet er weitgehend kalt gestellt einen Mediator ein und versucht hierdurch, eine Klärung seiner Arbeitsbedingungen und der Zukunft seiner Professur zu erreichen.

Fristlose Entlassung des Professors am 40. Geburtstag

Auch dieser Versuch bleibt erfolglos. Die Hochschule unterbreitet nur schlecht durchdachte Vorschläge wie einen Fakultätswechsel und eine sehr zweifelhafte Änderung der „Zuordnung“ des Professors. Als er Anfang August 2015 erstmals einen Antrag auf eine Freistellung für Forschungsleistungen andernorts stellt, entlässt die Hochschule ihn fristlos: Er habe versucht, seinen Vorgesetzten zu umgehen.

Schwierige Suche nach Vorgesetzten im Gerichtsprozess

Aber wer war eigentlich dieser Vorgesetzte? Hierzu äußert sich die Hochschule vor Gericht stark widersprüchlich (weitere Widersprüche sind online auf www.AntiMobbing.eu publiziert).

Ihr Rechtsanwalt: „Eine Dienstfreistellung hätte [der Professor] bei [Institutsleiter] Prof. S beantragen müssen.“ sowie „[Er war] ... per 1.8.2015 direkt Herrn Prof. S zum Institut ... zugeordnet.“ Ein Vizerektor: „Es war klar, dass er ab 1.8. als Vorgesetzten Vizerektor [Prof.] B hat. Die Besonderheit war, dass er keinen Institutsleiter über sich hat.“ Ein anderer Vizerektor, Prof. B: „[Es] war klar ausgesprochen, dass ich der neue Vorgesetzte ... bin. Der Antrag ... hätte an mich gerichtet werden müssen. ... Es gab keine Versetzung zum Institut von Prof. S. ... [Er] war nie bei Prof. S angesiedelt.

Trotz allem bestätigt das Oberlandesgericht im April 2017 die Entlassung (Gz. 32 Cga 97/15f): Die Behauptung des Professors „es sei nicht klar gewesen, bei wem er den Freistellungsantrag hätte stellen müssen, [kann] ... nicht ernsthaft belegt werden.“ Das Gericht verwehrt sogar die ordentliche Revision zum Obersten Gerichtshof, ohne die rechtlichen Voraussetzungen einer Entlassung wie Beharrlichkeit und Schwere des Verhaltens ausreichend zu prüfen.

1.000 EUR Belohnung für echten Entlassungsgrund

Der Professor setzt nun eine Belohnung von 1.000 EUR aus, um herauszufinden, warum seine Karriere vernichtet wurde. Die Gerichtsakte und frühere Zeitungsartikel können per E-Mail (siehe unten) angefordert werden. Außerdem berichteten mehrere frühere Professoren von ganz ähnlichen Mobbing-Problemen an der Hochschule.

Weitere Informationen zum Gerichtsprozess und zu Mobbing
online auf der Website www.AntiMobbing.eu
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Rückfragen & Kontakt:

www.AntiMobbing.eu, E-Mail: info@antimobbing.eu

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